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Digitalradio DAB+ Comeback des Kofferradios

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DAB+ rettet sich mit hochwertiger Soundqualität

Für das audiophile Lager sind das aber eher schlechte Nachrichten. Doch hier naht die Rettung. Denn DAB+ ist durchaus in der Lage, hochwertige Soundqualität zu produzieren, und zwar bei Bitraten ab etwa 128 kBit/s. Das DAB+-Klassik-Programm des Bayerischen Rundfunks beispielsweise wird mit 144 kBit/s gesendet. Die oben erwähnten Tricks SBR und PS bleiben außen vor. Außerdem kommt ein anderer klanglich besserer Codec (AAC-LC) zum Einsatz. Das hört sich auch über gute Kopfhörer schon sehr CD-ähnlich an. Olaf Korte vom Fraunhofer Institut IIS meint: "Bitraten von 128 bis 160 kBit/s mit dem Codec AAC-LC würde ich CD-nahe Qualität zusprechen".

Das wäre dann übrigens auch gegenüber UKW ein klanglicher großer Fortschritt. Zu hoffen bleibt, dass die Digitalradiosender zumindest bei anspruchsvoller Musik auf klangmindernde Tricks verzichten, auch wenn das Bandbreite beansprucht und damit mehr Geld kostet.

Die bekanntesten Musik-Portale im Internet
Amazon startet Prime Music in Deutschland und Österreich - als Bestandteil von Amazon Prime ohne zusätzliche Kosten. Quelle: obs
Apple Music Quelle: dpa
Die seit März 2012 existierende Plattform Spotify bietet mehr als 30 Millionen Songs an. Eine Gratis-Version erlaubt das Anhören der Musik mit Werbeunterbrechungen. Zusätzliche Premiumfunktionen wie das Downloaden von Liedern sind wie bei den meisten Streaming-Angeboten kostenpflichtig. Nach eigenen Angaben hat Spotify mehr als 75 Millionen Nutzer, 20 Millionen von ihnen zahlen. Der Streaming-Dienst ist in 58 Ländern verfügbar. Preis: kostenlos bis 9,99 Euro monatlich
Die Streaming-Plattform Deezer ist vor allem in Frankreich sehr beliebt. 2007 startete sie als erster Gratis-Streamingdienst auf dem Markt. Heute kostet eine Mitgliedschaft, wie auch bei vielen anderen Diensten, Geld. Kostenlos gibt es nur ein Radio-Angebot und Lied-Ausschnitte. Die Plattform ist mittlerweile in mehr als 180 Ländern verfügbar. Preis: kostenlos bis 9,99 Euro monatlich Quelle: Screenshot
Mit Ampya versucht die ProSiebenSat.1 Media seit 2011 auf dem boomenden Markt der Streaming-Dienste Fuß zu fassen. Beflügelt durch viel Werbung auf den TV-Kanälen des Medienunternehmens zählt Ampya zu den bekanntesten Diensten in Deutschland. 2014 wurde Ampya von Deezer mit dem Ziel übernommen, in Europa noch weiter zu wachsen. Preis: kostenlos bis 9,99 Euro monatlich Quelle: Screenshot
Seit 2012 ist WiMP aus der Bethaphase heraus. Gegründet wurde der Musikstreamingdienst in Norwegen, wo sein Mutterkonzern "Aspiro" sitzt. WiMP gibt es bis jetzt in fünf Ländern zu hören: Deutschland, Norwegen, Dänemark, Schweden und Polen. "Aspiro" spielt schon mit dem Gedanken WiMP auch in Finnland, Portugal, Österreich und der Schweiz zu etablieren. Mit einer hohen Sound-Qualität (gegen Aufpreis) und einem eigenen Redaktionsteam, das Musik empfiehlt, will sich WiMP von der Konkurrenz abheben. Preis: 4,99 bis 19,90 Euro monatlich
Napster startete als Musiktauschbörse und wurde schnell zur Plattform für illegale Raubkopien. Auf rechtlichen Druck der Musik-Industrie wurde die Plattform 2001 geschlossen. Der legale Streaming-Dienst gleichen Namens bietet mehr als 25 Millionen Songs und ist damit einer der größten überhaupt. Nach einer kostenlosen Testphase gibt es den Dienst allerdings nur noch gegen Geld. Preis: 7,95 bis 9,95 Euro monatlich Quelle: AP

