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Autobauer Erst Daimler, jetzt BMW?

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Schwere Aussetzer

Allein der dauerhaft schwache Dollar mit Kursen nahe 1,60 Dollar je Euro belastet BMW stärker als jeden anderen deutschen Hersteller. Über 20 Prozent der Gesamtproduktion landet in Nordamerika. Zwar versuchen die Bayern mit einer Ausweitung der US-Produktion als natürlicher Währungsabsicherung und sogenannten Kurssicherungsgeschäften gegenzusteuern. Doch „bei einem Dollar-Kurs von 1,60 gibt es nicht mehr viel abzusichern. Sie können das tun, aber das kostet so oder so ein Vermögen“, sagt ein Konzerninsider.

Dabei sollte ein milliardenschweres Sparprogramm und die Streichung von insgesamt 8100 Stellen – davon betroffen auch rund 3000 fest angestellte Mitarbeiter – eigentlich dazu führen, dass BMW ab 2012 wieder eine Umsatzrendite von soliden acht bis zehn Prozent schreibt. Auch die angestrebte Zusammenarbeit mit Alfa Romeo bei der nächsten Generation des Mini und der gemeinsame Einsatz von Komponenten sollen positiv zum Ergebnis beitragen. Doch das wirtschaftliche Umfeld trübt die Hoffnung auf eine schnelle Trendwende.

Wirklich positiv ist für BMW nur, dass die Bayern ihre Hausaufgaben beim Thema Verbrauchssenkung bereits gemacht haben. Dank des Spritsparbaukastens Efficient Dynamics hat BMW den durchschnittlichen Ausstoß des klimaschädlichen Gases CO2 im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 29 Gramm gesenkt und ist den von der EU für 2012 avisierten Zielen näher als die Stuttgarter Konkurrenz. „BMW hat das Geld für wichtige Spritspartechnologien schon ausgegeben, Daimler hat das zum Teil noch vor sich“, sagt Global-Insight-Berater Stürmer. Allein bis 2010 will Daimler rund 14 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung ausgeben.

Feindliche Übernahme droht

BMW-Mitarbeiter fürchten bereits, dass das Sparprogramm noch einmal deutlich verschärft wird. Auch in Stuttgart halten sich Gerüchte, dass ein neues Kostensenkungsprogramm auf dem Weg ist. Das könnte an das sogenannte Core-Programm anschließen, das in den vergangenen Jahren von Ex-Mercedes-Chef Eckhard Cordes und seinem Nachfolger Zetsche durchgezogen wurde und dem mehrere Tausend Arbeitsplätze zum Opfer fielen.

Auch wenn es diesmal so weit nicht kommt: Dass die Zeiten auch unter dem Stern wieder ungemütlicher werden, ist nach der Schockwelle vom Donnerstag anzunehmen. Zumal ein niedriger Aktienkurs im Fall Daimler das Risiko einer feindlichen Übernahme deutlich ansteigen lässt. Allein deshalb dürfte Zetsche bei der Kurspflege wenig kompromissbereit sein.

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