Neuwagen Autohersteller geben Rabatte in Rekordhöhe

Die Zeiten für den Kauf eines Neuwagens sind günstig, zeigt eine Erhebung des CAR-Forschungszentrums der Universität Duisburg-Essen: Selbst Premiumhersteller bieten aktuell hohe Nachlässe auf ihre Autos.

Ein neuer VW Tiguan wird mit Rabatt angeboten (Symbolbild). Quelle: dpa

Trotz der guten Konjunktur haben die Autohersteller ihre Rabatte für Neuwagen auf dem deutschen Markt auf Rekordhöhe geschraubt. Damit habe das Rabattniveau im März um 35 Prozent höher gelegen als im Januar 2010. Zugleich lag es leicht über dem vom vergangenen Monat, ergab eine aktuelle Studie des CAR-Forschungszentrums der Universität Duisburg-Essen. Selbst Premiumhersteller tun sich demnach schwer und bieten hohe Nachlässe.

Vor allem wegen der Debatte um Dieselmotoren dürften die Rabatte in den nächsten Monaten noch weiter steigen, hieß es.

Das Team des Auto-Experten Ferdinand Dudenhöffer begründete die Entwicklung mit der Verunsicherung der Kunden nach dem Diesel-Skandal. „Die Neuwagenkäufer sind verunsichert und verunsicherte Kunden kaufen nur noch mit höheren Rabatten“, heißt es in der Studie. „Das ist ein bedenkliches Signal.“ Zwar seien keine Sonderrabatte beim Kauf von Diesel-Fahrzeugen ersichtlich. Aufseiten des Handels zeige sich das Problem aber, dort gebe es teilweise Wartungs- und Garantiepakete als kostenlose Zugabe.

Die Gewinner und Verlierer am deutschen Automarkt
Verlierer: VolkswagenDer Marktführer zeigt auf seinem Heimatmarkt ungewohnte Schwächen. In den ersten drei Monaten sank der VW-Absatz in Deutschland um 4,3 Prozent – und das in einem wachsenden Markt. Mit 18,4 Prozent oder rund verkauften 155.000 Fahrzeugen beherrschen die Wolfsburger weiter den Markt, büßen aber Anteile ein. Quelle: dpa
Verlierer: AudiAuch die Premiummarke aus dem VW-Konzern hat ein Problem. In den ersten drei Monaten hat sie weniger Fahrzeuge verkauft als Konkurrent Mercedes. Insgesamt wuchs der Absatz um 0,3 Prozent auf rund 75.000 Fahrzeuge und damit deutlich schwächer als der Markt. Hat weiter schwelende Dieselskandal das Vertrauen der Deutschen erschüttert? Quelle: AP
Verlierer: SmartDie Neuauflage des kleinen Stadtflitzers ist noch gar nicht so alt. Doch das Kaufinteresse der Deutschen hat schon spürbar nachgelassen. Nicht nur das Auto, auch der Absatz ist mittlerweile mickrig. Im ersten Quartal sank der er um 1,9 Prozent auf rund 7.800 Fahrzeuge. Quelle: dpa-tmn
Verlierer: HondaDie Japaner waren in Deutschland schon immer etwas schwächer als in anderen Weltregionen. Doch das erste Halbjahr war eines zum Vergessen. Um satte 25 Prozent schmierte der Honda-Absatz ab. In den ersten drei Monaten verkauften die Japaner damit rund 6.400 Fahrzeuge, was einem Marktanteil von 0,8 Prozent entspricht. Quelle: REUTERS
Verlierer: NissanWeil Bestseller vor einer Neuauflage stehen, ist den Japanern ihr Wachstum in den ersten drei Monaten abhandengekommen. Zwar legte der Absatz immer noch um 2,1 Prozent auf 19.800 Fahrzeuge zu. Doch damit ist Nissan deutlich schlechter als der Markt und verliert Antiele. Quelle: dpa
Gewinner: MercedesDer Stern glänzt wieder – auch in Deutschland. Mit rund 77.300 verkauften Fahrzeugen sind die Schwaben nicht nur der führende Premiumhersteller im Heimatmarkt, sondern konnten den Absatz um 9,2 Prozent steigern. Das reicht, um an Audi vorbeizuziehen. Quelle: dpa
Gewinner: Renault/DaciaDas französisch-rumänische Duo legt im Volumenmarkt Tempo vor. Renault verbucht ein Plus von 28,8 Prozent auf fast 32.000 verkaufte Fahrzeuge. Dacia legt um 35,2 Prozent auf rund 14.000 Fahrzeuge zu. Gemeinsam ziehen die beiden damit sogar wieder an VW-Tochter Skoda vorbei und sind damit der größte Importeur in Deutschland. Quelle: AP

Vor allem Firmen erzeugten den Druck auf dem Markt, hieß es weiter. In den ersten beiden Monaten 2017 seien nur gut ein Viertel aller Diesel-Neuwagen auf Privatkunden zugelassen worden.

Nach Angaben des Kraftfahrbundesamtes sanken die Neuzulassungen von Diesel-Pkws im März um 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Der Dieselanteil an allen Autos lag damit nur noch bei 40,6 Prozent.

Neben Sonderangeboten und Internet-Rabatten arbeiteten Hersteller und Händler der Studie zufolge erneut mit Eigenzulassungen, die mit einem Anteil von 32,6 Prozent fast ein Drittel sämtlicher Neuzulassungen im März ausmachten. Diese kurzfristig angemeldeten Autos werden dann als Tageszulassungen oder zum „Hauspreis“ mit hohen Rabatten in den Markt gedrückt. Im Februar lag die Quote mit 34,2 Prozent sogar noch höher.

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