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Unbekannte verlangten Millionen Paketbombe war Erpressung von Paketdienst DHL

Wende im Fall des Potsdamer Bombenalarms: Statt um einen möglichen versuchten Anschlag auf den Weihnachtsmarkt oder eine Apotheke geht es um einen Erpressungsversuch gegen DHL.

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Am 01.12.2017 war ein verdächtiges Paket bei einem Apotheker abgegeben worden, der am Potsdamer Weihnachtsmarkt sein Geschäft hat. Quelle: dpa

Das verdächtige Paket am Potsdamer Weihnachtsmarkt geht auf eine Erpressung des Paketdienstes DHL zurück. Die am Freitag an eine Apotheke am Potsdamer Weihnachtsmarkt gesendete Lieferung mit einem Polenböller stehe in diesem Zusammenhang, sagte Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) am Sonntag in Potsdam. Der oder die Täter verlangten eine Millionensumme. Eine ähnliche Lieferung sei vor einiger Zeit in Frankfurt (Oder) bei einem Online-Händler aufgetaucht.

Der oder die Täter nähmen schwerste Verletzungen der Adressaten oder sogar deren Tötung billigend in Kauf, sagte Schröter. Es scheine sich nach bisherigen Erkenntnissen um regional agierende Täter aus Berlin oder Brandenburg zu handeln. Diese Tat sei besonders verwerflich. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit habe die Zustellung der „Briefbombe“ aber nicht dem Weihnachtsmarkt gegolten, sagte Schröter weiter.

Die Sicherheitsbehörden halten weitere Sendungen dagegen für möglich oder sogar wahrscheinlich, wie Brandenburgs Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke sagte. Betroffenen seien bislang vor allem kleine Unternehmen. Auch die Sendung an Privatpersonen sei aber nicht auszuschließen, hieß es. Die Polizei habe ein Hinweistelefon geschaltet.

Sechs Fakten zu DHL

Ermittelt werde wegen versuchter Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion und versuchter schwerer räuberischer Erpressung, sagte der Leitende Potsdamer Oberstaatsanwalt Heinrich Junker.

Der betroffene Paketdienst DHL will zu dem Fall derzeit keine Stellung nehmen: „Zum gegenwärtigen Zeitpunkt geben wir dazu keine Stellungnahme ab“, sagte ein DHL-Sprecher in Bonn und verwies auf die Ermittlungen der Polizei.

Der zur Deutschen Post gehörende Paketdienst hatte im vergangenen Jahr als Marktführer 1,2 Milliarden Pakete in Deutschland zugestellt. Am Spitzentag im Weihnachtsgeschäft waren es 8,4 Millionen Pakete.

Am Freitag war ein verdächtiges Paket bei einem Apotheker abgegeben worden, der direkt am Potsdamer Weihnachtsmarkt sein Geschäft hat. Darin befanden sich Hunderte Nägel und ein sogenannter Polenböller. So werden umgangssprachlich Feuerwerkskörper bezeichnet, die wegen Sicherheitsmängel in Deutschland illegal sind.

Für die Fahndung setzte die Polizei eine Ermittlungsgruppe „Luise“ ein - benannt nach der Apotheke, an die das Paket geschickt worden war. In der Gruppe arbeiten rund 25 Kriminalisten.

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