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Alte Autos als Anlage "Oldtimer-Fans restaurieren nicht mehr kopflos"

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Sind Sportautos in der Oldtimer-Szene gefragter als Cabriolets?

Hornig: Grundsätzlich sind Cabriolets immer etwas gefragter. Wenn man sich das Hobby Auto-Sammeln zulegt, möchte man das genießen – möglichst bei gutem Wetter. Bei Cabrios ist das Fahrerlebnis unter diesen Umständen meist etwas größer. Ansonsten sind es Autos wie die Porsche-Modelle 356 und 911 oderEngländer wie ein Austin Healey 3000 oder Jaguar E-Type, die besonders gerne gekauft werden. Das sind Nachkriegsfahrzeuge, die verhältnismäßig einfach instand zu halten sind, weil ihre Ersatzteilversorgung gut ist. Und sie haben gute Rallye-Qualitäten. Mit deren Fahrleistungen können sie ganz gut im modernen Verkehr mitschwimmen.

Können sich nur wohlhabende Zeitgenossen Oldtimer leisten?

Hornig: Ganz im Gegenteil. Das Gros der Oldtimer-Nutzer sind Menschen mittleren Einkommens. Die Gründe, sich ein altes Auto zuzulegen, sind häufig emotional und nicht rational. Oldtimer-Fans kaufen sich ihre Fahrzeuge, weil sie in einem solchen Auto geboren wurden, ihre Jugend darin verbracht haben, oder weil ihr Vater oder Onkel ein solches Auto hatte. Manche wollen auch einfach ihr erstes Auto wiederhaben. Oder sie wollen sich jetzt ein Modell kaufen, das sie bereits vor 30 Jahren haben wollten, sich aber erst jetzt leisten können.

Was hat sich in den letzten zehn Jahren bei Oldtimer-Sammlern verändert?

Hornig: Die Szene ist deutlich professioneller geworden. Und die Menschen restaurieren nicht mehr kopflos drauf los, sondern überlegen bereits beim Aussuchen ihrer Fahrzeuge, was sie haben wollen. Heute sieht man mehr Anzeigen für unfallfreie Fahrzeuge mit Originallack. Das ist immer der bessere Kauf als mehrfach lackierte Fahrzeuge. Natürlich gibt es noch die emotionalen Spontankäufe. Aber die Menschen informieren sich viel stärker als früher. Sie wissen über Marktpreise Bescheid und überlegen vorher, was das Fahrzeug im Unterhalt kostet. An der goldenen Regel des Oldtimer-Kaufs ist schon was dran: Kauf immer das beste Auto, das auf dem Markt ist – weil dann kaufst Du am günstigsten. Und behalte Dir trotzdem stets ein Reserve-Budget in der Hinterhand.

Das Herumbasteln an alten Autos zahlt sich finanziell also nicht aus?

Hornig: Es gibt Käufer, die kaufen einen preisgünstigen Oldtimer, den wir nach dem Schulnotensystem mit 3-4 bewerten, in der Hoffnung, ihn günstig instand setzen zu können. Das böse Erwachen ist dann vorprogrammiert: Wegen der vielen Arbeitsstunden kommt so ein Auto viel teurer, als sich von vorne herein ein gut erhaltenes Auto zuzulegen, in das bereits andere investiert haben. Die meisten Oldtimer, die wir heute auf der Straße sehen, bewegen sich im Zustand 2-3. Das sind dann Fahrzeuge, die mit mittelmäßigem Aufwand zum Laufen gebracht wurden. Die meisten Käufer kalkulieren aber auch ein, welchen Wert ihr Fahrzeug im vollrestaurierten Zustand haben würde.

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