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Für mehr Profitabilität Vapiano prüft Standortschließungen

Vapiano prüft Standortschließungen Quelle: REUTERS

Erst vergangene Woche hatte Vapiano nach zwei Gewinnwarnungen sein vorläufiges Jahresergebnis für 2018 vorgelegt. Die Zahlen zeigten: Vapiano blieb hinter seinen eigenen Zielen zurück. Jetzt soll gegengesteuert werden.

Die nach schlechten Geschäftszahlen unter Druck stehende Restaurantkette Vapiano schließt auch Standortschließungen nicht aus. „Es wird auch Schließungen geben, wenn wir sehen, dass die gewünschte Profitabilität nicht erreicht ist“, sagte Vorstandschef Cornelius Everke der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

„Wir fokussieren uns auf unseren Kernmarkt Europa“, sagte der seit Anfang Dezember amtierende Vorstandschef, der das börsennotierte Unternehmen mit einer Neuausrichtung wieder in die Spur bringen will. Die Investitionen sollen den Angaben zufolge von den bisher geplanten 70 Millionen Euro unter die Marke von 40 Millionen Euro sinken. Zwar solle es auch 2019 eine zweistellige Zahl von Neueröffnungen vor allem in Deutschland, Frankreich und Österreich geben, aber nicht im ursprünglich avisierten Umfang von 40 Standorten.

Der Vapiano-Chef kritisierte Fehler der Vergangenheit: „Wir haben uns verzettelt in unserer schnellen Expansion.“ Das Tempo sei zu hoch gewesen. „Wenn wir es verlangsamen, hilft das der Profitabilität.“ Allein im vergangenen Jahr wuchs das Filialnetz um 32 Restaurants auf 231 Standorte in 33 Ländern. Derzeit führt der Vorstand den Angaben zufolge Gespräche mit den finanzierenden Banken. „Im März soll die langfristige Finanzierung stehen“, sagte Everke dem Blatt.

Erst am Montag waren die Aktien um mehr als 11 Prozent auf zuletzt 5,50 Euro abgerutscht, nachdem Vapiano Freitag nach Börsenschluss miese Zahlen vorgelegt hatte: Sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) war das Unternehmen 2018 laut den vorläufigen Kennziffern unter den eigenen Zielen geblieben. Vapiano hatte die eigenen Prognosen für 2018 zuerst im September und dann nochmals im November gesenkt und zuletzt den Chef ausgetauscht.

Am Freitagabend verwies das erst im Sommer 2017 an die Börse gegangene Unternehmen schließlich auf eine „nicht zufriedenstellende operative Entwicklung des vierten Quartals 2018 sowie die schwache Entwicklung einiger neu eröffneter Restaurants“.

Der Aktienkurs spiegelt die schwache Geschäftsentwicklung. Im Vergleich zum Ausgabepreis von 23 Euro haben die Papiere mehr als drei Viertel ihres Wertes verloren. Der Abwärtstrend für den Kurs hatte sich mit dem gesenkten Ausblick ab September 2018 drastisch beschleunigt. Von Kursen um die 18 Euro stürzte die Aktie damals in weniger als einem Monat um gut die Hälfte ab. Mit an diesem Montag zeitweise erreichten 5,36 Euro sackte sie auf ein neuerliches Rekordtief.

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