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ReedereiHapag-Lloyd stellt Entspannung der Frachtpreise in Aussicht

Erhöhte Transportkapazitäten könnten zu niedrigeren Frachtpreisen beitragen. Eine europaweite Übergewinnsteuer sei denkbar. 02.09.2022 - 13:31 Uhr

Ein Grund für den Flottenausbau der Reedereien sind die ab nächstem Jahr geltenden strengeren Umweltvorgaben.

Foto: Reuters

Deutschlands größte Reederei Hapag-Lloyd will mit prall gefüllten Kassen weiter expandieren und investiert in neue Schiffe und Hafenterminals. Wir haben zur Zeit 22 Schiffe bestellt, davon zwölf mit 24.000 TEU (20-Fuß-Standard-Container) und zehn mit 13.000 TEU“, sagte Konzernchef Rolf Habben Jansen der Nachrichtenagentur Reuters in einem am Freitag veröffentlichten Interview.

Der erste Frachter sei Ende Juli geliefert worden. „Jetzt kommen sie eins nach dem anderen 2023 und 2024.“ Dadurch erhöhen sich die Transportkapazitäten deutlich, was zu einer Entspannung der Frachtraten beitragen dürfte.

Für die 22 Frachter gibt die weltweit fünftgrößte Containerlinie circa drei Milliarden Dollar aus. Davon gehören die Schiffe mit einer Kapazität von 24.000 TEU zu den größten Containerschiffen der Welt.

Auch andere Reedereien bauen angesichts der hohen Nachfrage ihre Flotten kräftig aus. Ein Grund sind aber auch die vom nächsten Jahr an geltenden strengeren Umweltvorgaben (IMO) für die Schifffahrtsbranche.

Entsprechend voll sind die Auftragsbücher der Werften. „Viele Schiffe kommen in den nächsten ein, zwei Jahren an den Markt“, erläuterte Habben Jansen. „Man sieht den Aufholeffekt und es bringt den Markt mehr in die Balance. Damit können sich die Raten normalisieren.“

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Mit Überkapazitäten, in einem Ausmaß wie 2009/2010, die die Schifffahrtskrise ausgelöst und zahlreiche Fusionen und Übernahmen nach sich gezogen hatten, rechnet Hapag-Lloyd nicht.

Bisher sorgen die knappen Transportkapazitäten dafür, dass die Frachtpreise durch die Decke gehen. Das lässt die Gewinne der Reedereien sprudeln. Hapag-Lloyd hat das Konzernergebnis im vergangenen Jahr fast verzehnfacht und zuletzt im Juli die Prognose für 2022 angehoben.

Offen für Übergewinnsteuer-Diskussion

Dadurch wird auch in der Schifffahrt die Diskussion über eine sogenannte Übergewinnsteuer angeheizt. Eine solche Steuer wird derzeit diskutiert, um die krisenbedingt hohen Gewinne etwa von Energieunternehmen abzuschöpfen.

Habben Jansen zeigte sich gesprächsbereit für das Thema. Allerdings müsse die Initiative von der Politik ausgehen. Von dort gebe es noch keinen Vorstoß.

Der Hapag-Lloyd-Chef gab zu bedenken, dass eine Lösung für die auf allen Weltmeeren fahrenden Containerlinien nicht einfach wäre. Zumindest auf europäischer Ebene müsse es gleiche Wettbewerbsbedingungen geben.

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Gleichzeitig nimmt die Hamburger Traditionsreederei weitere Beteiligungen an Hafenterminals ins Visier, um stärker Zugriff auf die Infrastruktur zu bekommen. Nach Investitionen in Wilhelmshaven, Tanger (Marokko) und Damietta (Ägypten) sollen weitere Standorte folgen.

„Es könnte etwas in Europa sein. Ich könnte mir aber auch einiges in Nord- und Südamerika vorstellen“, sagte Habben Jansen. „Ich wäre überrascht, wenn sich innerhalb der nächsten zwölf Monate keine Investition im Terminalbereich ergeben würde.“

In die Logistik wollen die Hanseaten - im Gegensatz zu Konkurrenten wie Maersk und CMA – nicht einsteigen. „Es passt nicht zum Kerngeschäft.“

In Indien will Hapag-Lloyd seine Position derweil ausbauen. Habben Jansen verwies darauf, dass die Container-Reederei ihre Dienste aus dem südasiatischen Land bereits ausgebaut habe und dies auch weiter tun wolle. Die Wachstumsperspektiven seien gut. „Und deswegen werden wir auch vermehrt auf Indien setzen.“

rtr
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