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Accor-Chef Sébastien Bazin "Wir müssen uns in China beeilen"

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"225 Millionen für die Digitalisierung"

Das klingt nach teuren Investitionen.
Allerdings, aber es gibt keine Alternative. Die Digitalisierung führt dazu, dass unser Geschäft viel mehr vom Kunden getrieben wird. Bei Accor werden wir dafür in den kommenden fünf Jahren 225 Millionen Euro investieren. Das sichert unser Geschäft, und das macht uns unabhängiger von Booking.com oder HRS. Die kassieren bisher in der Hotelbranche bis zu 20 Prozent Provision. Jede Buchung, die direkt hereinkommt, verbessert unsere Rendite. Kleine Privathotels werden es aber schwer haben, die notwendigen Investitionen für die Digitalisierung aufzubringen. Wir bei Accor sind große Jungs, wir werden das schaffen.

In diesen Städten sind Hotels am teuersten
Platz 10: Monte CarloAuf Freizeit- und Geschäftsreisen sorgen die Ausgaben für die Unterkunft für die höchsten Kosten. Einer Studie von GoEuro zufolge übersteigen die Unterkunftsausgaben die Transport- und Verpflegungskosten um 25 beziehungsweise 40 Prozent. Das Unternehmen hat hierfür rund 60.000 Unterkünfte in 150 Städten unter die Lupe genommen und daraus einen Unterkunftspreis-Ranking erstellt. In der Rangliste der teuersten Hotels und Hostels belegt Monte Carlo dabei den zehnten Platz. Während man in Hostels mit 19 Euro pro Nacht noch recht günstig wegkommt, fallen Fünf-Sterne-Hotels mit einem Preis von 408 Euro pro Nacht sehr stark ins Gewicht. Fünf-Sterne-Hotel: 408 Euro* Vier-Sterne-Hotel: 215 Euro* Drei-Sterne-Hotel: 128 Euro* Zwei-Sterne-Hotel: 95 Euro* Ein-Stern-Hotel: 25 Euro* Hostel: 19 Euro* Durchschnitt: 107 Euro** *Preis pro Nacht** Fünf-Sterne-Hotels werden beim Durchschnittspreis ausgenommen Quelle: REUTERS
Platz 9: San FranciscoEines der Wahrzeichen von San Francisco ist die Golden-Gate-Bridge. Die Hängebrücke ist ein Magnet für zahlreiche Touristen. Doch wer in der Stadt Urlaub machen will, muss ein dickes Portemonnaie haben. Selbst Hotels mit nur einem Stern kosten pro Nacht im Schnitt rund 65 Euro. Wer günstiger unterkommen möchte, sollte auf Hostels zurückgreifen. Hier werden durchschnittlich 24 Euro pro Nacht verlangt. Fünf-Sterne-Hotel: 364 Euro Vier-Sterne-Hotel: 173 Euro Drei-Sterne-Hotel: 149 Euro Zwei-Sterne-Hotel: 125 Euro Ein-Stern-Hotel: 65 Euro Hostel: 24 Euro Durchschnitt: 113 Euro Quelle: AP
Platz 8: DubaiDie Mega-City in der Wüste zieht mit ihren spektakulären Bauwerken zahlreiche Touristen an. Vor allem das Burji Kalifa, mit über 800 Metern das höchste Bauwerk der Welt, gehört zu den Hauptattraktionen Dubais. Allerdings hat ein Urlaub in der Wüstenstadt ihren Preis. Die Unterkunft in einem durchschnittlichen Hotel mit drei Sternen schlägt mit 130 Euro zu Buche. Fünf-Sterne-Hotel: 249 EuroVier-Sterne-Hotel: 163 Euro Drei-Sterne-Hotel: 130 Euro Zwei-Sterne-Hotel: 109 Euro Ein-Stern-Hotel: 67 Euro Hostel: 32 Euro Durchschnitt: 114 Euro Quelle: REUTERS
Platz 7: VenedigDie Lagunenstadt hat ein existenzielles Problem. Durch die globale Erderwärmung und den gleichzeitigen Anstieg des Meeresspiegels droht Venedig zu versinken. Um einem ähnlichen Schicksal wie Atlantis zuvorzukommen, müssen teure Erhaltungsmaßnahmen in Angriff genommen werden. Bei den Touristen ist Venedig nichtsdestotrotz hoch im Kurs. Besonders teuer ist ein Luxusurlaub in der italienischen Stadt. Ein Hotel mit fünf Sternen muss mit 313 Euro, eine vier-Sterne-Unterkunft mit immerhin noch 210 Euro pro Nacht bezahlt werden. Fünf-Sterne-Hotel: 313 Euro Vier-Sterne-Hotel: 210 Euro Drei-Sterne-Hotel: 124 Euro Zwei-Sterne-Hotel: 105 Euro Ein-Stern-Hotel: 103 Euro Hostel: 26 Euro Durchschnitt: 117 Euro Quelle: AP
Platz 6: BostonDas am Mystic und Charles River gelegene Boston ist eine der wohlhabendsten Städte in den USA. Doch Boston beherbergt nicht nur wirtschaftlichen Reichtum. Auch im Bereich der Bildung ist die Stadt herausragend. Im Großraum der Stadt befinden sich zwei der renommiertesten Universitäten der Welt: Die Harvard University und das MIT. Ungewöhnlich für eine Großstadt in den USA ist die niedrige Kriminalitätsrate. Touristen können daher bedenkenlos Urlaub in Boston machen. Kopfzerbrechen dürften lediglich die Preise für eine Unterkunft bereiten. Fünf-Sterne-Hotel: 202 Euro Vier-Sterne-Hotel: 147 Euro Drei-Sterne-Hotel: 125 Euro Zwei-Sterne-Hotel: 103 Euro Ein-Stern-Hotel: 82 Euro Hostel: 34 Euro Durchschnitt: 118 Euro Quelle: AP
Platz 5: NassauMit dem Atlantis Paradise Island Casino & Resort liegt in Nassau, Bahamas größter Stadt, einer der größten Hotelkomplexe der Welt. Touristen, die in Nassau Urlaub machen, kommen in den Genuss von paradiesischen Zuständen. Die jährliche Durchschnittstemperatur beträgt knapp 25 Grad Celsius und die Wassertemperatur liegt bei über 26 Grad. Die klimatischen Bedingungen haben allerdings ihren Preis. Wer in einem Fünf-Sterne-Hotel übernachten möchte, muss über 400 Euro pro Nacht bezahlen. Fünf-Sterne-Hotel: 434 Euro Vier-Sterne-Hotel: 203 Euro Drei-Sterne-Hotel: 176 Euro Zwei-Sterne-Hotel: 96 Euro Ein-Stern-Hotel: 78 Euro Hostel: 30 Euro Durchschnitt: 120 Euro Quelle: Handelsblatt Online
Platz 4: MiamiVor den Stränden Miamis türmen sich die Hotels. Doch wer den Blick auf das Meer genießen möchte, muss sehr tief in die Tasche greifen – vor allem wenn man es sich in einem Luxushotel gut gehen lassen will. Für ein Hotel mit fünf Sternen müssen Touristen über 500 Euro pro Nacht hinblättern. Selbst spartanische Hostels verlangen hohe Preise. Eine Nacht in einem Hostel kostet rund 42 Euro. Fünf-Sterne-Hotel: 545 EuroVier-Sterne-Hotel: 249 Euro Drei-Sterne-Hotel: 173 Euro Zwei-Sterne-Hotel: 105 Euro Ein-Stern-Hotel: 82 Euro Hostel: 42 Euro Durchschnitt: 134 Euro Quelle: dpa

