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Chinas BilligshopsDie EU geht endlich gegen Temu und Shein vor – und ist trotzdem zu langsam

Die EU will die Paketflut von Temu, Shein und Co. ab 2028 mit einem neuen Gesetz eindämmen – ist damit aber viel zu langsam. Wer gegen asiatische Billiganbieter vorgehen will, muss mit ihrer Geschwindigkeit mithalten können. Ein Kommentar.KOMMENTAR von Nele Antonia Höfler 06.06.2024 - 10:00 Uhr

Päckchen des asiatischen Billiganbieters Temu

Foto: imago images

Schuhe für drei Euro, Sonnenbrillen für vier Euro und Kopfhörer für zehn Euro – asiatische Billiganbieter wie Temu und Shein zeichnen sich vor allem durch ihre billigen Preise aus.

Aber auch die Geschwindigkeit, mit der sie vorgehen, ist bemerkenswert: Täglich werden Tausende neue Produkte angeboten. Temu hat innerhalb von zwei Jahren in mehr als 60 Länder expandiert. Shein reagiert auf seiner Webseite in Echtzeit auf Nachfrage: Bei hohem Interesse produziert das Unternehmen die gefragten Artikel direkt nach.

Mit diesem Modell fluten die asiatischen Anbieter Europa derzeit mit Paketen. Dabei profitieren sie insbesondere von einer Regelung: Derzeit müssen für Päckchen unter einem Warenwert von 150 Euro bei der Einfuhr keine Zollgebühren bezahlt werden. Billig-Händler wie Temu und Shein, die diesen Wert nur selten überschreiten, kommt das zugute – während der deutsche Staat und die anderen europäischen Länder Millionen verlieren und der Einzelhandel unter den nicht zu unterbietenden Preisen ächzt.

Temu

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Jetzt will die EU eingreifen und die 150-Euro-Zollfreigrenze abschaffen. Dem Handelsverband HDE zufolge will sich die Bundesregierung hinter die Neuordnung der Import-Regelungen der EU stellen. Das Bundesfinanzministerium unterstützt die Abschaffung der Zollfreigrenze offenbar.

Schneller schlau: Shein
Der chinesische Konzern Shein ist für günstige und schnell wechselnde Kollektionen bekannt. Binnen weniger Jahre stieg er zu einer der weltweit größten Online-Modefirmen auf. Der chinesische Unternehmer Chris Xu gründete Shein 2012. Der Konzern bringt inzwischen täglich mehrere Tausend neue Kleidungsstücke seiner zehn Modemarken auf den Markt, die er ausschließlich über seine Webseite verkauft.Shein produziert seine Kleidung in China und verkauft sie außerhalb der Volksrepublik. Das Unternehmen betreibt keine eigenen Fabriken, sondern arbeitet mit Tausenden hauptsächlich chinesischen Subunternehmern zusammen. Der Modehändler hat ein System entwickelt, um die Produktion rasch der Nachfrage anzupassen: Dadurch liegt der Anteil unverkaufter Ware Angaben von Shein zufolge im niedrigen einstelligen Prozentbereich.Bei Werbung setzt Shein voll auf das Internet: Der Konzern arbeitet mit zahlreichen Influencern zusammen, die die Produkte auf Plattformen wie Youtube oder TikTok bewerben.Stand: 15. Dezember 2023

Nur soll die neue Regelung erst 2028 in Kraft treten. Dabei liegen entsprechende Reformpläne bereits seit 2023 auf dem Tisch. Wenn es die EU mit den schnellen und agilen Billiganbietern aus Fernost aufnehmen will, kann sie nicht langsam und träge reagieren. Auch um zu vermeiden, dass sich die Billiganbieter durch neue Tricks an die veränderten Rahmenbedingungen anpassen.

Allein 2023 erreichten laut EU-Kommission rund zwei Milliarden Pakete mit einem erklärten Warenwert von je unter 150 Euro im vergangenen Jahr Europa aus Drittstaaten. Die Abschaffung der 150-Euro-Freigrenze kommt einfacher Mathematik zufolge acht Milliarden Pakete zu spät. Zahlreiche davon dürften von Temu, Shein und Co stammen: Allein Temu exportiert laut Experten 1000 Tonnen Ware pro Tag.

Lesen Sie auch: Das ist die Maschinerie der Billig-Plattform aus China

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Hinweis: Dieser Artikel wurde erstmals am 27. Mai 2024 bei der WirtschaftsWoche veröffentlicht. Wir zeigen ihn aufgrund des hohen Leserinteresses erneut.

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