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  4. Continental: Autozulieferer entlässt 3000 Mitarbeiter – wie geht es weiter?

3000 Jobs wenigerWas mit Conti passiert, wenn die Abspaltung nicht klappt, möchte man sich nicht ausmalen

Continental schärft sein Sparprogramm abermals nach und entlässt 3000 weitere Mitarbeiter. Das zeigt: Die geplante Abspaltung der Autosparte wird in 2025 nicht gelingen. Ein Kommentar.KOMMENTAR von Annina Reimann 19.02.2025 - 10:44 Uhr

3000 Stellen sollen bei Continental zu den noch ohnehin vor einem Jahr angekündigten Einschnitten von 1750 Stellen im Bereich Forschung gestrichen werden.

Foto: imago images

Erst kamen am Dienstag Spekulationen um ZF Friedrichshafen auf, der Autozulieferer könnte seine Antriebssparte abspalten. Die Nachricht war noch nicht ganz verdaut, da legte Continental nach: Bis Ende 2026 sollen weltweit, zusätzlich zum ohnehin laufenden Sparprogramm, 3000 Stellen in der Forschung und Entwicklung abgebaut werden.

Diese 3000 Stellen sollen noch zu den vor einem Jahr angekündigten Einschnitten von 1750 Stellen im Bereich Forschung dazukommen. Betroffen ist also inzwischen mehr als jede zehnte Stelle in der Entwicklung.

Die Autobauer haben Projekte verschoben

Conti reagiere damit auf das „gegenwärtig herausfordernde Marktumfeld im Zuge der grundlegenden Markttransformation in Richtung Zukunftstechnologien“. Dass das nur die halbe Wahrheit ist, zeigt ein Beitrag aus dem Conti-Intranet. Das eigentliche Problem sind demnach die nicht ausgelasteten Kapazitäten, weil die Autobauer Projekte verschoben haben. Hinzu kommt eine rückläufige Marktentwicklung im für Continental sehr wichtigen europäischen Markt. Und zu hohe Kosten in der Entwicklung, die die Akquise neuer Aufträge erschweren.

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Kommentar von Annina Reimann

Die Abspaltung wird 2025 nicht gelingen

Und das bringt nun vor allem das wichtigste Projekt ins Wanken, das es bei Continental derzeit gibt: die Abspaltung der Autosparte. Sie soll noch dieses Jahr gelingen. Im März soll der Aufsichtsrat zustimmen. Im April dann die Hauptversammlung. Bis Ende 2025 soll die Autosparte als eigenständige Einheit an der Börse notieren. 

Soll. Eigentlich.

Doch wer soll daran noch ernsthaft glauben? Die Autosparte schreibt seit Jahren Verluste und wird von der Reifensparte subventioniert. Wie nur soll sich das innerhalb von ein paar Monaten, mitten in der größten Branchenkrise seit Urzeiten, nun plötzlich ändern?

Das erscheint geradezu unmöglich, zumal sich die Lage am Automarkt vermutlich vorerst eher noch verschlechtern wird. Doch was dann?

„Letzte Ausfahrt vor der Sackgasse“

IG-Metall-Chefin Christiane Benner hatte die Entscheidung von Continental, einen Spin-Off des Automotive-Sektors zu prüfen, im August 2024 als „letzte Ausfahrt vor der Sackgasse“ bezeichnet. Der Conti-Konzernbetreuer der IG Metall, Ralf Schamel, sieht laut Beitrag aus dem Intranet mit dem neuerlichen Abbau in der Entwicklung gar die „Zukunftsfähigkeit von Automotive insgesamt gefährdet“.

Was aber mit Continental passiert, wenn die Abspaltung nicht klappt, möchte man sich nicht ausmalen. Denn ein anderer Helden-Notausgang als die Abspaltung ist zumindest derzeit für Continental nicht ersichtlich.

Lesen Sie auch: Continental will seine Autosparte an die Börse bringen, doch Zahlen zeigen: Das Geschäft läuft nicht gut

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