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Halloren Schokoproduzent setzt auf mysteriösen Investor

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Unbekanntes Investorenduo

Den Ausweg soll nun Charlie Investors weisen, ein aus dem Hut gezauberter Geldgeber, über den Halloren-Chef Lellé behauptet, er habe „Kontakte in die Chefetagen der großen Handelskonzerne“ und könne Halloren „den direkten Zugang zu lukrativen Exportmärkten“ verschaffen.

Erst im September 2014 wurde Charlie Investors ins Handelsregister eingetragen. Je zur Hälfte sind die Luxemburger Beteiligungsgesellschaft Magrath Holding und die Finanzholding Savvysherpa Coöperatief aus den Niederlanden beteiligt. Hinter Magrath steht der Immobilieninvestor Darren Ehlert, hinter Savvysherpa sein Bruder Kenneth. Auf Anfrage der WirtschaftsWoche bestätigt Halloren erstmals: „Charlie Investors ist wirtschaftlich mehrheitlich den Familien der Gebrüder Ken und Darren Ehlert zuzurechnen.“

Über das Investorenduo ist wenig bekannt. Der 41-jährige Amerikaner Darren Ehlert war bis Anfang 2005 Manager bei der Global Real Estate Finance Group von Lehman Brothers in London. Dort zimmerte Ehlert aus milliardenschweren Immobilienkrediten spekulative Papiere. Derartige Schrottpapiere lösten später die Finanzkrise und die Lehman-Pleite im September 2008 aus. Ehlert war da schon zur niederländischen ING-Bank gewechselt, wo er ebenfalls für strukturierte Immobilien-Produkte verantwortlich war.

Heute ist er Geschäftsführer der Immobilienfirma In-West Partners aus dem westfälischen Ascheberg. Die kauft laut Homepage Mehrfamilienhäuser und Wohn-Geschäftshäuser ab drei Millionen Euro und mit mindestens 50 Wohneinheiten: „Zur Zeit haben wir mehr als 9000 Wohnungen unter Management.“

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    Lehman, ING, In-West: Mit dem Verkauf von Schokolade in US-Supermärkten hat das so viel zu tun wie ein Marzipanschwein mit einem Schnitzel.

    Auch bei Kenneth Ehlert ist Branchenexpertise nicht offensichtlich. Auf Nachfrage preist Halloren den 46-jährigen Kanadier, der in den USA lebt, als „erfolgreichen Unternehmer mit weitreichender Berufserfahrungen im Transaktionsgeschäft“. Zudem, betont Halloren, kontrolliere er mehrheitlich die Savvysherpa Coöperatief. Doch die kann kaum als Hort geballter Handelskompetenz gelten. Savvysherpa ist eine Briefkastenfirma, die sich mit Groupon und 2500 weiteren Unternehmen die Postadresse „Prins Bernhardplein 200, 1097 JB Amsterdam“ teilt.

    Nachfragen, wie genau die Exporthilfe für Halloren aussehen soll und woher die Kontakte zu ausländischen Handelsunternehmen stammen, werden von Halloren und den Investoren nicht beantwortet.

    Nicht nur viele Privatanleger zweifeln an der Wachstumsstory. Auch Allianz Global Investors, die Investmentfond-Tochter des Versicherers, hat in den vergangenen Monaten alle Halloren-Aktien im Concentra-A-Fonds verkauft.

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