Frank Sambeth "E-Book-Flatrates werden kommen"

Der Deutschland-Chef von Random House erklärt, warum Verlage noch nötig sind und Autoren ins Sendestudio müssen.

E-Book-Reader im Vergleich
Der OffeneTolino VisionVertrieb: Buchhandel Preis: 129 Euro Displaygröße: 15 cm Auflösung: 210 ppi Gewicht: 178 g Größe: 16,3 cm x 11,4 cm x 0,81 cm Speicher: 2 GB Info: Erweiterbar über Micro-SD-Karte Tolino Vision Quelle: Presse
Der GünstigeKindleVertrieb: Amazon Preis: 59 Euro Displaygröße: 15 cm Auflösung: 167 ppi Gewicht: 191 g Größe: 16,9 cm x 11,9 cm x 10,2 cm Speicher: 4 GB Info: Keine Beleuchtung, keine epub-Bücher, Werbeeinblendung im Ruhemodus Kindle Quelle: Presse
Der EleganteKindle VoyageVertrieb: Amazon Preis: 249 Euro Displaygröße: 15 cm Auflösung: 300 ppi Gewicht: 188 g Größe: 16,2 cm x 11,5 cm x 0,76 cm Speicher: 4 GB Info: Zusätzlich Mobilfunk, keine Bücher im offenen epub-Format Kindle Voyage Quelle: Presse
Der RobusteAura H2OVertrieb: Kobo Preis: 179 Euro Displaygröße: 17 cm Auflösung: 265 ppi Gewicht: 233 g Größe: 17,9 cm x 12,9 cm x 0,97 cm Speicher: 4 GB Info: Wasserdicht, erweiterbar über Micro-SD-Karte Aura H2O Quelle: Presse
Der BunteColor LuxVertrieb: Pocketbook Preis: 249 Euro Displaygröße: 20 cm Auflösung: 125 ppi Gewicht: 300 g Größe: 17,0 cm x 20,2 cm x 0,9 cm Speicher: 4 GB Info: E-Ink-Display mit 2048 Farben Color Lux Quelle: Presse

WirtschaftsWoche: Herr Sambeth, erst hat Amazon den Buchhandel erobert, jetzt plant der Konzern eine Flatrate für Bücher. Werden Sie mit Titeln dabei sein?

Frank Sambeth: Wir möchten das Modell zunächst beobachten und werden zu einem späteren Zeit-punkt entscheiden, ob wir uns beteiligen oder nicht. Flatrates werden sicher bei der Erweiterung des digitalen Angebots auch für Bücher eine Rolle spielen.

Der Deutschland-Chef von Random House, Frank Sambeth, im Interview mit WirtschaftsWoche. (zum Vergrößern bitte anklicken) Quelle: Presse/Gerhard Blank

Rechnet sich All you can read?

Wir sind am Start-up Skoobe beteiligt, das schon seit zwei Jahren eine E-Book-Flatrate per App anbietet. Dabei lernen wir viel über Gewohnheiten und Vorlieben der Leser im digitalen Kontext. Die Verlage und Autoren verdienen damit auch Geld.

Aber kannibalisieren Sie so nicht Ihre herkömmlichen Buchverkäufe?

Wir müssen ganz genau schauen, wann wir welche Bücher ins Abo geben. Wir glauben aber, so auch neue Kunden erreichen zu können, die bisher wenig Geld für Bücher ausgeben: Nutzer von Bibliotheken. „Techies“, die per Smartphone zum ersten Mal mit Literatur in Kontakt kommen. Vielleicht auch den ein oder anderen Buchpiraten, der von Raubkopien im Netz auf ein attraktives legales Angebot umsteigt.

Zur Person

Trotzdem dürften Flatrates die Zahlungsbereitschaft für einzelne Bücher senken. Schon jetzt wünschen sich Konsumenten, dass E-Books 40 Prozent weniger kosten als Printtitel.

Wir wollen Bücher nicht verschleudern. Unsere E-Books sind 10 bis 25 Prozent günstiger als die Printausgaben – ein tolles Preis-Leistungs-Verhältnis. Ein digitales Buch kostet so viel wie eine Kinokarte in München, aber Sie haben viel länger Spaß daran als an einem Film.

Viele Autoren veröffentlichen ihre Bücher im Internet selbst, schon für 99 Cent. Fürchten Sie nicht, dass Verlage auf Dauer überflüssig werden?

Wir nehmen das sportlich. Leser können sich sicher sein, bei uns hochwertige Texte zu kaufen. Verlage sind auch ungeschlagen darin, Autoren möglichst vielen Lesern bekannt zu machen. Wir nutzen dazu verstärkt soziale Netzwerke, Newsletter, Internet-Portale. Gerade erst haben wir ein Studio eingerichtet, in dem Autoren per Videostream virtuelle Lesungen im Internet halten und Leserfragen beantworten. Live-Begegnungen mit Schriftstellern bleiben trotzdem enorm wichtig.

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Hier steht ein Element, an dem derzeit noch gearbeitet wird. Wir kümmern uns darum, alle Elemente der WirtschaftsWoche zeitnah für Sie einzubauen.

Start-ups entwickeln mit vielen Millionen Dollar Risikokapital neue digitale Buchformate. Wie halten Sie dagegen?

Wir entwickeln E-Books weiter, publizieren elektronische Ratgeber und Kinderbücher, die interaktiv oder mit Videos angereichert sind. Eine eigene Abteilung entwickelt Apps. Zur Buchmesse erscheinen zwei für Fantasy-Fans: Multimedia-Enzyklopädien zu den Scheibenwelt-Romanen von Terry Pratchett und den Büchern von George R. R. Martin.

Wird das die Zukunft des Buches sein?

Trotz der neuen Möglichkeiten bin ich überzeugt: Das gedruckte Buch, das sich auf den Text konzentriert, wird noch lange viele Leser finden.

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