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Glücksspielbranche Lottoland will Übernahme der Konkurrenz vereiteln – und steigt selbst ein

Die Schwesterfirmen Lotto24 und Zeal wollen sich wieder vereinigen. Dieses Szenario fürchtet Konkurrent Lottoland, der nun in den Poker einsteigt.

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Bislang trat Lottoland vor allem als sogenannte Zweitlotterie auf, verkaufte als Wetten auf die ausgelosten Lottozahlen. Quelle: dpa

München Gegen die Übernahme von Lotto24 durch den britischen Glücksspielanbieter Zeal gibt es neuen Widerstand: Der in Gibraltar ansässige Zeal-Konkurrent Lottoland will die Wiedervereinigung der Schwesterfirmen verhindern und hat dazu am Montag selbst vage „ein alternatives Angebot zur Übernahme bestimmter Unternehmensteile“ von Zeal bis Ende des Monats in Aussicht gestellt.

Lottoland bietet wie die Zeal-Gesellschaften MyLotto und Tipp24 sogenannte Zweitlotterien an, faktisch also Wetten auf die ausgelosten Lottozahlen in verschiedenen Ländern. Zeal will sich zumindest in Deutschland aber von diesem umstrittenen Geschäftsmodell verabschieden und künftig nur noch als Online-Vermittler für die staatlichen Lotteriegesellschaften auftreten. Dieses Geschäft hatte Lotto24 schon bisher betrieben.

Lottoland würde damit einen Mitstreiter im Kampf gegen die nationalen Lotteriemonopole wie in Deutschland verlieren. Um seine Absichten bei Zeal zu unterstreichen, hat sich Lottoland nach eigenen Angaben mit einem kleinen Aktienanteil bei Zeal eingekauft. Dieser liegt offenbar unter der Meldeschwelle von drei Prozent. Lottoland fordert, die Hauptversammlung von Zeal am 18. Januar zu verschieben, die über die Kapitalerhöhung für die Übernahme und die Befreiung des Lotto24-Großaktionärs, der Familie Günther, von einem Pflichtangebot entscheiden soll. Der kleine Vermögensverwalter Burren Capital, der ebenfalls in Gibraltar sitzt, hatte in der vergangenen Woche aufgerufen, die Beschlüsse abzulehnen.

Zeal will mit dem Strategiewechsel die Risiken reduzieren, nimmt dafür aber auch sinkende Margen in Kauf. Tipp24 operiert in Deutschland – dem größten Markt für Zeal – auf rechtlich wackliger Basis. Die Transaktion vernichte damit signifikante Werte, der Zeal-Vorstand handle nur im Interesse einer kleinen Gruppe von Aktionären, argumentiert die von dem Deutschen David von Rosen gegründete Lottoland.

Die Familie Günther, einer der größten Lotterie-Vermittler in Deutschland, hält allein 32,2 Prozent an Lotto24 und käme zusammen mit den Zeal-Anteilen von Günther-Holding-Chef Oliver Jaster auf mehr als 30 Prozent an der fusionierten Firma. Der Firmensitz soll nach der Übernahme von Großbritannien nach Deutschland zurückverlegt werden.

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