1. Startseite
  2. Unternehmen
  3. Auto
  4. BYD und Co.: Der Beginn einer wunderbaren Konkurrenz in der Autoindustrie

BYD und Co.Der Beginn einer wunderbaren Konkurrenz

Die EU und China einigen sich bei den Importregeln für E-Autos auf ein Handelsabkommen, wie es sein soll: professionell und respektvoll. Ein Kommentar.KOMMENTAR von Martin Seiwert 12.04.2025 - 15:55 Uhr
Pionier mit eigener Flotte: Chinas E-Auto-Marktführer BYD verteilt seine Fahrzeuge weltweit mit speziell für ihn gebauten Schiffen Foto: IMAGO/NurPhoto

Die EU hat sich mit China auf Regeln zum Import von Elektroautos geeinigt. Das ist eine wirklich bedeutende Nachricht, weil es dabei um nicht weniger geht als unsere Mobilität, den Bestand der europäischen Autoindustrie und den Klimaschutz. Das Thema hat zwei spannende Facetten. Erstens: Warum. Zweitens: Wie.

Als glücklicher Benzin- oder Dieselfahrer können Sie sagen: Was scheren mich E-Autos, egal ob aus China oder Europa? Warum also sollen die Importregeln wichtig sein? Da kann ich Sie nur einladen, mal auf dieser Webseite vorbeizuschauen. Wenn Sie dort den durchschnittlichen Stromverbrauch eines mittelgroßen Elektroautos eingeben – 20 kWh pro 100 Kilometer – dann verrät ihnen die Seite, welchem Benzinverbrauch das entspricht: 2,4 Liter Super. Oder 2 Liter Diesel. Das ist weniger als ein Drittel von dem, was Autos in Deutschland im Durchschnitt verbrauchen.

Autofahren mit einem Drittel der Energie. Das ist die Antwort auf das „Warum“. In einer Welt, in der Energie immer teuer sein wird, siegt langfristig die Technik mit 70 Prozent Verbrauchsvorteil. Zwangsläufig, ohne Wenn und Aber.

Reichweitenangst oder Trägheit der Autofahrer, Transformationsschmerzen der Hersteller, Wankelmütigkeit der Politik, all das kann daran – auf Dauer – nichts ändern. Dafür bräuchte es auch gar kein erzwungenes Verbrenner-Aus. Das Aus beschert sich der Verbrenner mit seinem ineffizienten Antrieb, der über die Hälfte der getankten Energie ungenutzt verschleudert, ganz von selbst.

Auf lange Sicht wird in Europa fast ausschließlich elektrisch gefahren werden. Bleibt die Frage, wer diese Autos baut. Stellen wir die Weichen heute falsch, werden sie überwiegend aus China kommen. Sind wir aber smart, werden Sie aus Europa und China kommen.

Mindestpreise statt Zölle

Was mich zur zweiten Facette bringt, zum „Wie“. Bei der neuen Einigung mit China geht es um die Frage, wie sie zustande kam und wie sie umgesetzt wird. Zu letzterem, der Umsetzung: Nachdem, was bislang bekannt ist, sollen die im vergangenen Sommer verhängten Zölle der EU auf chinesische Elektroautos entfallen und stattdessen Mindestpreise festgelegt werden. So können die chinesischen Hersteller, die zuhause mit teils irrwitzigen staatlichen Subventionen aufgepumpt werden, hier nicht mit Kampfpreisen die heimischen Hersteller zerstören.

Statt Zölle an die EU zu zahlen, können die chinesischen Hersteller den von der EU erzwungenen Mehrpreis selbst einstreichen. Das ist ein Entgegenkommen der EU, für das sie eine Gegenleistung bekommt: Die chinesischen Hersteller müssen einen Teil ihres E-Auto- und Batterie-Knowhows nach Europa transferieren, vor allem, indem sie hier produzieren.

China genau auf die Finger schauen

Das klingt gut und ist es auch, wenn die Mindestpreise gut gewählt werden und der Transfer von Wissen wirklich stattfindet. Das muss die EU nun sicherstellen und immer wieder kritisch überprüfen. Wenn China uns an der Nase herumführt, muss die Zollmauer sofort wieder hochgezogen werden.

Gut ist auch das Zustandekommen des Deals. Das war – bitte hinschauen und lernen, liebe Trump-USA – Handelspolitik, wie sie sein soll: professionell, besonnen, respektvoll, ohne Drama, ohne Marktverwerfungen und vor allem mit Planbarkeit für alle Beteiligten.

China übertrieb es bei seinem Angriff, die EU zeigte mit den Zöllen die Zähne, China wurde verhandlungsbereit – und zack, stand schon Monate später ein Abkommen, das beide Seiten glücklich machen könnte: China bekommt Marktzugang, wir Technologiezugang. Nun möge im europäischen Markt der Bessere gewinnen.

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
Stellenmarkt
Die besten Jobs auf Handelsblatt.com
Anzeige
Homeday
Homeday ermittelt Ihren Immobilienwert
Anzeige
IT BOLTWISE
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Remind.me
Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s
Anzeige
Presseportal
Lesen Sie die News führender Unternehmen!
Anzeige
Bellevue Ferienhaus
Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen
Anzeige
Übersicht
Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche
Anzeige
Finanzvergleich
Die besten Produkte im Überblick
Anzeige
Gutscheine
Mit unseren Gutscheincodes bares Geld sparen
Anzeige
Weiterbildung
Jetzt informieren! Alles rund um das Thema Bildung auf einen Blick