Käufersuche gescheitert: Matratzenhändler MFO wird abgewickelt
Das Logo prangt an deutschlandweit 97 Läden: ein großer gelber Streifen an der Fassade, darauf rot abgesetzt die Buchstaben MFO. Die Marke gehört zur Matratzen Direct AG, einem der größten und bekanntesten Matratzenanbieter in Deutschland. Bislang jeweils. Doch bis Ende des Jahres wird das Kölner Unternehmen seinen Betrieb einstellen. Rund 300 Mitarbeiter verlieren ihre Arbeit – und die MFO-Filialen müssen schließen.
Matratzen Direct hatte Ende März beim Amtsgericht Köln ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Fortan kümmerte sich Annamia Beyer, Partnerin der Kanzlei Lambrecht, federführend um die operativen Themen. Jens Schmidt von der Kanzlei Runkel Rechtsanwälte beaufsichtigte die Rettungsmission als Sachwalter.
Ziel war es, das Unternehmen zunächst zu stabilisieren, um eine spätere Übernahme durch einen Investor zu ermöglichen. Dafür wurden 27 der ursprünglich 124 MFO-Filialen geschlossen. Parallel dazu wurde die Suche nach einem Käufer gestartet und mehr als 44 potenzielle Interessenten wurden kontaktiert. Doch am Ende sagten alle ab.
Der Abverkauf startet
„Grundlage des Sanierungskonzepts für eine dauerhaft rentable Fortführung sind auch Investitionen in die Zukunft, die ohne Investor nicht möglich sind“, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. „Eine nachhaltig rentable Fortsetzung des Geschäftsbetriebs hätte dies vorausgesetzt.“ Bis Jahresende sollen nun alle Matratzen in den Läden und im Onlineshop abverkauft werden.
Matratzen Direct kämpft seit Jahren mit erheblichen Problemen und hatte schon 2017 ein Schutzschirm-Insolvenzverfahren durchlaufen. Zahlreiche Filialen mussten bereits damals schließen, doch das Unternehmen überlebte und konnte weitermachen.
In den vergangenen Jahren gab es dann allerdings neue Rückschläge. So heißt es im Geschäftsbericht für 2023: „Ab dem zweiten Quartal war der Umsatz durch eine signifikante Kaufzurückhaltung aufgrund der Inflation und der Verunsicherung der Bevölkerung im Rahmen des Heizungsgesetzes beeinträchtigt.“ Im Gesamtjahr 2023 erzielte das Unternehmen demnach einen Umsatz von 34,4 Millionen Euro und musste einen Jahresverlust von 1,2 Millionen Euro verbuchen.
Angesichts der Konsumflaute hat sich die Lage offenbar weiter zugespitzt – mit Folgen für die gesamte Branche. So sorgte beim Matratzen-Start-up Emma im vergangenen Jahr eine Entlassungswelle für Aufsehen. Auch die Northeimer Breckle-Gruppe, die zu den Schwergewichten der Branche gehört, geriet in die Krise und musste Insolvenz anmelden.
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