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Photokina Fotografie funktioniert jetzt spiegellos

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Für Canon und Nikon wird Vollformat zur Überlebensfrage

Für Canon und Nikon, die bisher das SLR-Geschäft dominierten, wird ein wettbewerbsfähiges Angebot bei den Spiegellosen damit immer mehr zu einer Frage der Zukunftsfähigkeit. In der Vergangenheit scheuten sie den Einstieg ins Geschäft, speziell bei den hochwertigen Modellen mit Vollformat-Sensor, um nicht den Absatz ihrer SLR-Kameras zu gefährden.

Canon hatte mit der EOS-M vor Jahren schon eine Systemkamera in der Mittelklasse auf den Markt gebracht, pflegt das Modell seither aber eher stiefmütterlich. Und Nikon positionierte seine erste Spiegellose, die Nikon One, 2011 technisch so weit von professionellen Ansprüchen entfernt, dass sie dem Kerngeschäft nicht ernsthaft gefährlich werden konnte. Im Juli dieses Jahres hat der Hersteller die Serie eingestellt.

Nun aber haben die Branchenführer keine Wahl mehr, als auch im Top-Segment der Spiegellosen mitzumischen: Wollen sie das lukrative Wachstumsfeld nicht gänzlich der Konkurrenz überlassen, müssen sie auch ihr eigenes SLR-Geschäft kannibalisieren.

Kurz vor Messestart meldete Kenji Tanaka, der Chef von Sonys Kamerasparte, vernehmlich stolz, dass sein Unternehmen inzwischen nach Stückzahlen sowohl das Geschäft mit Spiegellosen als auch mit Vollformatkameras dominiert. Sonys jüngstes Modell A7R III etwa hat mit seinem 42-Megapixel-Sensor inzwischen auch bei Fotoprofis einen exzellenten Ruf. Und das neue L-Bajonet-Bündnis wird den Wettbewerb noch weiter anheizen.

Die technischen Details der neuen Panasonic-S-Modelle, die Anfang 2019 auf den Markt kommen sollen, lesen sich zumindest absolut wettbewerbsfähig. Auch die S1R besitzt einen 42-Megapixel-Chip, die S1 einen 24-Megapixel-Sensor, beide gepaart mit extrem schnellen Autofokus- und Belichtungssystemen und der Option, höchstauflösende Videos aufzunehmen.

Branchengrößen in der Zwickmühle

Das Unternehmen Nikon, das (anders als Canon, Panasonic oder Sony) seine Umsätze nahezu ausschließlich mit Fotoapparaten erwirtschaftet, steht durch die wachsende Konkurrenz besonders unter Druck. Das erklärt, dass Nikon-Präsident Kazuo Ushida auf der Pressekonferenz am Dienstag in Köln nicht bloß eine, sondern gleich zwei spiegellose Vollformatkameras präsentierte.

Das Topmodell, die Z7 mit 45,7-Megapixel-Sensor, kommt schon in den nächsten Tagen in den Handel: ohne Wechselobjektiv für die neuen Z-Bajonette, aber mit einem Adapter für Nikons bisherige Objektivserie mit F-Bajonettanschluss für rund 3900 Euro. Für die etwas breitentauglichere Z6 mit 24-Megapixelsensor berechnet Nikon im Paket mit Bajonettadapter rund 2500 Euro. In beiden Fällen liegt Nikon sowohl bei den technischen Werten als auch beim Preis nah an Sonys Konkurrenzmodellen A7R III (3500 Euro) und A7 III (2300 Euro).

Canon belässt es in Köln zunächst bei einer Vollformat-Systemkamera. Die neue EOS R besitzt einen 30-Megapixel-Bildsensor und kommt ebenfalls mit einem neuen Objektivanschluss in die Läden. Rund 2500 Euro kostet das Kameragehäuse, die RF-Objektive liegen zwischen rund 550 Euro (fürs 35-Millimeter-Weitwinkel) und 2500 Euro (fürs 28-70-Millimeter-Zoom). Wer eines der bisherigen EF- und EF-S-Objektive an der neuen Kamera nutzen will, braucht einen der 220 bis 450 Euro teuren Bajonettadapter. Quelle: Presse

Konkurrent Canon belässt es in Köln zunächst bei einer Vollformat-Systemkamera. „Wir reagieren mit der EOS R auf eine starke Nachfrage auf dem Markt und befeuern einen Bereich, der kontinuierlich wächst“, sagt Canons Deutschland-Chef Rainer Führes.

Seine neue EOS R besitzt einen 30-Megapixel-Bildsensor und kommt ebenfalls mit einem neuen Objektivanschluss in die Läden. Rund 2500 Euro kostet das Kameragehäuse, die RF-Objektive liegen zwischen rund 550 Euro (fürs 35-Millimeter-Weitwinkel) und 2500 Euro (fürs 28-70-Millimeter-Zoom). Wer eines der bisherigen EF- und EF-S-Objektive an der neuen Kamera nutzen will, braucht einen der 220 bis 450 Euro teuren Bajonettadapter.

Panasonic hat noch keine Preise für seine neuen S-Kameras veröffentlicht, „aber wir werden den Markt ganz sicher nicht mit irgendwelchen Dumpingpreisen kaputtmachen, wenn wir doch dort erst kräftig wachsen wollen“, so einer der Produktverantwortlichen nach der Vorstellung der neuen Modelle. Die sollen voraussichtlich im kommenden Frühjahr in die Läden kommen.

Die Resonanz der Fotoprofis, die eine der neuen Kameras schon vor der Messe testen konnten, ist durchweg gut bis euphorisch. Egal ob bei Canon, Nikon oder Panasonic, die Fotografen kommen fast überall zum Schluss, dass die Spiegellosen den vergleichbaren Vollformat-SLRs bei mindestens gleicher Bildqualität in Handhabung und Bequemlichkeit überlegen sind.

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