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PorscheMichael Leiters muss reparieren, was seine Chefs kaputtgemacht haben

Der neue Porsche-Chef Michael Leiters scheint wie geschaffen für Porsches Sanierungskurs. Das ist gut. Gar nicht gut ist, dass der Wechsel drei Jahre zu spät kommt. Ein Kommentar.KOMMENTAR von Martin Seiwert 17.10.2025 - 15:30 Uhr
Michael Leiters wird neuer Porsche-CEO. Foto: Bloomberg

Man hätte es ahnen können. Im Sommer erfuhr die WirtschaftsWoche nicht nur, dass Oliver Blume im Herbst seinen Posten als Porsche-Chef räumen werde und bereits Gespräche mit möglichen Nachfolgern geführt wurden. Insider konnten auch einige heiße Kandidaten benennen. Darunter: Michael Leiters, Ex-Porsche-Manager – und, wie wir seit heute wissen, künftiger Vorstandschef in Stuttgart.

Nach Porsche und Ferrari war Leiters als CEO beim Sportwagenbauer McLaren. Dort schied er im April nach nur zweieinhalb Jahren im Amt aus. Deshalb hätte man ahnen können, dass er als Kandidat weit vorn liegt. Denn womöglich ließ er den Job bei McLaren sausen, um frei zu sein für Porsche.

Insider bei Porsche betonten im August genau diesen Vorteil, der für ihn spreche: dass er kurzfristig verfügbar wäre. Und sie sagten auch, dass er alle anderen Kriterien eines Porsche-Chefs erfülle: Erstens technisch versiert, zweitens mit Stallgeruch von Porsche, weil er dort arbeitet oder zumindest mal dort tätig war.

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von Martin Seiwert und Annina Reimann

Leiters machte also das Rennen und ja, er scheint zu passen. Natürlich braucht eine Marke wie Porsche ein technisches Talent an der Spitze. Porsche ist: Luxusmarke, Design, Lifestyle. Der Kern von alldem aber ist die Technik. Ist sie nicht exzellent, ist alles andere nichts. Da kann Leiters sicherlich liefern. Technikchef von Ferrari wird man nicht, wenn man hier nicht über jeden Verdacht erhaben ist. Leiters ist ein Experte für den Hybridantrieb, kennt also die Verbrenner- und Elektrowelt.

Ob man als Porsche-Chef zuvor bei Porsche gearbeitet haben muss, wie die Porschianer gern behaupten, darf man bezweifeln. Aber es schadet sicher nicht, weil die Gefahr dann geringer ist, dass man sich in den sehr speziellen VW-Verhältnissen verheddert.

Wichtig aber ist Leiters Weg: Porsche, Ferrari, McLaren. Das sorgt für Respekt bei der Belegschaft. Und die Aktionäre werden es so lesen: Der Mann kann Luxusautos, unter ihm könnte es laufen wie bei Ferrari. Die Italiener sind an der Börse stolze 240 Prozent mehr wert als Porsche, obwohl ihr Umsatz über 80 Prozent niedriger ist.

Wahnsinn mit Ansage

Blume hat die dringend nötige Kurskorrektur bei der angeschlagenen VW-Tochter selbst noch eingeleitet: mehr hochpreisige Luxusfahrzeuge. Mehr Verbrenner und Hybride statt eines überambitionierten Elektrokurses. Ein entschiedener Sparkurs. Ein verjüngter Vorstand. Letzteres ist schon umgesetzt, fast alle Vorstände sind jung und frisch im Amt. Und alles andere: Passt gut zu Leiters. Womöglich also eine gute Wahl.

Sie korrigiert eine andere, eine fatale Wahl: Blume hätte niemals die Doppelrolle bekommen dürfen. Zwei Dax-CEO-Jobs parallel, das ist Wahnsinn, egal wie talentiert und strukturiert jemand ist. Da können alle Beteiligten nur verlieren. Die Porsches und Piechs und der VW-Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch hätten ihm das niemals aufbrummen dürfen. Blume selbst hätte nie mitspielen dürfen, auch nicht aus Pflichtbewusstsein.

Und sie können nicht sagen, sie seien nicht gewarnt worden: Kapitalmarkt, Medien, Führungsexperten und Belegschaftsvertreter schlugen Alarm, seit Blume vor drei Jahren in die Doppelrolle startete.

Kann Leiters nun reparieren, was seine Chefs kaputtgemacht haben?

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