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Urlaub buchenLohnt sich Blind Booking?

Einen Urlaub buchen, ohne zu wissen, wo es hingeht? Der Blind-Booking-Trend ist vor allem was für unentschlossene und flexible Menschen. Was dahintersteckt und worauf geachtet werden sollte.Angelika Melcher 30.07.2024 - 15:37 Uhr

Die Urlaubsreise kann mit Blind Booking zur Überraschung werden

Foto: Stephan Schulz/dpa

Steht Ihr Urlaub bevor, aber Sie wissen noch nicht, wohin Sie reisen möchten? Mit Blind Booking können Sie sich von einem Reiseziel überraschen lassen. Doch wie funktioniert dieser Trend?

Was ist Blind Booking?

Blind Booking bedeutet, dass man Flüge, Pauschal- oder Zugreisen bucht, ohne das Ziel zu kennen. Die Kundinnen und Kunden können jedoch je nach Anbieter verschiedene Details angeben: den Abflugort, die Anzahl der Reisenden, die Reisedauer und den Reisezeitraum. Dadurch kann das Ergebnis zumindest in eine bestimmte Richtung beeinflusst werden.

Wer bietet Blind Booking an?

Vor allem Airlines werben mit Blind-Booking-Flügen. Sie platzieren Reisende auf Flügen, die noch nicht voll ausgelastet sind. In Deutschland ist derzeit die Lufthansa-Tochter Eurowings der bekannteste Anbieter von Überraschungsflügen. Auch Lufthansa selbst bietet Blind-Booking-Flüge an, bei denen man aus Kategorien wie „Party und Nightlife“ oder „Kunst und Kultur“ wählen kann. Bei beiden Airlines können bestimmte Reiseziele ausgeschlossen werden, was allerdings den Reisepreis erhöht. Darüber hinaus gibt es Websites wie Blookery oder Wowtrip, die sich auf Blind Booking spezialisieren und Pauschalreisen inklusive Flug und Hotel anbieten.

