Super Bowl 2024: 7 Millionen Dollar für 30 Sekunden Werbung: So befeuerte Taylor Swift den Super Bowl
Travis Kelce und Taylor Swift
Foto: APSieben Millionen US-Dollar kostete ein 30-sekündiger Werbespot in der Halbzeitpause des Super Bowls. Dennoch waren die kurzen Clips bei Unternehmen heiß begehrt. Denn es war das Sportevent des Jahres. Am 11. Februar trafen die Kansas City Chiefs auf die San Francisco 49ers.
Bereits vier Monate vor dem Endspiel der National Football League (NFL) hatte der ausstrahlende Sender CBS verkündet, dass alle Slots ausverkauft seien.
Gerd Nufer, Professor an der ESB Reutlingen und Direktor des Deutschen Instituts für Sportmarketing erklärt: „Die Super-Bowl-Werbeslots sind die begehrtesten auf der ganzen Welt.“
Und die steigende weltweite Beliebtheit spiegelt sich auch in den Zahlen der Kosten für den Werbespot wider. Während 2012 ein 30-sekündiger Clip 3,5 Millionen US-Dollar gekostet habe, zahlen die Unternehmen heute doppelt so viel:
Doch wieso sind die Werbeplätze so beliebt? Wieso sind die Slots so teuer? Die Antwort ist schnell gefunden. Der Super Bowl ist das weltweit größte Sportevent. Allein in den USA haben im vergangenen Jahr mehr als 100 Millionen Menschen das Spiel vor den heimischen Fernsehern verfolgt. Weltweit erreichte der Super Bowl 2023 etwa 800 Millionen Zuschauer.
Kein anderes Fernsehereignis kann mit diesen Zahlen mithalten. Der Eurovision Song Contest verzeichnete zwar im vergangenen Jahr einen neuen Rekord, erreichte aber gerade mal 162 Millionen Zuschauer. Jörg Tropp, Professor für Medien- und Kommunikationswissenschaft, ordnet ein: „Aufgrund der hohen TV-Reichweite ist das Sportereignis für die Werbung hochinteressant und relevant. Das gilt besonders für die Halbzeitpause, in der bekannte Stars auftreten.“
Durch die sogenannte Half-Time-Show (deutsch: Halbzeitshow) wird der Spannungsbogen auch bei der Werbeunterbrechung hochgehalten. Aber nicht nur durch den diesjährigen Auftritt von US-Sänger Usher blieben die Zuschauer auch bei der Pause aufmerksam, sondern auch wegen der Clips selbst. „Viele Unternehmen produzieren extra für dieses Event aufwändige, aufmerksamkeitsstarke Werbespots und engagieren bekannte Stars für ihre Spots“, erläutert Tropp.
In diesem Jahr konnten sich die Zuschauer beispielsweise auf Clips mit dem Fußballer Lionel Messi oder mit Victoria und David Beckham freuen. Auch deutsche Unternehmen schalteten bei dem Event am 11. Februar Werbung. Der Autobauer BMW hatte zuvor angekündigt, dass in seinem Clip Hollywood-Star Christopher Walken zu sehen sein wird.
Die Zuschauer werden beim Super Bowl einer für Werbung grundsätzlich untypischen „High-Involvement-Situation“ ausgesetzt. Gerd Nufer kommentiert: „Die Zuschauer freuen sich auf die Werbung in der Super Bowl Halbzeitpause und schauen sie gespannt an. Anders als bei einer normalen Werbeinsel wie zum Beispiel bei 'Wer wird Millionär'. Denn da nutzen viele Menschen die Zeit, um auf die Toilette oder zum Kühlschrank zu gehen, zappen temporär in ein anderes Programm oder widmen sich einem Second Screen.“
Taylor Swift als Zuschauermagnet für die NFL
In diesem Jahr kam noch ein weiterer Aspekt hinzu: Pop-Sängerin Taylor Swift. Denn seit Herbst vergangenen Jahres datet sie den Football-Spieler Travis Kelce von den Kansas City Chiefs. Seitdem die beiden ihre Beziehung öffentlich gemacht haben, verpasste Swift kaum ein Spiel im Stadion.
Dass der US-Superstar Ahnung von Vermarktung hat, zeigt ihre bisherige Laufbahn. Mit CDs, Filmen und Konzerttickets macht sie Millionen. Längst gilt die Sängerin als Milliardärin. Ein halbes Jahr vor ihren Auftritten in Deutschland sind bereits die Hotelpreise zu dem Zeitraum deutlich gestiegen, erste Restaurants sind ausgebucht und auf dem Zweitmarkt werden die Tickets zu astronomischen Preisen verkauft. Ökonomen sprechen gar von der „Swiftonomics“.
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Und auch der NFL-Boss Roger Goodell konnte den Effekt auf einer Pressekonferenz nicht leugnen. Die Beziehung von Swift und Kelce hätte die Einschaltquoten in die Höhe getrieben. Konkrete Zahlen nannte er allerdings nicht.
Nicht nur die Einschaltquote stieg, sondern auch die Ticketpreise für die Spiele der Kansas City Chiefs. Das Beratungsunternehmen Apex Marketing Group hat ausgerechnet, wie viel der Swift-Hype der NFL gebracht hat. Dabei geht es allerdings nicht um Geld, sondern um den gestiegenen Marktwerk.
Dieser soll durch Berichte im TV, Radio, Zeitung, Online und Social Media um 331,5 Millionen Dollar gestiegen sein. Marketing-Experte Nufer hat dafür eine einfache Begrünung: „Durch Taylor Swift kommt eine neue Zielgruppe zur NFL. Die Strahlkraft des Events steigt dadurch zusätzlich.“
Bereits Tage vor dem Event war in den sozialen Netzwerken und in den Medien darüber spekuliert worden, ob Swift es pünktlich zum Endspiel aus Tokio nach Las Vegas schafft. Denn knapp 24 Stunden vor dem Super Bowl trat die Sängerin in der Hauptstadt im Rahmen ihrer Eras-Tour auf. Sogar die japanische Botschaft meldete sich dazu zu Wort und versicherte, dass Swift nach dem Konzert noch in den Flieger springen kann. Doch Swift schaffte es rechtzeitig zum Mega-Event und konnte so live mit ansehen, wie Und die Kansas City Chiefs, also das Team ihres Freunds, den Super Bowl zum dritten Mal innerhalb von fünf Jahren gewannen.
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