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Spezialwissen gefragt Berater sind die Profiteure des Handelsstreits

Berater sind im Handelsstreit gefragt. Etwa die Dienste von Beratern, die Unternehmen mit Expertise in Zoll-Fragen versorgen können. Quelle: imago images

Während US-Präsident Donald Trump den Welthandel zur Diskussion stellt, verdienen sich Berater, die Unternehmen mit Expertise in Zoll-Fragen versorgen können, eine goldene Nase.

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Der eskalierende Handelsstreit zwischen den USA und China wird für Beraterfirmen zur Goldgrube. Sei es Expertise im Management oder Spezialwissen in der Logistik, der sich verschärfende Konflikt beflügelt die Nachfrage nach Beratungsdienstleistungen. „Unser Wert war nie höher. Wenn ich mit Leuten spreche sind sie verzweifelt auf der Suche nach Expertise“, sagt etwa Robert Stein, Vize-Präsident von Mohawk Global Trade Advisors in den USA. Die auf internationalen Handel ausgerichtete Firma verzeichnet seit der Zuspitzung des Streits im ersten Quartal einen Anstieg der Beratungsleistungen um 20 Prozent.

Gefragt sind unter anderem die Dienste von Beratern, die Unternehmen mit Expertise in Zoll-Fragen versorgen können. Ein Thema ist die Rechtsberatung von Firmen, die wissen wollen, wie sich Produkte legal neu einstufen lassen, um Zöllen zu entgehen. In solchen Fragen ist die US-Firma Deringer Spezialist. Laut Amy Marcus, Deringer-Direktorin zuständig für Zollthemen, klopfen inzwischen mehr Kunden an, die hierin Hilfe suchen.

Das gilt für Consultancy-Gesellschaften in beiden Ländern. So nahm bei der chinesischen Beratungsgesellschaft ETCN nach eigenen Angaben im ersten Halbjahr die Zahl der US-Nutzer ihrer Internetseite um 40 Prozent zu. ETCN bietet unter anderem Hilfe in chinesischen Zollfragen an.

US-Präsident Donald Trump hatte China zur Wochenmitte angedroht, weitere Produkte des asiatischen Landes in einem Volumen von rund 200 Milliarden Dollar mit höheren Einfuhrzöllen zu belegen. China hatte daraufhin erklärt, komme es dazu, werde das Land mehr als 5000 US-Produkte im Importwert von 60 Milliarden Dollar mit Zöllen von bis zu 25 Prozent belegen. Zudem behielt sich die Regierung weitere Maßnahmen vor. Trump wertet seine Strategie, China und andere Handelspartner mit neuen oder höheren Importzöllen zur Abkehr von angeblich unfairen Handelspraktiken zu zwingen, als Erfolg. China spreche nun mit den USA über Handel, schrieb er auf Twitter. Das Land spüre inzwischen negative Folgen in der Wirtschaft. An der chinesischen Börse habe es hohe Verluste gegeben. „Unser Markt ist stärker als je zuvor, und er wird dramatisch zulegen, wenn diese schrecklichen Handelsdeals erfolgreich neu verhandelt worden sind“, merkte er an. Entweder andere Länder handelten mit den USA fairere Handelsverträge aus, oder sie müssten eben die höheren Zölle zahlen. „Wir gewinnen auf jeden Fall.“

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