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Corona-Krise Airlines in Asien und Nahost stellen Flugbetrieb weitgehend ein

Singapur und Taiwan etwa schotten sich gegen den internationalen Flugverkehr im Kampf gegen das Corona-Virus ab. Davon sind viele Airlines betroffen.

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Die Fluggesellschaft ist mangels Inlandsflugverkehr auf Langstreckenflüge spezialisiert. Quelle: Reuters

Wegen Reisewarnungen und Einreisestopps im Kampf gegen das Corona-Virus haben Fluggesellschaften am Pazifik und in Nahost ihren Betrieb weitgehend eingestellt. So untersagte der Stadtstaat Singapur am Wochenende Einreisen oder Durchreisen über das Drehkreuz. Singapore Airlines kündigte daher an, die Kapazität mindestens bis Ende April um 96 Prozent zu reduzieren.

Insgesamt bleiben 185 Flugzeuge am Boden, erklärte Airline-Chef Goh Choon Phong in einer Information für die Beschäftigten. Rund 10.000 Mitarbeiter nehmen unbezahlten Urlaub, die Vorstandsvergütung werde um 30 Prozent gesenkt. „Wir müssen uns alle auf noch größere Opfer einstellen angesichts der Unsicherheit, wie lange der Covid-19-Ausbruch unser Geschäft zum Erliegen bringt.“

Singapore Airlines ist mangels Inlandsflugverkehr auf Langstreckenflüge zwischen Europa und Australien oder Indien und Nordamerika spezialisiert. Die Airline werde Kreditlinien in Anspruch nehmen und die Abnahme neuer Flugzeuge aufschieben, erklärte das Unternehmen.

Nach einer Schätzung der Ratingagentur Moody's wird die globale Kapazität an Passagierflügen um 25 bis 35 Prozent sinken unter der Voraussetzung, dass sich die Ausbreitung des Corona-Virus bis Ende Juni verlangsamt. Der Flugdatenspezialist OAG erklärte, in der vergangenen Woche seien zwölf Prozent weniger Flüge weltweit abgehoben als im Vorjahreszeitraum.

Auch Taiwan schottet sich gegen den internationalen Flugverkehr ab, um die Ansteckungsgefahr einzudämmen. Der Transit über die Insel ist ab Dienstag zunächst für zwei Wochen ausgesetzt. Das trifft vor allem China Airlines und Eva Airways, die zuletzt vor allem noch mit Heimflügen von Taiwanesen beschäftigt waren.

Cathay Pacific Airways in Hongkong hat nahezu alle Flüge für April und Mai abgesagt, da die Nachfrage schon eingebrochen war. Am Montag untersagte die Regierung der Sonderverwaltungszone alle Einreisen von Touristen ab Mittwoch für zwei Wochen.

Da Australien und Neuseeland von nicht unbedingt notwendigen Inlandsflügen abrieten, müssen Quantas Airways, Virgin Australia und Air New Zealand ihre Flugpläne weiter ausdünnen. Der australische Regionalflieger Express Holding, der entlegene Städte auf dem Kontinent anfliegt, kann diese Strecken nur noch mit staatlicher Finanzhilfe bedienen.

Auf Hawaii gilt für alle ankommenden Passagiere ab Donnerstag eine zweiwöchige Quarantäne. Hawaiian Airlines fliegt nur noch einmal täglich Los Angeles an und einmal in der Woche Samoa. Die Vereinigten Arabischen Emirate verboten alle Passagierflüge abgesehen von Evakuierungsflügen ab Mittwoch, entsprechend bleiben Emirates und Etihad Airways am Boden.

Frachtflüge sind ausgenommen. China hat die Restriktionen für Inlandsflüge gelockert, da die dort ausgebrochene Epidemie allmählich auf dem Rückzug ist. Internationale Flüge nach Peking werden aber weiter nicht zugelassen, damit die Lungenkrankheit nicht wieder von außen eingeschleust wird. Auslandsflüge werden zu einem Dutzend anderen Flughäfen geleitet, wo die Passagiere untersucht werden und dann einen Inlandsflug in die Hauptstadt nehmen können.

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