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Markteingriffe Deutschland ist, wenn Wahlkampf Innovationen tötet

Zulieferer mit Verbrennergeschäft stehen vor 50, 70, manchmal 100 Prozent Umsatzverlust bis 2030. Quelle: dpa

Der Autozulieferer Hella muss weder seinen neuen Eigentümer noch das E-Auto fürchten. Dafür aber fatale Markteingriffe der Bundesregierung. Ein Kommentar.

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Nach milliardenschweren Abwrackprämien, Innovationszuschüssen und Elektrokaufprämien lässt der Bund für die Autoindustrie schon wieder Geld regnen. „Zukunftsfonds“ nennt die Regierung das rund eine Milliarde Euro schwere Geschenk, obwohl es faktisch Vergangenheitsbewältigung ist: Eine Nothilfe für Zulieferer, die Stromtrend und Digitalisierung verschlafen haben und nun das Totenglöckchen läuten hören.

Vor einigen Jahren sagten deutsche Automanager in Umfragen, es gebe auch auf lange Sicht keine oder nur minimale Umsatzeinbußen durch E-Autos. Kanzlerin Angela Merkel und ihr Kabinett ermutigten die Bremser nach Kräften. Nun aber stehen Zulieferer mit Verbrennergeschäft vor 50, 70, manchmal 100 Prozent Umsatzverlust bis 2030.



Für dieses grandiose Verpennen, Verleugnen und Vertagen winkt nun auch noch eine Belohnung der Bundesregierung. Das ist ein schädliches Wahlkampfmanöver zulasten derjenigen Zulieferer, die stets vorausschauend und innovativ waren. So wie der Zulieferer Hella, der dank seiner Stärke von etlichen Investoren umgarnt wurde und nun im ebenso umsichtigen Faurecia-Konzern eine gute Heimat finden dürfte – ganz ohne Angst vor dem Elektrodurchbruch.

Mehr zum Thema: Deutsche Wohnen, Hella, Zooplus: In Deutschland laufen aktuell so viele Übernahmen wie selten zuvor. Viele Aktien könnten dadurch von der Börse verschwinden. Was betroffene Aktionäre wissen müssen.

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