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Fastfood McDonald's will China mit Immobiliendeals erobern

Der Fastfoodriese McDonald's kämpft seit langem mit Schwierigkeiten in China. Nun soll eine neue Strategie helfen. Ein Deal mit Immobilienentwicklern sieht vor, die Zahl der Filialen in fünf Jahren zu verdoppeln.

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Ein McDonald's-Schild in Shenzhen nahe Hong Kong. Quelle: REUTERS

Die neuen Besitzer von McDonald's China verbünden sich mit den größten Immobilienentwicklern des Landes, um sich die besten Standorte zu sichern. Auf diese Weise wollen sie den Konkurrenten KFC einholen.

McDonald's China, zu deren Investoren staatliche Gesellschaften wie Citic und Citic Capital Partners gehören, ist beispielsweise eine strategische Allianz mit dem Immobilienentwickler China Evergrande eingegangen, um als erstes einen Blick auf Filialflächen in 250 Städten werfen zu können. Das erklärte Zhang Yichen, Chairman des chinesischen Franchisenehmers, in einem Interview mit Bloomberg. Das Unternehmen arbeite gerade an ähnlichen Vereinbarungen mit China Vanke und China Overseas Land & Investment.

„All diese Entwickler sind sehr nah an Citic. Es ist sehr einfach für uns, sie ausfindig zu machen“, sagte Zhang, der auch Chef von Citic Capital ist. „Dies ist eine Strategie, die Sie nicht in den USA finden werden.“

So sieht der McDonald's der Zukunft aus
McDonald’s Quelle: McDonald's
McDonald’s Quelle: McDonald's
McDonald’s Quelle: McDonald's
McDonald’s Quelle: McDonald's
McDonald’s Quelle: McDonald's
direkt an den Platz geliefert, Quelle: McDonald's
direkt an den Platz geliefert, Quelle: McDonald's

Die Partnerschaften zielen darauf ab, McDonald‘s bei der Erreichung des Ziels zu helfen, die Anzahl der Verkaufsstellen in China innerhalb von fünf Jahren nahezu zu verdoppeln. In dem Land gewinnt der Wettkampf der Restaurantketten an Fahrt, weil sich der aufstrebende Mittelstand verstärkt nach hochwertigeren Restaurants umschaut.

Citic bringt Zhang zufolge lokale Marktkenntnisse und lokale Ressourcen in das Management von McDonald’s in China ein. Mängel in diesen Bereichen hätten unter anderem dazu beigetragen, dass die Kette in den vergangenen zehn Jahren hinter KFC, betrieben von Yum China Holdings, zurückgefallen sei.

Wie der Manager weiter verriet, erwägen die verschiedenen Citic-Unternehmen eine Zusammenarbeit mit McDonald’s, um die unzähligen Produkte der Gruppe anzubieten, wozu auch Kreditkarten-Werbeaktionen oder Kinderbücher von Citic Press zählen könnten.

Das neue Management hat den Expansionsplan auf 500 neue Filialen jährlich bis 2022 beschleunigt, verglichen mit einer Zunahme von 250 in diesem Jahr. Damit würde die Burger-Kette an das Tempo von Yum China und Starbucks heranrücken.

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Kunden sollen Fastfood geliefert bekommen

McDonald's China, der größte Franchisenehmer der Kette außerhalb der USA, will 45 Prozent seiner Filialen bis 2022 in weniger entwickelten Städten betreiben. Citic, die bereits in diesen Städten durch ein Netzwerk von Bankfilialen präsent ist, würde laut Zhang dabei helfen, diese Vision zu erreichen.

McDonald's setzt unter anderem auf Auslieferungen. Bis 2022 sollen 75 Prozent der chinesischen Filialen in der Lage sein, Burger und Pommes zum Kunden zu bringen. Der Umsatz aus dem Bestellgeschäft erhöhte sich in der Volksrepublik im ersten Halbjahr um 81 Prozent, verglichen mit dem Vorjahr, berichtete Zhan.

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Im Januar hatten Citic und die US-Beteiligungsgesellschaft Carlyle vereinbart, eine 80-Prozent-Beteiligung am McDonald‘s-Geschäft in China und Hongkong zu kaufen. Bei der Transaktion wurde der Bereich mit 2,08 Milliarden Dollar (1,77 Milliarden Euro) bewertet. Die Transaktion wurde am 31. Juli abgeschlossen. McDonald’s hat derzeit etwa 2500 Restaurants in China und 240 in Hongkong.

Die McDonald's-China-Transaktion ist der erste groß angelegte Vorstoß von Citic in den Lebensmittel- und Getränkesektor. Bisher hatte das Unternehmen seinen Fokus vor allem auf die Bereiche Stahl und Immobilienentwicklung ausgerichtet.

McDonald's wiederum entschied sich für den Verkauf der Kontrolle am China-Geschäft im Rahmen eines Plans von Vorstandschef Steve Easterbrook mit dem Ziel, Absatz und Gästezahl in den amerikanischen Filialen wieder anzutreiben.

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