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Mitten in Coronakrise Tui-Reisebüros verlangen Gebühren von Kunden

In eigenen Reisebüros will der Konzern ab dem 17. Mai für bestimmte Dienstleistungen eine Servicepauschale erheben. Geplant ist ein Basistarif von 15 oder 29 Euro.

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Wegen der in vielen Ländern nur langsam anziehenden Impfkampagne und der dritten Corona-Welle fürchtet die Branche um ihr lukratives Sommer-Geschäft. Quelle: Reuters

Der arg von der Coronakrise gebeutelte Touristikriese Tui verlangt künftig von seinen Kunden in Deutschland Beratungsgebühren. In den rund 450 konzerneigenen Reisebüros werde man ab dem 17. Mai für bestimmte Dienstleistungen eine Servicepauschale erheben, erklärte der Konzern aus Hannover am Donnerstag. „In anderen Dienstleistungsbranchen ist es mittlerweile etabliert, dass guter Service honoriert wird“, erläuterte Hubert Kluske, Vertriebs- und Marketinggeschäftsführer der Tui Deutschland. In der Touristik sei dies bislang noch eine Ausnahme. Geplant sei ein Basistarif von 15 oder 29 Euro – je nach Gesamtreisepreis. Zudem gebe es ein Paket für 25 oder 39 Euro etwa für Zusatzleistungen oder Reservierungen für Aktivitäten im Hotel am Urlaubsort.

Ferner verweist der Konzern auf den Konkurrenten DER Touristik, der in seinen DER-Reisebüros bereits seit Ende 2020 eine Gebühr eingeführt habe. „Kunden schätzen den Service professioneller Reiseberater, daher sollte die Servicepauschale zum Marktstandard werden“, betonte Kluske. Tui Franchisepartner werden bei der Einführung von Gebühren unterstützt. Die Inhaber entscheiden demnach aber selbst darüber, ob, wann und wie sie dies umsetzen wollen.

Tui leidet wie die Lufthansa und andere Unternehmen aus Tourismus und Luftfahrt extrem unter der Virus-Pandemie mit den globalen Reiseeinschränkungen. Beide Konzerne mussten mit milliardenschweren Staatshilfen vor dem Aus gerettet werden. Wegen der in vielen Ländern nur langsam anziehenden Impfkampagne und der dritten Corona-Welle fürchtet die Branche um ihr lukratives Sommer-Geschäft, das bereits 2020 weitgehend ausgefallen war.

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