Aldi Nord Erbenstreit im Albrecht-Clan

Laut einem Medienbericht streiten die Nachfahren von Aldi-Nord-Patron Theo Albrecht vor Gericht: Es geht um Einfluss auf eine Stiftung - und um Geld.

So sieht der Edel-Aldi aus
Aldi Quelle: Bernhard Haselbeck für WirtschaftsWoche
Eingangsbereich Aldi Quelle: Bernhard Haselbeck für WirtschaftsWoche
Kaffeeautomat bei Aldi Quelle: Bernhard Haselbeck für WirtschaftsWoche
Aldi-Markt Quelle: Bernhard Haselbeck für WirtschaftsWoche
Weinregal bei Aldi Quelle: Bernhard Haselbeck für WirtschaftsWoche
Backwaren Quelle: Bernhard Haselbeck für WirtschaftsWoche
Snackregal bei Aldi Quelle: Bernhard Haselbeck für WirtschaftsWoche
Obstabteilung und Gemüseabteilung bei Aldi Quelle: Bernhard Haselbeck für WirtschaftsWoche
Aldi Quelle: Bernhard Haselbeck für WirtschaftsWoche
Toilette bei Aldi Quelle: Bernhard Haselbeck für WirtschaftsWoche

Der Discountriese Aldi Nord gilt trotz aller Transparenzbemühungen in den vergangenen Jahren als einer der großen Geheimniskrämer der Branche. Umso unangenehmer dürften für den Konzern nun juristische Streitigkeiten innerhalb des Eigentümerclans sein, über die die „Lebensmittelzeitung“ (LZ) berichtet. Dabei soll es um den Einfluss auf eine Stiftung gehen – und letztlich wohl auch um deren Ausschüttungen.

Laut LZ haben die Kinder von Berthold Albrecht, einem der Söhne von Unternehmensgründer Theo Albrecht, vor dem Verwaltungsgericht Kiel gegen eine Satzungsänderung der Jakobus-Stiftung geklagt – und sich zunächst durchgesetzt.

Das Verfahren ist ähnlich komplex wie die Eigentümer- und Organisationsstruktur von Aldi. Doch im Kern hat die Klage wohl den folgenden Hintergrund: Die Aldi-Anteile der Familie Albrecht sind in verschiedenen Stiftungen gebunkert. Eine davon ist die so genannte Jakobus-Stiftung. Sie ist die Familienstiftung des 2012 verstorbenen Gründer-Sohns Berthold Albrecht. Die Kinder von Berthold sind sich uneins mit dem Bruder ihres Vaters Theo Albrecht jr. „Die Fronten zwischen den beiden Familienstämmen sind verhärtet“, schreibt die LZ dazu.

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Als entsprechend heikel sahen sie offenbar eine Satzungsänderung der Jakobus-Stiftung, die darauf abzielte, Emil Huber, einen langjährigen Vertrauten des Unternehmensgründers, im Vorstand der Stiftung zu installieren. Die Aufnahme Hubers in den Stiftungsvorstand soll von den Nachfahren Berthold Albrechts demnach als Versuch der Familie von Theo Albrecht jr. interpretiert worden sein, in die Jakobus-Stiftung hineinzuregieren.

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Um das zu verhindern und statt Huber einen eigenen Vertrauten in den Stiftungsvorstand zu entsenden, zogen die Erben von Berthold Albrecht vor das schleswig-holsteinische Verwaltungsgericht und klagten gegen die Stiftungsaufsichtsbehörde, die die Satzungsänderung zugelassen hatte. Das Gericht entschied laut LZ zu ihren Gunsten. Die 2010 erfolgte Satzungsänderung der Jakobus-Stiftung muss demnach zurückgenommen werden. Es besteht allerdings die Möglichkeit, gegen das Urteil vorzugehen. Das wird offenbar auch von mehreren Beteiligten geplant. Bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung soll Huber im Amt bleiben.

Bei Aldi Nord halte man die jüngste Gerichtsentscheidung für falsch, berichtet die LZ und der Konzern poche zudem darauf, dass die Satzungsänderung  eindeutig dem Willen von Berthold Albrecht entspreche.

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