Quartalszahlen: DWS erhöht Rückstellungen um 20 Millionen Euro
Die Deutsche-Bank-Tochter erwartet, dass das verwaltete Vermögen am Ende des Jahres und die bereinigten Kosten für 2023 gegenüber dem Vorjahr nur leicht ansteigen.
Foto: ReutersDie mit Vorwürfen des Etikettenschwindels bei nachhaltigen Kapitalanlagen konfrontierte Deutsche-Bank-Fondstochter DWS hat ihre Rückstellungen um netto 20 Millionen Euro erhöht. Das geht aus dem am Mittwoch veröffentlichten Halbjahresbericht des Unternehmens hervor.
Demnach wurden seit Januar für operationelle Risiken neue Rückstellungen in Höhe von zwei Millionen und für sonstige Risiken neue Rückstellungen von 21 Millionen Euro gebildet. Verwendet wurden eine und aufgelöst drei Millionen Euro. Ein Sprecher verwies auf Rundungsdifferenzen bei diesen Beträgen und wollte sich zur Aufschlüsselung nicht äußern.
Die DWS erklärte in ihrem Bericht, sie befinde sich in fortgeschrittenen Gesprächen mit der US-Aufsichtsbehörde SEC, um deren Untersuchung im Zusammenhang mit sogenannten Greenwashing-Vorwürfen abzuschließen. Der Ausgang stehe noch nicht fest. Ein Sprecher erklärte, die Rückstellungen stünden nicht nur im Zusammenhang mit der SEC.
Seit 2021 gehen Behörden in den USA und Deutschland Vorwürfen nach, die Deutsche-Bank-Tochter habe grüne Fonds nachhaltiger dargestellt, als sie tatsächlich waren. Die DWS hatte die Vorwürfe zurückgewiesen, aber Bußgelder als Folge der Untersuchungen nicht ausgeschlossen. Zum Jahreswechsel hatte die DWS Rückstellungen für zivile Verfahren in Höhe von acht Millionen Euro ausgewiesen. Dieser Posten blieb Ende Juni unverändert.
Im zweiten Quartal stieg der bereinigte Vorsteuergewinn gegenüber dem ersten Quartal um 27 Prozent auf 260 Millionen Euro. Die bereinigten Erträge kletterten im Quartalsvergleich um zehn Prozent auf 668 Millionen Euro. Das verwaltete Vermögen legte aufgrund von Marktentwicklungen und Nettomittelzuflüssen in den drei Monaten bis Ende Juni auf 859 Milliarden Euro von 841 Milliarden Euro zu.
Die DWS erwartet nun, dass das verwaltete Vermögen am Ende des Jahres und die bereinigten Kosten für 2023 gegenüber dem Vorjahr nur leicht ansteigen. Im übrigen bleibe der Ausblick unverändert.