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Pkw-MarktPlug-in-Hybride: Vom Hoffnungsträger zum Rohrkrepierer

Der deutsche Pkw-Markt hat sich im ersten Halbjahr spürbar erholt. Doch es gibt auch einen großen Verlierer: Plug-in-Hybride verzeichnen ein dickes Minus. Ist die Brückentechnologie zum reinen E-Auto schon überflüssig? 12.07.2023 - 12:25 Uhr

Ein Auto mit Plug-in-Hybrid-Antrieb lädt in Berlin an einer Ladesäule.

Foto: dpa

Auf dem Weg zum elektrifizierten Verkehr galten sie als der Kompromiss schlechthin: Plug-in-Hybride vereinen die Welten von Benzin- oder Dieselmotor mit dem Elektroantrieb. Ihr Auftrag: die Lager der E-Auto-Pioniere und Verbrenner-Verfechter zu einen und die Zeit bis zu einer flächendeckenden Ladeinfrastruktur zu überbrücken. Und das begann durchaus vielversprechend. Die Erfolgsgeschichte sollte jedoch nur knapp zehn Jahre dauern.

Ein Blick in die Statistik des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) zeigt: Stromerten 2013 erst knapp 1400 Plug-in-Hybride neu auf deutschen Straßen, eroberte sich die Brückentechnologie Jahr für Jahr neue Fahrer. 2020 starteten die Teilzeitstromer mit Stecker richtig durch, von rund 45.000 Neuzulassungen im Jahr 2019 auf dann mehr als 200.000 Pkw.

Auch in den zwei folgenden Jahren setzten die Hybridfahrzeuge ihre Erfolgsgeschichte stetig fort, setzten mit gut 362.000 Neuzulassungen im vergangenen Jahr noch einen neuen Rekord.

Wenige Monate später ist von der Euphorie nichts übrig. Das Ende der staatlichen Förderung seit Januar 2023 macht den Teilzeitstromern den Garaus: Im ersten Halbjahr wurden nur noch 79.065 Plug-in-Hybride neu zugelassen.

Zwar verzeichnete der deutsche Automarkt in den vergangenen Jahren durchaus eine Corona-Delle, doch insgesamt blickt die Autoindustrie auf ein positives erstes Halbjahr mit einem Plus von 12,8 Prozent bei den neu zugelassenen Autos über alle Antriebsarten hinweg.

Neben dem Wegfall der Innovationsprämie sowie steuerlichen Vorteilen als Dienstwagen in Deutschland scheint die Rolle des Plug-in-Hybrid-Antriebs als technische Übergangslösung erfüllt und überflüssig geworden zu sein. Reine Elektroautos erfreuen sich bei den Deutschen längst wachsender Beliebtheit: Im ersten Halbjahr 2023 wurden laut KBA mehr als 220.000 reine E-Autos neu zugelassen – und damit 31,7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Anteil der Plug-ins an den neu zugelassenen Autos lag in den vergangenen sechs Monaten bei weniger als sechs Prozent.

Studie zu finanziellen Nachteilen

Plug-in-Hybride als Dienstwagen: Unternehmen zahlen Tausende Euro drauf

Nicht nur Deutschland fährt die Förderung für Plug-in-Hybride zurück. Auch in anderen Ländern Europas lohnen sich die Teilzeit-Stromer für Unternehmensflotten nicht mehr – im Gegenteil, sie zahlen kräftig drauf.

Der Nachfrage-Absturz ist kein rein deutsches Phänomen, und die Hersteller hören die Signale: In ganz Europa sinkt bereits die Produktion von Pkw mit Plug-in-Hybridantrieb. Im ersten Quartal 2023 verließen laut der Beratungsagentur Inovev lediglich 165.849 Fahrzeuge die Werke in der EU und dem Vereinigten Königreich. Das sind zehn Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Mit Abstand größter Hersteller der Teilzeitstromer war trotz eines Produktionsrückgangs um 18 Prozent immer noch Deutschland mit 54.659 Wagen. Für das laufende Jahr rechnen die Marktbeobachter mit der europaweiten Produktion von 600.000 bis 700.000 Plug-in-Hybriden. Zum Vergleich: 2022 lag ihre Zahl noch bei 740.646.

So entwickelten sich die Plug-in-Hybride vom Hoffnungsträger zum großen Verlierer im Automarkt.

Mit Material von Spotpress und dpa

Lesen Sie auch: VW steigt aus, doch BMW bleibt dran – wie zukunftstauglich sind Plug-in-Hybride?

jre
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