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Konsumgüter-Industrie Henkel setzt auf eine weibliche Doppelspitze

Der Aufsichtsrat des Henkel-Konzerns wird jetzt von zwei Frauen geführt. An die Seite von Simone Bagel-Trah rückt die Finanzexpertin Birgit Heltin-Kindlein.

Henkel-Aufsichtsrat: Heltin-Kindlein rückt zur Vize-Chefin auf Quelle: dpa

DüsseldorfStill ohne großen Aufhebens hat der Klebstoff-, Waschmittel- und Beauty-Konzern Henkel eine weibliche Doppelspitze geschaffen: Bereits am 9. April ist Birgit Helten-Kindlein als Vize-Chefin an die Spitze des Aufsichtsrats beim Düsseldorfer Dax-Konzern aufgestiegen. Die Finanzexpertin und langjähriges Mitglied im Betriebsrat von Henkel bildet so mit Simone Bagel-Trah als Chefin des Kontrollgremiums die Doppelspitze des Aufsichtsrats.

Birgit Helten-Kindlein arbeitet bereits seit April 2008 im obersten Kontrollgremium des Düsseldorfer Konzerns. Die 54-Jährige, die eine Ausbildung als Büroassistentin und später den Abschluss als Hochschulökonom im Personalmanagement machte, ist eine ausgewiesene Finanzexpertin. Sie arbeitete zu Beginn ihrer Karriere im Controlling von Henkel. Sie ist auch Mitglied im Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats.

Seit 2001 ist sie als Betriebsrätin für ihre Arbeit freigestellt. Sie löst im Aufsichtsrat den langjährigen Betriebsratschef Winfried Zander ab, der nach der Hauptversammlung aus dem Gremium ausschied. Bei dem bedankte sich Vorstandschef Hans Van Bylen auf der Hauptversammlung „für die gute und konstruktive Zusammenarbeit“.

Jetzt muss Helten-Kindlein zeigen, ob sie so konstruktiv mit dem Vorstand zusammenarbeiten wird. Sie muss mit Bagel-Trah vor allem ein Auge darauf haben, dass Van Bylen die Probleme in Nordamerika in den Griff bekommt. Dort musste der Konzern vor knapp einem Monat Lieferprobleme im Konsumgütergeschäft einräumen.

Er versprach aber, dass er diese im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres in den Griff bekommen will. Am 9. Mai könnte sich zeigen, ob dies Van Bylen gelungen ist. Denn dann legt er die Zahlen für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres vor.

Helten-Kindlein wird auch aufmerksam verfolgen, ob Van Bylen seine ehrgeizigen Wachstumsziele bis 2020 erreicht. So will er bis dahin jedes Jahr ein durchschnittliches organisches Wachstum von zwei bis vier Prozent erreichen.

Die neue Vizechefin des Kontrollgremiums könnte bei den Betriebsratswahlen am 2. und 3. Mai ihre Position im Konzern weiter festigen. Helten-Kindlein kandidiert für den Vorsitz des Arbeitnehmergremiums. Die Finanzexpertin würde dann den Noch-Betriebsratschef Zander auch in dieser Position bei Henkel beerben – und den Weg für die doppelte Frauenpower beim Dax-30-Konzern weiter stärken.

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