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Autoindustrie Toyotas Rückrufe zeigen Grundprobleme der Autobranche auf

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Längst nicht alle Hersteller widmen den Risiken die notwendige Aufmerksamkeit. Wie eine Studie des Beratungsunternehmens BrainNet zum Risikomanagement ergab, sind sich nur 41 Prozent der befragten Unternehmen bewusst, dass Probleme bei Lieferanten auch zu einer – womöglich sogar existenziellen – Bedrohung für den Hersteller werden können.

„Das Lieferantenrisiko wird immer noch unterschätzt, es gibt nach wie vor viele Einkäufer, die ihre Lieferanten als Risikopuffer betrachten“, warnt Sven Marlinghaus, Spezialist für strategischen Einkauf und Partner bei BrainNet. Darum sei die Konzentration des Einkaufsvolumens auf nur wenige oder gar einen Zulieferer gefährlich: Sinnvoll sei diese sogenannte Single-Sourcing-Strategie lediglich bei komplizierten Teilen. „Beim Einkauf von Schrauben bringt das nichts.“

Autobauer reagieren viel zu spät

Branchenkenner haben eine weitere Ursache für die häufigen Rückrufe ausgemacht. „Die Pannen sind häufig seit Monaten bekannt, aber es wird aus Angst vor zusätzlichen Kosten oder dem Imageverlust viel zu spät reagiert“, sagt Unternehmensberater Wimmer. Und aus Furcht vor Konsequenzen meldet niemand Probleme und Fehler sofort, sondern versucht sie auf eigene Faust zu lösen. „Die Zahl der Rückrufe“, prophezeit der Verkaufschef eines großen Autozulieferers im Rheinland, „wird deshalb in den kommenden Jahren noch steigen.“

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