200 Mitarbeiter betroffen: Schnäppchenhändler Groschen-Markt meldet Insolvenz an
Die Wärmeflasche mit Plüschbezug gibt’s für 9,99 Euro, die Back-Springform kostet 5,99 Euro und eine Dose winterliches Schneespray 1,99 Euro – die ostdeutsche Handelskette Groschen-Markt ist spezialisiert auf niedrige Preise und einen bunten Mix im Sortiment.
Doch seit geraumer Zeit bröckelt das Nonfood-Geschäft. Wettbewerber wie Action und Woolworth machen dem Unternehmen zu schaffen, ebenso wie Onlinebilligheimer à la Temu und Shein.
Zudem schwächelt die Konsumnachfrage. Die Folge: Die DEC Handelsgesellschaft als Betreiberin der insgesamt knapp 50 Märkte hat Insolvenzantrag gestellt.
Eine der letzten ostdeutschen Handelsketten
Das Amtsgericht Mühlhausen setzte Olaf Spiekermann von der Kanzlei Brinkmann & Partner als vorläufigen Insolvenzverwalter ein. Sein Ziel sei der Erhalt des Unternehmens, sagte Spiekermann der WirtschaftsWoche.
Der Geschäftsbetrieb in den bestehenden Filialen soll zunächst uneingeschränkt weiterlaufen. Die Löhne und Gehälter der rund 200 Mitarbeiter werden bis Ende Februar über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit gezahlt.
Groschen-Markt gilt als eine der letzten ostdeutschen Handelsketten. Gegründet 1993, ist das Unternehmen mit Sitz im thüringischen Dingelstädt bislang in Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg aktiv. In den vergangenen Wochen waren bereits einzelne Groschen-Märkte geschlossen worden.
Das Niedrigpreissegment ist hart umkämpft. Schon 2023 hatte der Warenkreditversicherer Atradius auf die heikle Lage von Non-Food-Discountern hingewiesen. Insbesondere die durch die Inflation, Mindestlohnerhöhung und gestiegenen Personalkosten bedingten Steigerungen würden die Unternehmen belasten, hieß es damals.
Daneben führten die Anhebungen von Mieten zu erheblichem Mehraufwand. Zusätzlicher Druck entstehe durch internationale Wettbewerber, die mit Macht auf den deutschen Markt drängen. Die Folge: Der Kampf um die Kunden verschärft sich. „Wir schätzen, dass am Ende vielleicht nur noch eine Handvoll Anbieter übrigbleibt“, konstatierten die Atradius-Experten.
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