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Sternstunde

Astronauten: Das härteste Casting der Welt

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Monatelange Tests und psychologische Befragungen

Die Meilensteine der bemannten Raumfahrt
Der sowjetische Kosmonaut Juri Gagarin in seinem Raumanzug kurz vor seinem Start zum ersten bemannten Weltraumflug. Quelle: dpa
Satellit mit Namen Sputnik Quelle: dpa
Mit der Hündin "Laika" fliegt in Sputnik 2 das erste Lebewesen in eine Erdumlaufbahn. Sie stirbt nach wenigen Tagen, Foto: AP Quelle: AP
John Glenn umrundet als erster Amerikaner die Erde Quelle: Reuters
Der sowjetische Kosmonaut Alexei Leonow verließ sein Raumschiff und schwebte als erster Mensch im Weltraum, Foto: Nasa Images Quelle: Presse
Neil Armstrong auf dem Mond Quelle: NASA
astronaut Eugene Cernan auf dem Mond Quelle: REUTERS

 

Nehmen wir an, Sie hätten das schier Unmögliche geschafft - und sich in diese Elite der 22 durchgekämpft. Es wäre ein großartiger Erfolg und Grund genug, sich für eine ziemlich tolle Type zu halten. Allein: Es würde ihnen sehr wahrscheinlich trotzdem nichts nützen. Denn die Esa suchte nicht 22 neue Astronauten - sondern nur sechs.

Nach Monaten voller Prüfungen, medizinischer Tests und psychologischer Befragungen lag die Wahrscheinlichkeit, genommen zu werden, immer noch bei 1 zu 3,7. Eine ziemlich deprimierende Vorstellung - aber für die Esa der einzige Weg, die Besten der Besten zu finden.

Zum Finale traf Gerst die Topmanager der Europäischen Raumfahrtagentur - darunter altgediente Astronauten und hochdotierte Wissenschaftler. In zwei Runden interviewten sie jeden einzelnen der Kandidaten. Bei der zweiten Runde mussten die Bewerber sogar den Esa-Chef selbst überzeugen, Generaldirektor Jean-Jacques Dordain. 

Man sollte meinen, dass es ein dichtes Rennen war. Aber für die Esa-Manager schälten sich doch sechs ganz besondere Kandidaten deutlich heraus. “Obwohl wir am Schluss mit wahnsinnig tollen Leuten gearbeitet haben”, erinnert sich Esoc-Personalchef Danesy, “gab es zu der Spitzengruppe noch einmal einen klaren Unterschied - ja, fast einen Klassensprung.” 

Forschung



Im Frühjahr 2009, an einem Montagabend um neun Uhr, saß Alexander Gerst wie so oft in seinem Karlsruher Büro an seiner Doktorarbeit. “Ich wollte gerade Schwimmen gehen”, erinnert er sich. “Doch da klingelte das Telefon.” Er hatte es geschafft.

“Gerst ist hochintelligent”, schwärmt Danesy, “er kommuniziert mit unglaublicher Leichtigkeit und ganz besonderem Humor. Er hat ein unheimliches Gespür für Technik - ich halte ihn für außerordentlich begabt.”  

Nach einem Anruf, wie Gerst ihn im Sommer 2009 bekam, hätten andere vielleicht Freunde und Champagner herbeigerufen. Gerst aber ging wie geplant schwimmen. Einen Astronauten darf so schnell nichts aus der Ruhe bringen. Und das sollte er, der Vulkanforscher aus Künzelsau, nun werden: Ein echter Astronaut.

Lesen Sie in zwei Wochen den zweiten Teil: Wie Alexander Gerst sich auf den Flug zur Raumstation ISS vorbereitet.

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