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Deag und Capricorn Rockfestival am Nürburgring droht das Aus

Exklusiv

Weil der Rennstreckenbetreiber Capricorn Nürburgring (CNG) und Konzertveranstalter Deag auf keinen gemeinsamen Nenner kommen, könnte der Vertrag für das Festival "Der Ring – Grüne Hölle Rock" bald aufgelöst werden.

Das bisherige Nürburgring-Festival

Am 17. März 2015 unterschreibt Peter Schwenkow einen kurzen Brief, nur eineinhalb Seiten lang, aber vollgeladen mit Sprengstoff. Der Chef des Berliner Konzertveranstalters Deag wendet sich an die Geschäftsführung der Nürburgring-Betriebsgesellschaft Capricorn Nürburgring GmbH (CNG). An der Rennstrecke soll am letzten Maiwochenende das Rockfestival „Der Ring – Grüne Hölle Rock“ stattfinden.

So jedenfalls lautete bisher der Plan. Doch die CNG ist mit dem Partner Deag unzufrieden und will schon vor der ersten Austragung raus aus dem Fünfjahresvertrag, hat bereits eine Auflösung des Kontrakts gefordert. Das aber weist Schwenkow scharf zurück: „Den Bedingungen der von Ihnen vorgeschlagenen Vertragsaufhebung“ könne er nach Rücksprache mit dem Aufsichtsrat „nicht zustimmen.“ 

Denn bis Mitte März, so listet Schwenkow auf, waren erst schlappe 800.000 Euro an Vorverkaufserlösen eingegangen, an Kosten aber bereits mehr als 3,5 Millionen Euro aufgelaufen. 2,68 Millionen davon entfallen auf Vorauszahlungen für Künstlergagen, 843.000 Euro auf sonstige Kosten. Schwenkow weist zudem darauf hin, dass Ende März die nächste Vorabzahlung für Künstlergagen von fast 1,27 Millionen Euro ansteht. Doch die Vorverkaufserlöse, heißt es weiter, reichen nicht aus, um die Vorkosten zu decken.

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Deshalb gibt Schwenkow eine Kontonummer an und fordert die CNG auf, innerhalb einer kurzen Frist „Liquidität zur Verfügung zu stellen.“ Auf Nachfrage dazu stellt Schwenkow klar, dies bedeute kein Liquiditätsproblem. Allerdings seien bisher alle Künstlergagen von der Deag bezahlt worden, wogegen eine hälftige Aufteilung der Kosten vereinbart worden sei. „Jetzt sind die mal dran, sich zu beteiligen.“ Ein CNG-Sprecher wollte dazu nicht Stellung nehmen.

Krisentreffen kommende Woche

Das Tischtuch zwischen den Partnern ist völlig zerschnitten, sogar eine Absage des Festivals steht im Raum. Auf Nachfrage, ob er eine Absage ausschließen könne, sagt ein CNG-Sprecher nur: „Kein Kommentar.“ Schwenkow bestätigt dagegen auf Anfrage, dass er eine Verlegung des Festivals in Erwägung zieht. Obwohl es nur noch zwei Monate bis zum Festival sind, werden alternative Ausrichtungsorte für die Veranstaltung 2015 geprüft. Über eine Ausfallversicherung sieht Schwenkow die Deag zudem gut abgesichert. Bis zur kommenden Woche soll sich die Zukunft des Festivals klären – und dabei, so klingt auf beiden Seiten durch, dürfte es noch „richtig knallen.“

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Für die Deag kommt der Festivalärger äußerst ungelegen. Im November hatten die Berliner einen „Wachstumsschub“ durch den „massiven Eintritt in den Rockfestivalmarkt“ angekündigt. Drei neue Festivals sollten der künftige Umsatztreiber werden. Neben „Der Ring“ läuft am letzten Maiwochenende parallel „Rockavaria“ im Münchner Olympiapark. Eine Woche später folgt „Rock in Vienna“ auf der Wiener Donauinsel.

Metallica, Muse und Kiss sollen Zehntausende zu den Festivals locken. Massiv und wachsend sind derzeit allerdings vor allem die Probleme im Festivalgeschäft. Der Vorverkauf läuft holprig, die Strategie geht nicht wie geplant auf.

Anfang Februar hatte die Deag eine Statistik der verkauften Tickets für „Der Ring“ erstellt. Über alle Verkaufskanäle hinweg waren damals insgesamt nur rund 7500 Tickets verkauft. Schwenkow will sich zu der Zahl auf Nachfrage nicht äußern. Neuerdings bietet Deag auch Tagestickets an, für jedes Festival sind seit 11. März 30.000 Tagestickets erhältlich, für jeden Festivaltag je 10.000 Stück.

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