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Insolvenz der Eisenmann-Gruppe Der nächste große Autozulieferer kippt

Der insolvente Anlagenbauer Eisenmann stellt unter anderem Lackier- oder Förderanlagen her. Hier eine Elektrohängebahn mit Kettenhubgehänge in der Montagelinie. Quelle: Presse

Der Böblinger Anlagenhersteller Eisenmann mit weltweit über 3000 Mitarbeitern hat beim Amtsgericht Stuttgart Insolvenzantrag gestellt.

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Erst vor wenigen Wochen traf es den Autozulieferer Weber Automotive, nun erwischt es den nächsten großen Autozulieferer: Die Böblinger Eisenmann-Gruppe und ihre Anlangenbau-Tochter sowie die Konzernableger Lactec GmbH und Enisco haben beim Amtsgericht Stuttgart Insolvenzantrag gestellt. Für die Automobilindustrie liefert der Konzern vor allem Lackieranlagen, aber auch Lichttunnel für die Qualitätskontrolle.

Michael Keppel, Chief Restructuring Officer, sprach in einer Pressemitteilung von einer „Chance auf einen Neustart“. Der Verwaltungsrat, die Familie Eisenmann und die Kreditgeber würden den jetzt eingeschlagenen Weg unterstützen, so Keppel. Wie der Weg aussieht, bleibt bislang indes vage. Fest steht, dass ein „strategischer Partner“ für das Geschäft mit Lackieranlagen und Applikationssysteme gesucht wird. „Die ersten Interessenten haben sich auch schon gemeldet“, so Keppel.

Eigentümer und Management der Eisenmann Gruppe hatten im März 2019 die Restrukturierung eingeleitet. Die Akquisition und Abwicklung diverser Großprojekte hatten in 2018 zu einem hohen Jahresverlust geführt. „Wir mussten hier schnell und konsequent handeln. Gleichzeitig wollten wir aber auch die strategischen und strukturellen Grundlagen für unsere Wettbewerbsfähigkeit schaffen“, betonte Keppel, der als Restrukturierer unter anderem bei Pfleiderer im Einsatz war und Aufsichtsratschef des krisengeplagten Antennenherstellers Kathrein ist. Der Auslöser des Insolvenzverfahrens blieb zunächst offen. Auch, ob das Verfahren in Eigenverwaltung geführt werden soll, konnte ein Unternehmenssprecher zunächst nicht beantworten.

Eisenmann ist nach eigenen Angaben an 27 Standorten in 15 Ländern mit über 3000 Mitarbeitern vertreten und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von 723 Millionen Euro. Alle wichtigen Autohersteller – und vor allem Volkswagen – werden dem Vernehmen nach von dem Unternehmen beliefert.

Eisenmann ist nicht das erste von der Automobilindustrie abhängige Unternehmen, das unter den Problemen der Branche leidet. Neben Weber Automotive kämpften zuletzt Unternehmen wie IFA, die Borgers-Gruppe und Leoni mit Gegenwind. Viele Zulieferer wie Schaeffler, Conti, Mahle, Mann + Hummel wollen Jobs abbauen, verlagern oder Standorte schließen.

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