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Asean lockt deutsche Unternehmen Aufholjagd in der südostasiatischen Freihandelszone

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Autobauer zieht es in die Asean-Region

Volkswagen beginnt erst, den Markt zu bearbeiten. Die Wolfsburger gingen 2009 eine Partnerschaft mit Indomobil ein, dem größten Autobauer des Landes. Ähnliches gilt für Malaysia, wo VW mit Partner DRB-Hicom seit 2010 Fahrzeuge aus größeren Komponenten zusammensetzt. VW-Chef Martin Winterkorn will im Rahmen seiner Expansionsstrategie 2018 die Produktionskapazitäten in Indonesien zunächst für 50.000 Fahrzeuge pro Jahr ausbauen. Mittel- bis langfristig soll VW in dem Land bis zu 500.000 bauen und die Modellpalette ausweiten.

Auch Daimler will in der Asean-Region mehr produzieren. In den kommenden Monaten sollen sich die Kapazitäten in Thailand verdoppeln. Zuletzt mussten die Stuttgarter die Hälfte der 10.000 Mercedes, die sie in dem Land verkauften, aus Deutschland importieren.

Wissenswertes über Indonesien

Egal, in welcher Statistik, die Zahlen für die Asean-Länder zeigen fast ausnahmslos nach oben; die Region tritt allmählich aus dem Schatten Chinas, dessen Wachstum sich zuletzt stark abgeschwächt hat.

Malaysia leidet unter niedrigen Ölpreisen

Zwar gibt es Unwägbarkeiten: In Thailand können nach dem Militärputsch im Mai die Proteste jederzeit wieder aufflammen; in Indonesien regiert mit Joko Widodo seit wenigen Monaten ein politisch gänzlich unerfahrener Präsident; Malaysia, ein wichtiges Rohstoffland, leidet derzeit unter dem niedrigen Ölpreis. Trotzdem soll die Wirtschaft der Asean-Region bis 2019 um durchschnittlich 5,6 Prozent im Jahr wachsen, schätzt die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Mit dem Aufschwung wächst auch die kaufkräftige Mittelschicht, die sich deutsche Autos leisten kann. In Thailand etwa gab es 2013 sechs Millionen Haushalte mit einem Jahreseinkommen zwischen 10.000 und 50.000 US-Dollar. Im Jahr 2025 werden es zweieinhalb Mal so viel sein. Gleichzeitig verlieren viele Länder der Region dadurch die Bedeutung als Billiglohnstandort.

Beim Technologieriesen und Autozulieferer Bosch sind die Asean-Länder in den vergangenen Jahren mehr und mehr in den Mittelpunkt der Asien-Aktivitäten gerückt. Deshalb geben sich die Schwaben in der Region zunehmend persönlich die Ehre, wie Peter Tyroller in Vietnam. Unlängst führte der Bosch-Vorstand deutschen Politikern die Bosch-Fabriken in Ho-Chi-Minh-Stadt, dem ehemaligen Saigon, vor. Mehr als 300 Millionen Euro haben die Stuttgarter in Vietnam investiert. Gut 2000 Mitarbeiter fertigen Getrieberiemen aus Metall. Noch einmal 650 Vietnamesen arbeiten für Bosch in Ho-Chi-Minh-Stadt in der Softwareentwicklung.

Niedrigere Lohnkosten als in China

„In China sind wir schon sehr weit“, sagt Tyroller, „jetzt denken wir mehr über Asean nach.“ Außer in Vietnam hat Bosch noch zwei Werke in Thailand und eines in Indonesien. „Das Freihandelsabkommen erleichtert künftig vieles für uns“, erklärt Tyroller. Dann nämlich könne Bosch ungehindert zwischen den Werken in Südostasien exportieren und so einen Lieferverbund in der Region aufbauen, auch wenn Handelshemmnisse wie unterschiedliche Spezifikationen in einzelnen Ländern noch störten.

In Arbeit
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Tyroller schätzt an Vietnam auch die Lohnkosten, die hier um ein Drittel niedriger sind als in China. Damit steht der Boschler nicht allein. Förderbandhersteller Beumer etwa unterhält seit acht Jahren eine Fertigung in Shanghai, auf der neuen Linie in Bangkok können die Westfalen allerdings zur Hälfte der Kosten in China produzieren.

„Da kann man irgendwann Projekte in Bangkok statt in Shanghai abwickeln“, sagt Beumer-Manager Crump, zumal zwischen China und den Asean-Ländern ebenfalls die Zollschranken verschwinden.

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