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Deutsche Bank Der Aktionärs-Druck auf Achleitner wächst

Deutsche-Bank-Aktionäre erhöhen den Druck auf Paul Achleitner Quelle: REUTERS

Die Amtszeit des Deutsche-Bank-Aufsichtsratschefs Paul Achleitner läuft noch bis 2022. Ob er sich allerdings so lange halten kann, ist mehr als ungewiss. Gleich mehrere Großaktionäre fordern seine vorzeitige Ablösung.

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Wenige Tage vor der mit Spannung erwarteten Hauptversammlung drängen einige Großaktionäre der Deutschen Bank Insidern zufolge Aufsichtsratschef Paul Achleitner zu einem vorzeitigen Abgang. Sie forderten eine Nachfolge-Regelung für Achleitner, um den Österreicher vorzeitig ablösen zu können, sagten zwei mit der Sache vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Achleitners Amtszeit läuft 2022 aus.

Ein Sprecher der Deutschen Bank lehnte eine Stellungnahme ab, auch im Namen des Aufsichtsratschefs.

Achleitner steht seit 2012 an der Spitze des Aufsichtsrats. Seit seinem Amtsantritt ist der Aktienkurs um gut 70 Prozent gefallen – ein Ende der Talfahrt ist nicht in Sicht. Am Dienstag rutschte die Aktie auf ein neues Rekordtief von 6,58 Euro ab. Auch die mehrfachen Chefwechsel und Strategieänderungen lasten Kritiker dem 62-jährigen an. „Es ist Zeit, dass Achleitner die Verantwortung übernimmt“, sagte einer der Insider.

Der Deutschen Bank steht am Donnerstag einmal mehr eine turbulente Hauptversammlung bevor. Erstmals haben die beiden mächtigen Stimmrechtsberater Glass Lewis und Institutional Investor Services (ISS) den Anteilseignern empfohlen, Vorstand und Aufsichtsrat der Bank nicht zu entlasten. Das hätte zwar noch keine unmittelbaren rechtlichen Folgen, käme aber einer schallenden Ohrfeige für das Management gleich – nur gut ein Jahr, nachdem mit der Beförderung von Christian Sewing auf den Chefsessel eigentlich ein Neuanfang gelingen sollte. Am Votum von ISS und Glass Lewis orientieren sich viele institutionelle Anleger wie Fonds oder Pensionskassen aus den USA und Großbritannien.

Aufsichtsratschef Achleitner steht auf den Aktionärsversammlungen fast schon traditionell unter Beschuss. Bislang hatten die Großaktionäre ihm aber die Treue gehalten. Obwohl sich auch im vergangenen Jahr bereits heftige Kritik an Achleitner entzündet hatte, stimmten letztendlich über 84 Prozent für eine Entlastung. Für eine Abwahl von Achleitner – die auch in diesem Jahr zur Abstimmung steht – votierten damals lediglich gut neun Prozent der Anleger.

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