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Aus für 150 FilialenSchuhkette Reno wird weitgehend abgewickelt

Reno ist insolvent: Deswegen verlieren bei der Schuhhandelskette die meisten Mitarbeiter ihre Jobs. Das Unternehmen sei „runtergewirtschaftet“, erklärte der Reno-Insolvenzverwalter bei einer Betriebsversammlung.Henryk Hielscher 11.06.2023 - 15:00 Uhr

Missmanagement und strategische Fehler haben ein Unternehmen ruiniert, das mit 850 Filialen und rund einer Milliarde Euro Umsatz einst zu den Platzhirschen der deutschen Fußgängerzonen zählte.

Foto: dpa

Die insolvente Schuhhandelskette Reno wird weitgehend abgewickelt, rund 150 der 180 Filialen werden geschlossen, berichtet die WirtschaftsWoche. Im Rahmen einer Betriebsversammlung in Osnabrück teilte Insolvenzverwalter Immo Hamer von Valtier den Mitarbeitern am heutigen Donnerstag (25.5.) mit, dass bei der Suche nach Investoren nur eine „kleine Lösung“ erreicht werden konnte. 

Gegenüber der WirtschaftsWoche präzisierte von Valtier, dass es für insgesamt 23 Filialen und damit für rund 120 der 1100 Mitarbeiter eine Perspektive gebe. Neun Standorte sollen dabei voraussichtlich von der Kienast-Gruppe übernommen und unter dem Namen Reno fortgeführt werden.

Zu Kienast gehören bereits Marken wie ABC Schuh-Center, K+K Schuh-Center und Schuhpark. Acht bis neun weitere Reno-Standorte werden an andere Filialisten abgegeben, ohne die Möglichkeit einer Weiterbeschäftigung für Reno-Mitarbeiter. Das Insolvenzverfahren soll am 1. Juni eröffnet werden.  

Schuhhandelskette

Die seltsame Pleite von Reno

von Henryk Hielscher

Das Unternehmen hatte Ende März Insolvenz angemeldet. Zu diesem Zeitpunkt gehörten noch 180 Filialen zu Reno. Wie Insolvenzverwalter von Valtier gegenüber den Mitarbeitern erklärte, steckte das Unternehmen in massiven Schwierigkeiten und war „so dermaßen runtergewirtschaftet“, dass für Investoren eine weitere Übernahme größerer Filialpakete nicht infrage kam. So sei die Hälfte der Filialen bereits zum Insolvenzantrag ohne Strom gewesen, weil Rechnungen nicht bezahlt worden waren. Der Warenbestand habe bei 20 Prozent gelegen und Neuware sei über Monaten nicht an die Filialen geliefert worden. 

Geldabflüsse in Millionenhöhe

Der Insolvenzverwalter will nach Eröffnung des Verfahrens die Hintergründe der Pleite genauer untersuchen und Geldabflüsse in Millionenhöhe, Beratungshonorare sowie mögliche Haftungsansprüche gegen Verantwortliche prüfen. Dabei gehe er von erheblichen Ansprüchen aus, erklärte von Valtier gegenüber den Mitarbeitern. 

Wenige Monate vor dem Insolvenzantrag waren das Reno-Filialgeschäft und der Onlineshop von der Osnabrücker Schuhhandelsgruppe HR Group an einen neuen Eigentümer übertragen worden. Zugleich waren jedoch zeitlich befristete Dienstleistungsverträge für verschiedene Servicefunktionen zwischen der HR Group und Reno abgeschlossen worden.

Kurz nach der Insolvenz von Reno hatte dann auch die HR Group Insolvenz angemeldet. 

Lesen Sie auch: Wie Missmanagement den bekannten Schuhhändler ruinierte

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