Tipps für eine möglichst günstige Reisebuchung
Wenn Sie günstig buchen wollen, empfiehlt die Verbraucherzentrale, die Preise über einen gewissen Zeitraum im Blick zu behalten. Indem Sie sich mit den durchschnittlichen Kosten einer Sache vertraut machen, können Sie besser einschätzen, was wirklich günstig ist. Dies ermöglicht es Ihnen auch, sich vor unüberlegten Käufen zu schützen, die durch verlockende Werbebanner für – angeblich – außergewöhnliche Sonderangebote beworben werden.
Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass manchmal dieselbe Dienstleistung zur gleichen Zeit zu stark unterschiedlichen Preisen angeboten wird. Während sich bei Vergleichsportal 1 ein beträchtlicher Aufschlag bemerkbar macht, wird das identische Angebot bei Vergleichsportal 2 oder direkt beim Anbieter zu deutlich niedrigeren Kosten angeboten. Es ist ratsam, genauer hinzusehen, da die Unterschiede groß sein können. Außerdem sind nicht alle Vergleichsportale gleich. Während einige von ihnen beträchtliche Provisionen von den Anbietern verlangen, berechnen andere lediglich bescheidene Vermittlungsgebühren. Diese Unterschiede spiegeln sich ebenfalls im Endpreis des Angebots wider.
In der Tourismusbranche sind frühe Buchungen oft preiswerter. Diese Möglichkeit zur Kosteneinsparung können Sie nutzen, indem Sie Ihre Reise rechtzeitig planen. Dadurch können beträchtliche Ersparnisse erzielt werden. Zudem weist die Verbraucherzentrale darauf hin, die Stornierungsbedingungen zu berücksichtigen, da unvorhergesehene Umstände auftreten können.
Besonders am ersten Tag der Sommerferien steigt die Reise-Nachfrage. Aufgrund der begrenzten Verfügbarkeit der Plätze haben die Anbieter die Möglichkeit, höhere Preise zu verlangen, da es immer Reisende gibt, die diese bezahlen werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass Flüge in den Sommerferien ausgebucht sind, ist außerhalb von Pandemiezeiten gering. Wenn Sie kostengünstiger reisen möchten, empfiehlt die Verbraucherzentrale, den Herbst als Reisezeit zu wählen oder einen Flughafen im benachbarten Bundesland zu nutzen, das noch keine Ferien hat.
Viele Unternehmen versenden laut Verbraucherzentrale Gutscheine und Rabattangebote, die erhebliche Kostenvorteile beim Reisen bieten können. Es ist jedoch ratsam, vor der Nutzung diese Angebote sorgfältig zu prüfen. Ein potenzieller Nachteil könnte beispielsweise darin bestehen, dass der Rabatt erst zwölf Monate nach Ihrer Reise gewährt wird. Sofern keine versteckten Bedingungen vorliegen, können Sie die Gutscheine bedenkenlos einlösen und dadurch Geld sparen.
In Deutschland sind personalisierte Preise noch nicht weit verbreitet. Das bedeutet, dass in der Regel alle Käufer zu einem bestimmten Zeitpunkt denselben Preis für ein Produkt oder eine Dienstleistung zahlen. Nur in wenigen Ausnahmefällen wird der Preis auf Grundlage individueller Merkmale individuell durch einen Algorithmus festgelegt. Daher empfiehlt die Verbraucherzentrale, regelmäßig Ihre Cookies zu löschen. Dadurch werden weniger Informationen über Sie gesammelt, was es schwieriger macht, Ihre Kaufbereitschaft einzuschätzen. Letztlich können Sie dadurch sparen.
Zuletzt schlägt die Verbraucherzentrale vor, anonym zu surfen. Ein Beispiel hierfür ist der TOR-Browser, wobei „TOR“ für „The Onion Router“, also „Der Zwiebel-Router“, steht. Dieses Projekt ermöglicht es Nutzern, anonym im Internet zu browsen, indem Anfragen nicht direkt an Server gesendet werden, sondern über mindestens drei Zwischenstationen geleitet werden. Cookies werden nach jeder Sitzung automatisch gelöscht. Um dies zu nutzen, müssen Sie lediglich den Browser installieren. Allerdings sind längere Ladezeiten im TOR-Browser zu erwarten, da die Daten über solch verschlungene Pfade geleitet werden.

Für wen ist Blind Booking geeignet?

Thorsten Schäfer, Sprecher des Deutschen Reiseverbands (DRV), sagt, dass Blind Booking besonders für sehr flexible Menschen geeignet ist. „Die Zielgruppe sind Menschen, die spontan und nicht auf feste Zeiten wie Schulferien angewiesen sind“. Ungeeignet sei Blind Booking für Familien mit Kindern, die in den Sommerferien zum Badeurlaub in eine bestimmte Region oder an einen bestimmten Ort reisen möchten, so Schäfer.

Kann mit Blind Booking gespart werden?

„Nicht unbedingt“, sagt Schäfer. Grundsätzlich werden bei Blind-Booking-Reisen zwar Flugtickets deutlich günstiger verkauft, allerdings können versteckte Kosten anfallen. „Wenn man nur einen Flug bucht, aber eigentlich eine Reise mit Transfer und Unterkunft möchte, kommen zusätzliche Kosten dazu“.

Wie viel kostet Blind Booking?

Bei Eurowings beginnen die Preise für Blind-Booking-Flüge bei 89 Euro, bei der Lufthansa bei 99 Euro. Bei Anbietern wie Blookery kann man ein Budget angeben, das bei 400 Euro für Flug und Hotel beginnt, und auswählen, ob man in einer „guten“ oder einer „gehobenen“ Unterkunft übernachten möchte.

Was sollte beachtet werden?

Um nicht in eine Kostenfalle zu tappen, sollten vorher unbedingt die Konditionen geprüft werden, sagt Schäfer. Dazu gehören Dinge wie Transfer, Gepäck, Verpflegung während des Flugs, Sitzplatzreservierungen und Check-In-Kosten. „Wenn man all das noch dazu buchen muss, ist es sinnvoll, abzuwägen und die Preise mit einer kompletten Pauschalreise zu vergleichen, um festzustellen, ob man durch Blind Booking wirklich Geld spart oder draufzahlt.“

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