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Halbleitermangel VW-Einkäufer stellen 10.000 Anfragen an Chip-Händler – und treiben so eine Million Chips auf

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Mitarbeiter von Volkswagen stehen in einem Reinraum im VW-Werk Salzgitter. Quelle: dpa

Derzeit bekommen die Autobauer die Versorgungsengpässe mit Computerchips deutlich zu spüren. Volkswagen sieht allerdings Chancen auf Besserung im zweiten Halbjahr – und setzt vorübergehend auf eine Chip-Taskforce.

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Bei den Versorgungsengpässen mit Computerchips sieht Volkswagen die Chance auf eine Verbesserung der Situation im zweiten Halbjahr. Das erfuhr die WirtschaftsWoche aus Kreisen der Taskforce, die der Konzern zur Bewältigung der Krise eingesetzt hat. Im zweiten Quartal bleibt die Lage jedoch kritisch und könnte sich sogar noch verschärfen. „Wir kämpfen um jedes Fahrzeug“, sagte der Leiter der Taskforce, der namentlich nicht genannt werden möchte, der WirtschaftsWoche: „Die Situation wird auch im zweiten Quartal angespannt bleiben. Weitere Produktionsanpassungen sind nicht auszuschließen.“

Derzeit sind nach Informationen der WirtschaftsWoche hunderte Teile bei allen Pkw- und Lkw-Marken des VW-Konzerns von Lieferengpässen betroffen. Bei mehr als der Hälfte der betroffenen Teile hat die Taskforce Pläne erarbeitet, wie die Lieferengpässe beendet werden könnten oder konnte künftige Knappheiten bereits beseitigen. In allen anderen Fällen gibt es noch keine Lösungen. Die meisten Knappheiten werden nach VW-Angaben durch die mangelnde Versorgung mit Halbleitern verursacht.

„Versorgungsengpässe gibt es immer, aber so eine Situation hatten wir noch nie“, so der Taskforce-Chef. Im Unternehmen arbeiten mehrere hundert Mitarbeiter aus den Bereichen Beschaffung, Logistik und Produktion an der Bekämpfung des Chipmangels. Die Arbeiten werden von der 40-köpfigen Taskforce koordiniert.

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Volkswagen hat sich wegen des Halbleitermangels sogar in die Chipbeschaffung seiner Zulieferer eingemischt. Nach Informationen der WirtschaftsWoche haben VW-Einkäufer in den vergangenen Monaten rund 10.000 Anfragen an Chiphändler (Broker) geschrieben und konnten bei ihnen rund eine Million Chips auftreiben. Der Konzern gab diese an seine Zulieferer weiter. Sie konnten mit den Chips Teile für die Marken des Konzerns fertigen.

Mehr zum Thema: Der neue Intel-Chef Pat Gelsinger denkt laut über eine Chipfabrik in Deutschland nach. Sein Plan, einer der größten Chip-Auftragsfertiger der Welt zu werden, ist kühn – und problematisch.

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