Der Wiwo-Praxistest

Was das Digitalradio in der Praxis leistet, hat die Wiwo-Redaktion anhand von drei Radios aus drei Geräteklassen ausprobiert. Ein Radiowecker von Pure, ein Kofferradio von Roberts und ein hochwertiges Stereo-Tischradio von Noxon mussten auf den Prüfstand. Die wichtigsten Erkenntnisse daraus: Trotz großer Preisunterschiede ist die Qualität des DAB+-Empfangs bei den Geräten ungefähr gleich. Die Zeiten, in denen besonders empfindliche und trennscharfe Empfangsmodule einem UKW-Radio besseren Empfang als der Konkurrenz ermöglichten, sind bei DAB+ offensichtlich vorbei.

Für den Klang wichtiger als die Signalqualität sind die Verstärkermodule und die Lautsprecher der Geräte. Da führt oft der Rotstift sein unfreundliches Regiment. Wer ein Digitalradio anschafft und auf guten Sound Wert legt, sollte also im Datenblatt vor allem auf die verwendete Lautsprecher- und Verstärkertechnik schauen.

Das sind die Highlights der Cebit
Der Spielzeug-Dino «Watson» («Cognitoy») des start-up Unternehmens Elemental Path Quelle: dpa
Ein Mann trägt sein Smartphone direkt vor seinem Gesicht Quelle: REUTERS
eine Frau benutzt ein IO Hawk Quelle: AP
Der Getränke-Kühlschrank von plenti Media soll seine Besitzer mit einer intelligenten LCD-Anzeige unterhalten, auf der aktuelle Fotos und Videos aus Cloud und Netzwerk gezeigt werden können. "Die ideale Kombination von digitalen Bildern und realen Produkten" wirbt das Unternehmen. Quelle: Presse
ein Thermostat von Tado Quelle: Screenshot
Powerbanks, also Ladestationen für das Smartphone, sind gerade beim Cebit-Partnerland China der Renner. Da kommt die Ladestation auch schon mit integriertem Schminkspiegel daher. Nicht weniger skurril, dafür aber für beide Geschlechter nützlich, ist der HotPot von Terratec. Das Unternehmen hat eine Thermoskanne mit integrierter Powerbank hergestellt. Aus der eingefüllten heißen Flüssigkeit (ab 80°C) generiert die Kanne Strom und lädt damit den integrierten Akku auf. So kann beispielsweise beim Campen Wasser am Lagerfeuer erhitzt und als Energiequelle für das Smartphone genutzt werden. Quelle: Presse
Das Start-up Husarion präsentiert auf der Cebit seinen herzförmigen Roboter RoboCore. Das junge Unternehmen baut für seine Kunden individuelle Roboter zusammen, die per WLAN und Bluetooth gesteuert werden können. Der RoboCore ist außerdem mit anderen mechanischen Systemen kompatibel. Quelle: Screenshot

Bei den kleineren Koffer- und Tischradios lässt sich aber meistens gar nicht beurteilen, ob der DAB+-Klang wirklich fast so gut ist wie von CD. Denn die Sound der kompakten Geräte ist generell nicht gut genug, um mögliche Unterschiede auch deutlich hörbar zu machen.

Der Wiwo-Praxistest zeigt daneben, dass manchmal ein paar Zentimeter über noch ausreichenden Empfang entscheiden können. Das ist ein entscheidender Vorteil der Digitaltechnik: Auch schwacher Empfang ab etwa 20 Prozent der maximalen Signalstärke genügt für klaren rauschfreien Klang.

Fazit: Das Radio lebt

In Arbeit
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Die Versprechungen des Digitalradios sind zwar recht vollmundig, teilweise aber auch berechtigt. Wenn der Ausbau der DAB+-Sendestationen fortschreitet, dürfte der Empfang in entlegenen Regionen noch stabiler werden. Auf der Haben-Seite steht auch das größere Klangpotenzial gegenüber UKW – sofern es von den Sendern denn genutzt wird. Mit den schicken Digitalradios ist eine neue Geräteklasse entstanden, die mit Netzwerkanschluss und Internetradio noch mehr Informationen und Unterhaltung ins Wohnzimmer bringt. Das gute alte Radio wird also auch in Zukunft zur Grundausstattung eines jeden Haushalts gehören.

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