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Deutsche BankUS-Gericht lässt Blackrock-Klage zu

Der Ärger um das US-Hypothekengeschäfte ist für die Deutsche Bank noch nicht ausgestanden. Blackrock, der zweitgrößte Aktionär der Frankfurter, hat einen juristischen Teilerfolg gegen die Bank erzielt. 24.01.2017 - 13:50 Uhr

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, John Cryan

Foto: dpa

Gegen die Deutsche Bank gibt es Tausende Klagen, aber diese ist eine der brisantesten: Ihr zweitgrößter Aktionär Blackrock hat die Bank wegen Tricksereien auf dem US-Immobilienmarkt verklagt - und nun einen juristischen Teilerfolg erzielt.

Ein New Yorker Gericht lässt eine Sammelklage von Blackrock und der Allianz -Fondstochter Pimco gegen Deutschlands größtes Geldhaus zu, wenn auch nicht in allen Punkten. Laut Gerichtsunterlagen geht es um hypothekenbesicherte Wertpapiere im Volumen von gut 2,6 Milliarden Dollar. Die Deutsche Bank wollte sich zu dem Fall am Dienstag nicht äußern.

Blackrock und Pimco werfen der Deutschen Bank vor, "wesentliche Pflichten" als Treuhänder von 62 Finanzvehikeln verletzt zu haben, die zwischen 2004 und 2008 gegründet wurden und solche komplexen Bonds ausgaben. Beiden Vermögensverwaltern sei dadurch "ein signifikanter finanzieller Schaden" entstanden. Es handelt sich um eine von vielen Klagen, in der Investoren Geldhäusern vorwerfen, sie nicht ausreichend über das Ausfallrisiko von US-Immobilienkrediten informiert zu haben, die den Wertpapieren zugrundelagen. Details über die Klagezulassung und weitere Forderungen von Klägern will der zuständige Richter Jesse Furman am 2. Februar verkünden. Am selben Tag will die Deutsche Bank ihr Jahresergebnis bekanntgeben.

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Der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock ist mit einem Anteil von gut fünf Prozent hinter der Herrscherfamilie Al-Thani aus Katar zweitgrößter Aktionär der Deutschen Bank. Auch der Mutterkonzern von Pimco, der Versicherer Allianz, gehört nach Reuters-Daten zu den größten 30 Investoren der Bank.

Der von Blackrock und Pimco angestrengte Prozess zeigt, dass der US-Hypotheken-Skandal für die Deutsche Bank auch nach der Einigung mit den US-Behörden noch nicht ausgestanden ist. Das US-Justizministerium verdonnerte das Geldhaus in der vergangenen Woche zu einer Strafe von insgesamt 7,2 Milliarden Dollar und beschrieb in einem Bericht sehr anschaulich, wie das Institut durch seine windigen Geschäfte einst zum Ausbruch der internationalen Finanzkrise beigetragen hat.

Immobilienbanken und Kreditvermittler vergaben Anfang des Jahrtausends massenhaft Hypotheken an Familien, die zwar unbedingt ein Haus haben wollten, es sich aber eigentlich nicht leisten konnten. Die Deutsche Bank und andere Investmentbanken witterten das große Geschäft: Sie kauften die Hypotheken auf, bastelten daraus Wertpapiere und verkauften diese dann als vermeintlich sicheres Investment weltweit an große Anleger weiter. Als die Immobilienkredite später massenhaft ausfielen, platzte die Blase und die Bonds wurden auf einen Schlag wertlos, die Finanzkrise brach aus. Was im Falle der Deutschen Bank besonders schwer wiegt: Intern wettete sie schon länger auf den großen Crash.

rtr
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