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Autobauer„Der E-Auto-Kauf wird für die Kunden unattraktiver“

Nach dem Aus der staatlichen E-Auto-Prämie warben Autobauer mit eigenen Rabatten. Doch damit ist Schluss, wie eine Studie zeigt. Warum die Politik den Elektroautos Steine in den Weg legt, erklärt Ferdinand Dudenhöffer.Anabel Schröter 22.05.2024 - 09:54 Uhr

Verbrenner bieten niedrigere Listenpreise plus höhere Rabatte. Die Preise für E-Autos werden dagegen künftig noch schlechter, prognostiziert Ferdinand Dudenhöffer.

Foto: Hendrik Schmidt/dpa

WirtschaftsWoche: Herr Dudenhöffer, in Ihrer neuesten Studie zeigen Sie auf, dass die Hersteller die E-Auto-Verkäufe kaum noch stützen. Woran liegt das?
Ferdinand Dudenhöffer: Es gibt zwei Gründe dafür. Auf der einen Seite hat die Politik die Glaubwürdigkeit der Elektroautos in den vergangenen Monaten zerstört. Auf der anderen Seite sind da die großen Preisunterschiede zwischen E-Autos und Verbrenner. Durch die Kürzungen der staatlichen Prämien ist bei den Autobauern und -käufern das Klima entstanden, dass der Verbrenner nicht das Schlechteste ist. Zeitgleich kommen immer mehr Bedenken über Elektroautos auf. Deshalb konzentrieren sich viele Hersteller nun wieder auf die Verbrenner.

Also hat das Auslaufen der staatlichen Prämie die Umverteilung begünstigt.
Mit der Kürzung über Nacht hat Robert Habeck einen Dominoeffekt ausgelöst. Er hat den ersten Stein angetippt – nach und nach sind immer weitere umgekippt. Und jetzt ist alles umgefallen und die Verkäufe der Elektroautos sind eingeknickt.

Zur Person
Ferdinand Dudenhöffer ist Geschäftsführer der ferdi research GmbH in Bochum. Von 2008 bis 2020 war er Professor für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Automobilwirtschaft an der Universität Duisburg-Essen.

Einige Autobauer haben versucht, die Prämie selbst aufrechtzuhalten. Wie hat sich das entwickelt?
Von den deutschen Herstellern hat nur der VW-Konzern große Rabatte gegeben. In den ersten drei Monaten ist VW sehr stark damit rausgegangen, nun konzentriert sich der Konzern aber auch wieder stärker auf Verbrenner. Peugeot und Opel haben nur mit kleinen Rabatten geworben. Ein Extrembeispiel ist Audi – da gab es fast gar keinen Preisnachlass. Im Vergleich werden auf E-Autos durchschnittlich 12,7 Prozent gewährt, auf Verbrenner gibt es einen Rabatt von 16,7 Prozent auf den Listenpreis.

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Was bedeutet das?
Dadurch werden die Preise für Elektroautos noch schlechter, da der Kaufpreis für den Kunden deutlich teurer ist. Denn Verbrenner bieten niedrige Listenpreise plus höhere Rabatte. Ein E-Auto-Kauf wird dadurch für die Kunden unattraktiver.

Wirtschaftlich steckt die deutsche Vorzeigebranche in einer Krise. Werden die deutschen Autohersteller die E-Auto-Verkäufe wieder ankurbeln können?
In den nächsten Monaten wird da nichts passieren. Denn derzeit braucht es keine stärkeren Elektroanteile, um die CO2-Ziele der EU zu erfüllen. Nächstes Jahr wird es sich leicht ändern und wir werden eine Art Renaissance der Plug-in-Modelle erleben. Denn die Plug-in-Hybride verbinden den bekannten Verbrenner mit dem E-Antrieb. Bei reinen Elektroautos gehe ich in den nächsten Jahren nicht mit einer verbesserten Situation aus. Aber vor 2030 werden sie groß zurückkommen, da ab 2030 die CO2-Vorgaben extrem hart werden.

Nachdem die USA Strafzölle gegen chinesische E-Autos verhängt hat, werden diese auch in der Europäischen Union diskutiert. Welche Folgen hätten diese Zölle?
Die Frage ist, wie hoch die Strafzölle ausfallen werden. Mit den Zöllen würde aber zeitgleich auch die Verbreitung der Elektroautos in Europa geschwächt. Da dann die preisgünstigen Fahrzeuge der Chinesen fehlen. Sollte es so kommen, dann zerstört die Politik die Entwicklung der Elektromobilität. Das heißt: Die Politik legt den Elektroautos Steine in den Weg.

Lesen Sie auch: Wer mutig aufs E-Auto umstieg, ist jetzt der Dumme

Hinweis: Dieser Artikel erschien erstmals am 18. Mai 2024 bei der WirtschaftsWoche. Wir zeigen ihn aufgrund des hohen Leserinteresses erneut.

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