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Flughafen Leipzig/Halle Vom Hoffnungsträger zur Investitionsruine

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Zu wenig Geld

Die größten Flughäfen Europas
Platz 8: London Gatwick Quelle: AP
Platz 9: Barcelona El Prat Quelle: dapd
Platz 8: Fiumicino, Rom Quelle: Reuters
Platz 6: Istanbul, Atatürk-Airport Quelle: REUTERS
Platz 6 München Quelle: dpa
Platz 5: 49,7 Millionen: Madrid-Barajas Quelle: Reuters
Platz 4: Amsterdam - Schiphol Quelle: Reuters

Leidtragender ist der Airport. 2007, vor dem Frachtboom lag das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit bei minus 38 Millionen Euro, knapp die Hälfte des Umsatzes. 2010, im bislang letzten veröffentlichen Abschluss, waren es minus 62,4 Millionen – zwei Drittel der 92,7 Millionen Umsatz. Seit 2006 summierten sich die Verluste auf knapp 300 Millionen Euro zulasten der öffentlichen Hand: Sachsen, Sachsen-Anhalt, Leipzig, Halle und Dresden.

Vorbild Dresden

Aus Sicht des Flughafens liegt das vor allem an den gut 47 Millionen Euro Abschreibungen für die Neubauten, der unsicheren Konjunktur, den hohen Rabattforderungen der Fluglinien und dass der Flughafen schwer erreichbar ist, weil die Deutsche Bahn bislang statt ICEs nur Regionalzüge am Flughafen halten lässt. Doch das hält ein Insider für „ein Lexikon der Ausreden“. So gab es auch ohne die Abschreibungen 2010 ein operatives Minus von 17 Millionen Euro. Zudem sinkt der Umsatz aus Einzelhandel und Büromieten, weil der Flughafen im Gegensatz zu anderen Airports kaum Touristen von außerhalb anlockt, die vor der Heimreise in Duty-free-Läden einkaufen.

Aus Sicht des Insiders bekommt Leipzig zu wenig Geld von DHL und Co. Die zahlen nicht nur relativ geringe Landegebühren, sondern durften ihre Hallen auch selbst bauen, statt sie wie anderswo vom Flughafen mieten zu müssen. Dazu hat es Leipzig versäumt, mit Berlin-Schönefeld um den wachsenden Billigflugverkehr zu konkurrieren oder sich als Urlaubsziel zu vermarkten wie das nahe Dresden, das auf Einkaufsreisende vor allem aus Russland setzt.

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Zwar gelobt Leipzig/Halle Besserung. „Bis 2015 möchte der Flughafen das Passagieraufkommen auf drei Millionen Fluggäste steigern“, heißt es im Geschäftsbericht. Zudem sollen die Verluste in diesem Jahr deutlich sinken. Dafür sorgen sollen Fluglinien wie Turkish Airlines und Ryanair, die vom Frühjahr an erstmals hier starten.

Doch das dürfte schwer werden. Billigflieger Ryanair zahlt den Flughäfen in der Regel fast keine Gebühren. Air France hat Leipzig aus dem Flugplan gestrichen, und Lufthansa wird kleinere Flieger einsetzen. „Leipzig“, so ein hochrangiger Lufthanseat, „rechnet sich für uns derzeit nicht so recht.“

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