Accor hat 2014 einen Rekordgewinn von mehr als 600 Millionen Euro vor Zinsen und Steuern erzielt. Eine Folge Ihres Sparprogramms, oder hat vor allem der schwache Euro die Geschäfte beflügelt?
Mit dem Euro hat dieser Erfolg nichts zu tun, auch wenn mehr als zwei Drittel unserer gut 3.700 Hotels in Europa liegen. Geholfen hat uns die günstige wirtschaftliche Entwicklung. In Deutschland und Großbritannien sind die Zimmererträge gestiegen, auch Südeuropa hat sich erholt. Unser Sparprogramm hat ebenfalls geholfen. Das gute Ergebnis ist aber vor allem eine Folge des Strategiewechsels, den wir vor gut einem Jahr vollzogen haben.

Sie meinen Ihre Entscheidung, wieder vermehrt in eigene Hotels zu investieren? Die meisten Ketten konzentrieren sich ja auf das Betreibergeschäft und haben sich von Hotelimmobilien getrennt, weil die zu viel Kapital binden.
Viele waren von unserem Kurswechsel überrascht, weil sie unsere Entscheidung nicht wirklich verstanden haben. Wie unsere großen Mitbewerber haben wir Hotelmanagement und Immobilienverwaltung unter einem Dach betrieben, obwohl das zwei verschiedene Paar Schuhe sind. In der Konsequenz führt das oft dazu, dass der Immobilienbereich vernachlässigt wird und von der Rendite her weit unter seinen Möglichkeiten bleibt. Wir behalten beide Sparten mit stark unterschiedlichen Expertisen zwar unter dem gemeinsamen Accor-Dach, trennen sie aber sauber voneinander: Hotel Invest kümmert sich um das Immobilienportfolio, das Betreibergeschäft wird im Bereich Hotel Services gebündelt.

Erfolgreicher Umbau: Entwicklung der Umsatzrendite bei Accor. (zum Vergrößern bitte anklicken)

Sind schon Erfolge sichtbar?
Früher war Accor als Hotelbetreiber spitze, im Immobiliengeschäft haben wir die Chancen nicht genutzt und Geld verschenkt. Seitdem wir die Bereiche getrennt führen und einige Hotels gekauft haben, ist die Rendite des Immobilienbereichs von vier auf gut sechs Prozent gestiegen – und sie wird in den kommenden zwei Jahren weiter steigen. Mein Ziel ist, Accor in beiden Bereichen an die Weltspitze zu führen.

Bei niedrigen Zinsen ist es allerdings auch einfacher, mit Immobilien Geld zu verdienen, weil die Finanzierung billig ist.
Die Zinsen beeinflussen unsere Strategie nicht. Sie beeinflussen die Dynamik des Kaufens und Verkaufens. Es geht darum, das Immobiliengeschäft zu professionalisieren, um einen hohen Cash-Flow zu generieren. Wir kaufen Immobilien nicht nur, um sie zu besitzen, sondern um einen hohen Ergebnisbeitrag zu erwirtschaften.

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