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Autokauf Ist der Plug-in-Hybrid das bessere Elektroauto?

Das Interesse der Deutschen am Diesel sinkt zusehends. Doch was kaufen sie stattdessen? Benziner sind beliebt, Elektroautos nicht. Eine Studie zeigt: Das Interesse an Hybriden steigt. Aber was bringt das überhaupt?

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Porsche Panamera 4 e-Hybrid Quelle: Porsche

Es ist eine schwierige Frage in unsicheren Zeiten: Welchen Antrieb soll das neue Auto haben? Eine weitreichende Entscheidung, die etwa sieben Jahre Bestand hat – so lange fährt der Durchschnittsdeutsche seinen Wagen. Niemand kann zuverlässig sagen, wie sich die Diskussion um Diesel-Fahrverbote, Elektroauto-Quoten und Stickoxide in diesem Zeithorizont entwickelt.

Darf man mit einem hochmodernen Diesel des Jahrgangs 2017 auch in drei Jahren noch in die Innenstädte fahren? Ist ein E-Auto eine Alternative – oder sollte man doch lieber einen Benziner kaufen, weil Elektroautos noch nicht den eigenen Anforderungen entsprechen?

Die Verunsicherung der Deutschen ist groß. Der Diesel-Anteil bei den Neuwagen sinkt derzeit beständig. Und auch die am Donnerstag veröffentlichte repräsentative Umfrage von Aral zu den Trends beim Autokauf zeigt vor allem eines: Nur noch 18 Prozent der Befragten gaben an, einen Diesel kaufen zu wollen. Vor zwei Jahren waren es noch 31 Prozent. Das Interesse an Elektroautos bleibt mit fünf Prozent sehr gering, das an Benzinern hoch (52 Prozent).

Plug-in-Hybride im Kostenvergleich

Der große Gewinner neben Benzinern sind die Hybride. 2013 konnten sich gerade einmal sechs Prozent der Befragten vorstellen, ein Auto mit Verbrennungs- und Elektromotor zu kaufen. Vier Jahre und einen branchenweiten Abgasskandal später hat sich dieser Anteil beinahe verdreifacht.

Besonders interessant als Übergang zu einer reinen Elektromobilität sind Plug-in-Hybride, die auch etwas längere Strecken rein elektrisch fahren können. Doch was gibt es dabei zu beachten? Welches Modell lohnt sich – aus Umwelt- wie aus Kostensicht? Die wichtigsten Antworten in der Übersicht.

Plug-in-Hybrid – was ist das nochmal?

Als Hybrid werden alle Autos bezeichnet, die über zwei verschiedene Antriebsysteme verfügen – die mit Abstand am weitesten verbreitete Kombination ist die eines Benziners mit einem Elektromotor. Es könnte aber genauso ein Diesel- oder Erdgasfahrzeug sein. Ein Auto, das mit Gas und Benzin fährt, ist aber kein Hybrid – denn dabei wird nur unterschiedlicher Kraftstoff im selben Motor verbrannt. Es gibt aber keinen zweiten Motor.

Bei Hybriden wiederum gibt es verschiedene Abstufungen:

  • Beim Mild-Hybrid unterstützt ein Elektromotor lediglich den Verbrennungsmotor. Er kann nicht rein elektrisch fahren.
  • Ein Vollhybrid kann auch kurze Strecken, etwa zwei bis fünf Kilometer, rein elektrisch fahren und vertraut ansonsten auf den Verbrennungsmotor. Bekanntester Vertreter ist der Toyota Prius. Diese Autos werden auch mit HEV abgekürzt (Hybrid Electric Vehicle).
  • Der Plug-in-Hybrid unterscheidet sich vor allem bei der Batterie vom Vollhybrid. Sie ist zum einen deutlich größer, was rein elektrische Reichweiten von 30 bis 50 Kilometern möglich machen soll. Wichtig ist aber das namensgebende „Plug-in“: Während beim Vollhybrid die kleine Batterie nur vom Verbrenner oder beim Bremsen geladen wird, kann der Plug-in-Hybrid auch an der Steckdose geladen werden. Diese Autos werden auch als PHEV bezeichnet – also Plug-in Hybrid Electric Vehicle.

Wie weit kann ein Plug-in-Hybrid rein elektrisch fahren?

Das ist per Definition nicht festgelegt, die Modelle können sich also stark unterscheiden. Mercedes gibt etwa die C-Klasse 350e mit einer elektrischen Reichweite im Normverbrauch von 31 Kilometern an, Porsche den Cayenne S e-Hybrid mit 38 Kilometern. Beim Toyota Prius in der Plug-in-Variante waren es bisher 25 Kilometer, mit dem aktuellen Modellwechsel haben die Japaner aber auf 50 Kilometer verdoppelt.

So weit kommen Elektroautos mit einer Akkuladung
In Deutschland gibt es immer mehr Ladesäulen für Elektrofahrzeuge. In knapp 1000 Städten und Gemeinden finden sich mittlerweile öffentliche zugängliche Ladepunkte. Es sollen noch mehr werden. Bei den Reichweiten, die die aktuellen Modelle mit einer Akkuladung packen, ist das auch notwendig. Mit welchen Elektroautos Sie am weitesten kommen. Anmerkung: Damit die Werte vergleichbar sind, werden hier die Reichweiten mit Normverbrauch angegeben. Die reale Reichweite liegt in der Regel darunter. Quelle: dpa
Platz 10: Nissan Leaf (2016) Quelle: REUTERS
Platz 9: Hyundai Ioniq Electric Quelle: Hyundai
Platz 8: VW e-Golf Quelle: Volkswagen
Platz 7: BMW i3 Quelle: BMW
Platz 6: Tesla Model 3 Quelle: REUTERS
Platz 5: Nissan Leaf (2018) Quelle: Nissan

50 Kilometer ist ein Wert, der beim Blick auf den Markt häufig auftaucht. Auch VW nennt das für den Passat GTE, ebenso Kia für den Optima Hybrid. Das hat zwei Gründe: Zum einen kommen bei 50 Kilometern Reichweite im Normverbrauch realistisch 30 bis 40 Kilometer heraus, was in den meisten Fällen für die tägliche Fahrstrecke ausreichen sollte. Zum anderen ist dieser Wert auf dem wichtigen Markt China genau die Grenze, ab der ein Wagen in den Genuss steuerlicher Vorteile kommt.

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