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Ex-Verdi-Chef Frank Bsirske verlässt Aufsichtsräte – Nachfolge scheint klar

Der frühere Chef der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, bei der Hauptversammlung der Deutschen Bank 2019. Quelle: imago images

Gewerkschafter Frank Bsirske war einer der wichtigsten Akteure im Aufsichtsrat der Deutschen Bank. Das Mandat gibt er wegen seiner politischen Ambitionen auf. Seine Nachfolger scheint klar – anders als bei Aufsichtsratschef Paul Achleitner.

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Der frühere Chef der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, gibt seine verbliebenen Aufsichtsratsposten auf. „Die nächste Aufsichtsratssitzung der Deutschen Bank wird meine letzte sein“, sagte der 69-Jährige der WirtschaftsWoche. Hintergrund ist seine Kandidatur für den Deutschen Bundestag. Bsirske tritt in Wolfsburg an und steht auf der Landesliste der Grünen in Niedersachsen auf Platz 6. Damit dürfte er höchstwahrscheinlich dem nächsten Parlament angehören.

Mit dem Antritt des Mandats werde er aus dem Aufsichtsrat der Deutschen Bank ausscheiden, sagte Bsirske. Regulär wäre seine Amtszeit bis 2023 gelaufen. Als Mitglied im Präsidial- und Nominierungsausschuss zählte Bsirske zu den wichtigsten Aufsichtsräten des Instituts. Dem Gremium gehört er seit 2013 an.

Zur Frage der Nachfolge will sich Verdi nicht äußern. Dabei ist diese bei der Deutschen Bank eigentlich klar. Ersatzvertreter Bsirskes ist seit der Wahl der 2018 der Arbeitsrechtler Jens Schubert. Der 1969 geborene Jurist leitete bis Ende vergangenen Jahres den Bereich Recht und Rechtspolitik bei der Gewerkschaft. Seit Anfang des Jahres ist er Vorstandsvorsitzender des AWO Bundesverbandes. Ein anderer Kandidat oder eine Kandidatin käme nur in Betracht, wenn Schubert auf den Posten verzichtet. Klarheit dürfte die zweitägige Aufsichtsratssitzung der Deutschen Bank an diesem Mittwoch und Donnerstag bringen.



Dort könnte noch eine weitere Personalie auf der Agenda stehen. Denn auch die Nachfolge von Aufsichtsratschef Paul Achleitner ist weiterhin offen. Seine Amtszeit endet im kommenden Mai. Mit Deutsche-Börse-Chef Theodor Weimer, dem früheren PwC-Deutschlandchef Norbert Winkeljohann und dem früheren VW-Finanzchef Frank Witte gibt es drei interne Kandidaten für den Posten. Die beiden ersteren haben jedoch durchblicken lassen, dass sie für den Posten kaum zur Verfügung stehen. Witte halten einige Investoren für zu unerfahren im Investmentbanking. Schon vor Wochen hieß es zudem in seinem Umfeld, dass er überrascht darüber gewesen sei, in diesem Zusammenhang genannt zu werden.

Bei einem Großaktionär hieß es zuletzt, Achleitner habe es als Option bezeichnet, seine Amtszeit für eine Übergangsphase zu verlängern. In seinem Umfeld und im Umfeld der Deutschen Bank wird das zurückgewiesen. Auch externe Kandidaten sollen mittlerweile in Betracht kommen.

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Im Aufsichtsrat von RWE sitzt Bsirske bereits seit 2001, seine Amtszeit wäre regulär bereits vor einigen Wochen ausgelaufen. Coronabedingt wurde die Wahl der Vertreter der Arbeitnehmerseite jedoch zweimal verschoben. In den kommenden Tagen wird die Wahl der Arbeitnehmervertreter nachgeholt. „Damit endet meine Mitgliedschaft im Aufsichtsrat der Gesellschaft“, sagte Bsirske.

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