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Angeschlagene Warenhauskette Verlust von Galeria Kaufhof deutlich erhöht

Exklusiv
Galeria Kaufhof: Umsatz sinkt deutlich, Verlust wird höher Quelle: imago images

Keine Lust auf Herrenschuhe, Handtaschen und Haushaltswaren: Der Umsatz von Galeria Kaufhof ist zwischen Februar und April deutlich gesunken. Das führt nach Informationen der WirtschaftsWoche zu einem Millionenverlust.

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Der Verlust der Warenhauskette Galeria Kaufhof vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen als auch vor Sonderfaktoren lag Ende April bei knapp 30 Millionen Euro und damit um fast 40 Prozent höher als im Jahr zuvor. Das berichtet die WirtschaftsWoche in ihrer aktuellen Ausgabe. Das Magazin beruft sich auf interne Unterlagen. Ein Kaufhof-Sprecher wollte dies nicht kommentieren.

Ursächlich für den Ergebnisrückgang zwischen Februar und April ist ein deutlich gesunkener Umsatz. Er lag acht Prozent unter Vorjahr. Kaufhof erklärt hierzu, flächenbereinigt sei der Umsatz um 6,4 Prozent gesunken. Der Grund sei das Wetter gewesen. Laut den Unterlagen, die der WirtschaftsWoche vorliegen, ist vor allem der Absatz von Herrenschuhen, Handtaschen und Haushaltswaren überdurchschnittlich stark zurückgegangen. Laut Kaufhof soll dies auf Filialschließungen zurückzuführen sein.

Im selben Zeitraum ist ebenfalls die Zahl der Vollzeitstellen auf den Verkaufsflächen um 1000 auf 8900 Beschäftigte gesunken. Der Einsatz von Aushilfen wurde im ersten Quartal sogar um 35 Prozent zurückgefahren, nachdem die Zahl der Aushilfen im Vorjahr bereits mehr als halbiert worden war. Kaufhof erklärte, hierbei handele es sich um eine Anpassung an die Umsatzentwicklung der vergangenen zwei Jahre. Eine Senkung der Kostenbasis sei unerlässlich. Die Auswirkungen auf den Umsatz seien marginal.

Der Kaufhof-Eigner Hudson's Bay Company (HBC) und der österreichische Karstadt-Eigentümer René Benko verhandeln derzeit über eine Fusion ihrer Warenhausketten und haben sich Anfang Juli auf Eckpunkte für ein Gemeinschaftsunternehmen verständigt. Schon im Vorfeld kursierte in Gewerkschaftskreisen eine vertrauliche Präsentation zur Schaffung einer „Deutschen Warenhaus Holding“, die der WirtschaftsWoche vorliegt.

In der Präsentation wurde errechnet, dass die Unternehmen im Falle einer Fusion mehr als 200 Millionen Euro jährlich sparen würden. Waren könnten günstiger eingekauft werden, was allein die Marge um rund ein Prozent verbessere. Die Personalkosten könnten um weitere 46 Millionen Euro sinken. Einsparungen in Logistik, IT sowie bei Verwaltungs- und Gebäudekosten würden nochmal 64,5 Millionen Euro bringen.

Erklärtes Ziel ist es, möglichst viele der zusammen 176 Standorte von Kaufhof und Karstadt zu erhalten. Dennoch könnten laut Konzept 15 bis 20 Standorte in den kommenden fünf Jahren geschlossen werden. Gefährdet sind vor allem Filialen die „nicht nachhaltig rentabel zu betreiben sind“, oder sehr dicht beieinander liegen. Mit dem Zusammenschluss ließe sich laut Präsentation ein Ebitda von 420 Millionen Euro und damit eine Marge von 8,4 Prozent erzielen.

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