New Horizons Nasa: Probleme mit Pluto-Raumsonde gelöst

Neun Jahre lang ist die Sonde „New Horizons“ durch das All geflogen, um den Zwergplaneten Pluto zu erforschen. Kurz vor dem Ziel gab es jetzt eine Panne - doch die Nasa sieht das Projekt nicht gefährdet.

Ein Bild der Nasa zeigt die Sonde New Horizons im All. Quelle: dpa

Wenige Tage vor dem geplanten Vorbeiflug der US-Raumsonde „New Horizons“ an dem Zwergplaneten Pluto sind technische Probleme aufgetreten. Doch die US-Weltraumbehörde Nasa scheint die Schwierigkeiten in den Griff zu bekommen: „Mit Pluto in erreichbarer Nähe stehen wir kurz davor, den normalen Betrieb wieder aufzunehmen und unser Ziel zu erreichen“, zitierte die Nasa ihren Chef für Planetenkunde, Jim Green, in einer Mitteilung am Montag. Man hoffe, den Einsatz an diesem Dienstag fortsetzen zu können.

Die Sonde hatte am Wochenende vorübergehend Kontakt mit der Basis verloren und sich in den Sicherheitsmodus versetzt. Sie soll nach neunjähriger Reisezeit Pluto und seine Trabanten am 14. Juli in mehreren Tausend Kilometer Entfernung passieren und mit wissenschaftlichen Instrumenten an Bord untersuchen. Es ist der erste Besuch eines irdischen Spähers bei dem Zwergplaneten.

Der Weltraumbehörde zufolge hatte es sich bei der Panne um einen schwer lokalisierbaren „Timing-Fehler“ gehandelt. „Ich bin froh, dass unser Team das Problem schnell identifiziert hat und den Gesundheitszustand der Raumsonde bestätigen konnte“, sagte Green.

Wo Russlands Raumfahrtstolz verrottet
Sie war die sowjetische Antwort auf die Spaceshuttles der Nasa. Doch anders als ihr US-Gegenstück kam die russische Raumfähre Buran bis auf einen einzigen Testflug nie zum Einsatz. 1993 wurde das Raumfährenprogramm offiziell eingestellt. Seither verrottet der einstige Stolz der russischen Raumfahrt in  einer riesigen Halle auf dem Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan. Quelle: Handelsblatt Online
Vor mehr als zwei Jahrzehnten schlossen sich die schweren Schiebetüren der Halle das letzte Mal hinter zwei der Raumfahrzeuge. Quelle: Handelsblatt Online
Bei den beiden Raumfähren handelt es sich um ein flugfähiges Modell sowie eine Attrappe für Startsimulationen. Quelle: Handelsblatt Online
Der Ort, von dem aus die Raumfähren ihren Weg ins All antreten sollten, ist jetzt ihr Sarg geworden. Die Anlage gehört zu den größten Gebäuden in Baikonur. 132 Meter  lang und 62 Meter hoch. Die Tore sind 42 mal 36 Meter groß, damit die Raumfähren auf ihrem Transportträger passieren konnten. Quelle: Handelsblatt Online
Unterstützende Strukturen der Anlage sind  aus Spezialstahl und mussten dem Druck der Stoßwelle widerstehen, falls eine der schweren Trägerraketen am nahegelegenen Startplatz explodieren sollte. Quelle: Handelsblatt Online
Unter der Decke bewegten sich an Querträgern Kräne mit  einer Tragkraft von 400 Tonnen. Quelle: Handelsblatt Online
Die Jahre sind an den Raumschiffen nicht spurlos vorübergegangen, ihr aktueller Zustand ist bedauernswert. Ein Teil der Wärmeschutzplatten ist abgefallen, Kabinenfenster sind zerbrochen Quelle: Handelsblatt Online
Flügel und Rumpf sind mit Vogelkot bedeckt, der sich im Laufe von über 20 Jahren angesammelt hat. Quelle: Handelsblatt Online
Auch hier erinnert nicht mehr viel daran, dass die Buran-Fähren die Vorzeigeobjekte der russischen Raumfahrt werden sollten. Quelle: Handelsblatt Online
Bis zu 10 Personen hätten an Bord einer Buran-Fähre Platz gefunden - zwei mehr als bei einem US-Spaceshuttle. Quelle: Handelsblatt Online
Die Buran-Fähre war eine direkte Antwort auf die US-Spaceshuttles. Da man den USA eine militärische Nutzung ihrer Raumfähren unterstellte, war auch das Buran-Projekt militärisch ausgerichtet. Die Raumfähren sollten unter anderem Militärsatelliten ins All bringen und möglicherweise auch als Waffenplattformen dienen. Quelle: Handelsblatt Online
Letztlich erwiesen sich aber die Kosten als zu hoch und die Raumfähren wurden aufs Abstellgleis dirigiert. Quelle: Handelsblatt Online
Der Abbruch erfolgte kurz vor dem Ziel: Als das Programm gestoppt wurde, war die Buran-Fähre zu 95 Prozent einsatzbereit. Quelle: Handelsblatt Online
Auch wenn man es den Maschinen heute nicht mehr ansieht, die Buran-Fähren waren wichtige Meilensteine für die russische Raumfahrt. Ein Teil der für Buran entwickelten Weltraumtechnik ist heute im Einsatz, etwa das Andocksystem für die Raumstation ISS. Quelle: Handelsblatt Online
Etwa verloren wirkt die Raumfähre in dem riesigen Gebäude. Immerhin blieb diesem Modell das Schicksal eines Schwesterschiffs erspart, das zerstört wurde, als eine andere Halle auf dem Gelände des Weltraumbahnhofs einstürzte. Quelle: Handelsblatt Online
Von solchen Plattformen aus wurde einst die Arbeit an den Raumfähren überwacht. Quelle: Handelsblatt Online
Dutzende solcher Wartungsbühnen mit hydraulischen Antrieben wurden einst für die Arbeiten an den Raumfähren benötigt. Mit ihnen ließ sich jeder Teil des Raumschiffs erreichen, ohne dass die empfindlichen Hitzekacheln berührt wurden. Quelle: Handelsblatt Online

Der Erfolg der Mission werde durch den Zwischenfall nicht geschmälert, betonte der wissenschaftliche Leiter des Projekts, Alan Stern. „Was die Wissenschaft angeht, wird es die Eins Plus nicht einmal in eine Eins verwandeln.“

Erste Bilder der Mission sind schon auf der Erde eingetroffen. Die 2006 gestartete Sonde ist nach Nasa-Angaben die schnellste in der Geschichte der Raumfahrt. Von dem rund 700 Millionen Dollar (etwa 630 Millionen Euro) teuren Projekt erwarten Experten auch mehr Erkenntnisse über den Ursprung unseres Sonnensystems. Pluto weist einen Eiskern auf, in dem Forscher einen Ozean vermuten.

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