Glyphosat GAU für die grüne Gentechnik

Das Spritzmittel Glyphosat steht im Verdacht, Krebs zu verursachen. Ein Verbot hätte massive Folgen für die moderne Landwirtschaft.

Das Pflanzenschutzmittels Glyphosat steht im Verdacht, Krebs zu verursachen. Quelle: dpa

Mais, Sojabohnen, Baumwolle – in den USA sind heute mehr als 90 Prozent dieser Nutzpflanzen auf den Äckern gentechnisch verändert. Nahezu alle sind resistent gegen das Pflanzengift Glyphosat. Auch bei fast allen anderen gentechnisch veränderten Kulturpflanzen – von der Luzerne, über den Raps bis zur Zuckerrübe –, die Bauern weltweit anbauen, ist das so. Die Idee: Die Farmer können nach Herzenslust spritzen, um alle Unkräuter zu vernichten. Nur die Gentech-Pflanzen überleben.

Das ist gut für die Erträge, aber nicht unbedingt für die Umwelt. Und nun soll das Pflanzenschutzmittel Glysophat auch noch Krebs verursachen. Die Internationale Agentur für Krebsforschung in Lyon (IARC), sie gehört zur Weltgesundheitsorganisation (WHO), hat diesen Verdacht gerade mit einer fast 100-seitigen Monografie untermauert. Gut 20 Jahre lang galt die Substanz nur als stark augenreizend.

Jetzt fordern die Ersten bereits ein Verbot dieser weltweit am häufigsten verwendeten Agrarchemikalie. Von der verspritzen Millionen Landwirte – auch deutsche – Hunderttausende Tonnen (siehe Grafik), um etwa vor der Aussaat normaler, nicht gentechnisch veränderter Kulturpflanzen Tabula rasa auf dem Acker zu machen. Den Glyphosat-Herstellern – Agrarriesen wie Monsanto, Syngenta oder Dow Chemical – droht ein Milliardengeschäft zu entgehen. Und für die grüne Gentechnik wäre es erst einmal das Ende. So schnell ist kein Ersatz in Sicht.

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