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  4. Autoindustrie: 3 Grafiken zeigen, wie gefährlich China der deutschen Autobranche wird

AutobrancheDiese 3 Grafiken zeigen, welchen Druck Chinas Autobauer ausüben

Sie entwickeln schneller neue Autos und geben dabei deutlich weniger Geld aus: Chinesische Hersteller hängen die etablierten Wettbewerber im hohen Tempo ab – auch die Zulieferer geraten dabei unter die Räder.Svenja Gelowicz 14.02.2025 - 12:27 Uhr

Endkontrolle bei BYD im thailändischen Werk Rayong

Foto: REUTERS

China erhöht zunehmend den Druck auf Europas Autobauer. Die Entwicklungskosten einiger führenden China-Autobauer pro Fahrzeug liegen bei 27 Prozent der Kosten der fünf größten deutschen Hersteller. Das zeigt eine Analyse der Unternehmensberatung Bain. Die Auswertung vergleicht die Kosten für den Zeitraum von 2020 bis 2024. Zudem geben europäische Autohersteller in Summe deutlich mehr aus.

Als Grund nennen die Studienautoren die Modellvielfalt, die bei den europäischen Autobauern deutlich höher ist als bei den Wettbewerbern aus Asien. Zwei „führende europäische Marken“ beispielsweise hätten ihr Modellportfolio seit dem Jahr 2000 um 250 Prozent vergrößert.

„Es wird entscheidend sein, die Effizienz der Forschungs- und Entwicklungsausgaben zu steigern und sich auf die wesentlichen Punkte zu konzentrieren“, sagt Bain-Partner und Studien-Co-Autor Eric Zayer.

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Autobauer aus Europa sind zudem deutlich langsamer. Sie benötigten laut der Auswertung im Schnitt 48 bis 54 Monate für die Entwicklung neuer Modelle. Chinesische Wettbewerber hingegen kämen oft mit nur 24 bis 30 Monaten aus. Die Studienautoren kommen zu dem Schluss, dass Autobauer aus Fernost vor allem von Entwicklungszentren in Mittel- und Niedriglohnländern profitierten. Diesen Weg, so das Fazit der Experten, müssten europäische Autobauer ebenfalls gehen – auch, um Bedürfnisse von beispielsweise chinesischen Autokäufern besser zu verstehen und in die Produktentwicklung einfließen lassen zu können.

Chinas Autozulieferer: Druck auf die Branche

Auch die Auto-Experten der Branchenberatung Berylls warnten am Donnerstag vor der Auto-Konkurrenz aus Asien. In China, dem größten Automarkt weltweit mit 24 Millionen verkauften Pkw jährlich, gelten die heimischen Hersteller und Zulieferer inzwischen als Innovationsführer, heißt es in einer Analyse. Dies führe dazu, dass westliche Unternehmen in China bereits seit 2021 zurückfielen und Marktanteile verlören.

Wie deutlich chinesische Autobauer aufholen, zeigen diese beiden Grafiken:

Die Prognose der Experten: Die Situation wird sich weiter verschärfen, wenn chinesische Unternehmen zunehmend ihre Präsenz außerhalb Chinas verstärken und Werke in Europa eröffnen. Die Expansion nach Europa sei Teil der Strategie der Newcomer, auch weil die meisten von ihnen auf ihrem Heimatmarkt mit ihren Autos wenig oder gar kein Geld verdienten. Höhere Margen, wie sie in Europa in der Regel zu erzielen sind, kämen ihnen sehr gelegen.

Auch für die Autozulieferer wird die Gemengelage zunehmend bedrohlich. „Chinesische Zulieferer sind mehr denn je bestrebt, ihren Anteil am Inlands-, aber auch am internationalen Markt zu vergrößern“, sagt Xing Zhou, China-Experte der Autoberatung. Aufträge gewönnen sie längst nicht mehr nur über den Preis, so sein Fazit.

Berylls prognostiziert weiterhin, dass der Wertschöpfungsanteil chinesischer Autozulieferer mindestens so hoch sein wird wie der Anteil der von chinesischen Herstellern in Europa gefertigten Fahrzeuge.

Werden die europäischen Werke der chinesischen Hersteller auf europäische Zulieferer setzen? Dazu haben die Berylls-Experten Spitzenmanager der Zulieferindustrie befragt. Sie sind verhalten optimistisch. Sie gehen zwar davon aus, dass sich chinesische Wettbewerber in Europa etablieren werden, glauben aber auch, dass sie gemeinsam mit den chinesischen Autobauern neue Projekte gewinnen werden – in China, aber auch in Europa.

Lesen Sie auch: Und die Leidtragenden sind wieder: die Zulieferer

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