Schadensersatzklage wegen Lkw-Kartell Speditionen fordern hohe dreistellige Millionensumme

Exklusiv
Lkws von MAN. Quelle: dapd

Die Berliner Kanzlei Hausfeld will noch in diesem Jahr eine Schadensersatzklage von über 3000 Speditionen gegen Lkw-Hersteller einreichen.

Die Berliner Kanzlei Hausfeld will noch in diesem Jahr eine Schadensersatzklage von über 3000 Speditionen gegen Lkw-Hersteller einreichen. „Wir werden bis Ende Dezember 2017 Klage vor dem Landgericht München erheben“, sagte Hausfeld-Chef Christopher Rother der WirtschaftsWoche. Grundlage der Klage sei die Verurteilung der Lkw-Hersteller Daimler (Mercedes), Iveco, Volvo/Renault, DAF und MAN wegen Kartellverstößen durch die Europäische Kommission im vergangenen Jahr. Die Speditionen sind nicht selbst Mandanten der Kanzlei, sondern haben ihre Ansprüche im Zuge eines Sammelklageverfahrens an ein Inkassounternehmen abgetreten.

Insgesamt hätten, so Rother „3000 bis 4000 geschädigte Unternehmen ihre Ansprüche in Sachen Lkw-Kartell“ an das Inkassounternehmen abgetreten. „Registriert sind circa 120.000 betroffene Lkw, wovon 80.000 bis 90.000 in die erste Klage einbezogen werden“, sagt Rother. Daimler, Volvo/Renault und DAF wollten die Schadenersatzforderungen nicht kommentieren. Iveco und MAN bestreiten, dass Kunden  durch das Kartell  geschädigt wurden. Mögliche Ansprüche der Speditionen verjähren Ende 2018. Bis dahin will die Kanzlei Hausfeld in Zusammenarbeit mit dem Logistikverband BGL weitere Klagewillige gewinnen und dann eine zweite Klage einreichen.

Die genaue Schadenshöhe der ersten Klage steht laut Rother noch nicht fest: „Das ökonometrische Gutachten wird derzeit noch erarbeitet, so dass genaue Angaben zur Schadenshöhe derzeit noch nicht möglich sind. In jedem Fall wird es aber um einen hohen dreistelligen Millionenbetrag gehen.“

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