Air Berlin Gewerkschaft VC will alle Pilotenjobs retten

Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit will alle Pilotenjobs der insolventen Fluglinie Air Berlin retten. Dafür sollen am kommenden Montag mit den bevorzugten Bieter kollektive Übergangsregeln verhandeln werden.

Air Berlin-Piloten streikten. Quelle: dapd

BerlinDie Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) will bei der insolventen Air Berlin möglichst alle Pilotenjobs retten. Dass große Unternehmensanteile voraussichtlich an die Lufthansa-Tochter Eurowings und den Billigflieger Easyjet gehen, habe niemanden wirklich überrascht, sagte VC-Vorstandsmitglied James Phillips. Man werde nach der offiziellen Bekanntgabe der bevorzugten Bieter am kommenden Montag schnell auf die Unternehmen zugehen, um kollektive Übergangsregeln zu verhandeln, sagte Phillips am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

Die Kollegen hätten verstanden, dass man mit der insolventen Air Berlin keine Vereinbarungen mehr treffen könne über die Zukunft in anderen Unternehmen. Massenhafte Krankmeldungen machten insofern überhaupt keinen Sinn, sondern erschwerten nur die Gespräche.

Phillips zeigte sich optimistisch, sämtliche rund 1200 Piloten unterbringen zu können, selbst wenn nicht die komplette Flotte weiterbetrieben würde. Mindestens auf ein Ende der Langstreckenflüge deutet vieles hin. Air Berlin fliege schon länger mit zehn Prozent zu wenig Piloten. Auch Easyjet und Condor hätten seiner Einschätzung nach zu wenige, sagte der VC-Vorstand. Denkbar seien auch Regelungen zu einer verringerten Arbeitszeit pro Pilot.

Mit diesen Unternehmen wie auch mit Eurowings könne schnell darüber gesprochen werden, zu welchen Bedingungen und nach welchen sozialen Auswahlkriterien der Wechsel kollektiv organisiert werden könnte, sagte Phillips. „Ein bisschen frech finden wir das Ansinnen, dass sich jeder Pilot einzeln neu bewerben soll. Das würde zu einem Rosinenpicken führen.“

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