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Second-Hand LuxusProtzen mit gebrauchtem Luxus

Ob Rolex oder Breitling, Louis Vuitton oder Hermés – auf Online-Markt-Plätzen wie Chronext und Rebelle tummelt sich Luxus aus zweiter Hand. Der Preis lockt die Käufer nicht dorthin. Dafür stechen sie Edel-Boutiquen mit anderen Vorzügen aus.Niklas Dummer 19.06.2016 - 16:33 Uhr

Online-Handel: Luxusartikel aus zweiter Hand boomen.

Foto: dpa Picture-Alliance

Die Patek Philippe Grand Complication Ref. 5104P ist ein Sammlerstück sondergleichen. Wie viele Modelle der Uhr überhaupt existieren, ist nicht bekannt. Jedes Jahr wird nur eine Handvoll gefertigt.

Die Freunde der Haute Horlogerie schätzen das 43 Millimeter breite Gehäuse aus Platin, den Boden aus Saphirglas, das Armband aus Krokodilleder. Das verglaste Ziffernblatt gewährt Einblick in das hochkomplexe Innenleben der Automatikuhr. 2013 wurde ein Modell für mehr als eine halbe Millionen Euro verkauft.

Das Besondere: Die Uhr ging nicht über die Ladentheke. Die Uhr wurde auf einem Online-Marktplatz für gebrauchte und neue Luxusuhren verkauft, der zu dem Zeitpunkt gerade einmal ein Jahr alt war: Chronext.

Was den Deutschen beim Online-Luxus-Kauf wichtig ist
Fragestellung: Wie wichtig sind Ihnen folgende Faktoren beim Einkauf in einem Online-Luxus-Shop?Quelle: McKinsey Verbraucherumfrage unter 550 Teilnehmern, Juni 2014
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Die Luxusbranche setzte im vergangenen Jahr rund eine Billion Euro um, ein Viertel davon entfiel auf Gegenstände des persönlichen Gebrauchs: Designermode, teure Accessoires und edle Uhren wie die Patek Philippe. 

Das Gros der Umsätze mit Luxusgütern wird bis heute in den Boutiquen der Metropolen erzielt – laut Ernst & Young Luxury Business Report sind es 66 Prozent. Doch der Vertrieb über Retail- und Onlineshops nimmt jährlich zu. Seit 2012 hat sich der Marktanteil verdoppelt. Mehr als 16 Milliarden Euro werden damit pro Jahr im Netz umgesetzt. Ein immer größerer Teil davon entfällt auf gebrauchte Ware.

„Uhren, Mode und Accessoires – insbesondere Taschen – sind prädestiniert für den Second-Hand-Onlinehandel“, sagt Petra-Anna Herhoffer. Sie ist Mitautorin des E&Y-Reports und Gründerin des auf Luxus spezialisierten Beratungsunternehmens Inlux.

Warum die Louis Vuitton-Tasche verkaufen?

„Die Marktplätze ermöglichen es den Kunden, Produkte schneller zu wechseln“, sagt Herhoffer. Beginnt das Prada-Kostüm zu zwicken, lässt es sich online immer noch zu Geld machen – etwa auf Marktplätze für Designermode wie Vestraire Collective oder Rebelle. Von dem Geld wiederum kann ein Kostüm gekauft werden, das die richtige Passform hat.

„Unsere Zielgruppe ist nicht darauf angewiesen, aussortierte Artikel zu Geld zu machen“, sagt Cécile Gaulke, Gründerin von Rebelle. „Sie ist berufstätig und hat wenig Zeit.“ Trotzdem werden monatlich zwischen 15.000 und 20.000 Produkte zu Rebelle geschickt – etwa sündhaft teure Taschen von Hermés oder Kostüme von Louis Vuitton; bei Chronext landen monatlich rund 1200 Luxusuhren – allein von Privatpersonen. Manche dieser Uhren gehen für sechsstellige Beträge weg. Die Hälfte seines Geschäfts macht Philipp Man, der Chronext 2013 mit Ludwig Wurlitzer gründete, mit gebrauchten Uhren.

Wie sich unser Verständnis von Luxus verändert
Nur wenige Begriffe werden so inflationär und so unterschiedlich verwendet, wie der Luxus-Begriff. Die Vorstellung von Luxus ist nicht nur individuell unterschiedlich, sie unterliegt auch einem gesellschaftlichen Wandel. In einem idealtypischen Modell beschriebt das Schweizer Gottlieb Duttweiler Institut vier Phasen, die den Wandel des nachvollziehbar machen. Das Modell beschreibt einen Reifeprozess, der sich an den Lebensphasen orientiert;Quelle: Gottlieb-Duttweiler-Institut. „Der nächste Luxus. Was uns in Zukunft lieb und teuer wird.“
Die erste Phase der Luxusentwicklung  ist geprägt durch einen großen Konsumhunger, der mit dem was angeboten wird, befriedigt wird. Das vorherrschende Prinzip: „Mehr ist Mehr“.  Dies ist vor allem auf aufstrebenden Märkten zu beobachten. Hier herrschen Nachholbedarf und das Verlangen aufzusteigen. Gleichzeitig gibt es ein Defizit.
Sie setzt Solvenz voraus, wird aber dominiert von einem verstärkten Wettbewerbsdruck. Der Traum von einem weiterem Aufstieg weicht der Angst vor einem Abstieg.  Nun wird das „Mehr“ zum „Muss“. Güter mit Signalwirkung  gewinnen an Bedeutung: Mein Haus, mein Auto, mein Diamantring.
Eine erste Luxusmüdigkeit setzt ein. Die Phase ist geprägt vom abnehmenden Grenznutzen. Die Erkenntnis, dass das Glücksfühl beim Erwerb eines Produkts abnimmt, je öfter und hindernisloser dieser möglich ist, stellt sich ein. Der Luxuskonsum verschiebt sich von der Produkt- auf die Erlebnisebene.
Die Ästhetik des neuen Luxus lässt sich für die Forscher des GDI auf den Begriff der Verschlichterung bringen.  Luxuskonsumenten demonstrieren bewusst den Verzicht. Die Fähigkeiten, dass Reduzierte und Essentielle leben, aber lesen zu können rückt in den Vordergrund. Nur wer über materiellen Besitz verfügt, wird sich die Fähigkeiten aneignen können, um die Codes des neuen Luxus zu entziffern.

Experten schätzen, dass gut erhaltene Luxusprodukte im Schnitt noch rund 70 Prozent des Originalpreises einbringen. Bei besonders werthaltigen Marken übersteigt der Preis den Originalpreis sogar.

Trotz schöner Prachtbauten im Grünen: In Stuttgart wurde von allen Städten 2014 mit 162 veräußerten Immobilien im Wert von 205,75 Millionen Euro am wenigsten Kasse gemacht. Der Umsatz stieg von 179,1 Millionen Euro um 14,9 Prozent. Auch fanden nur rund zwölf Prozent mehr Objekte als im vergangenen Jahr einen neuen Besitzer. Im Segment der Ein- und Zweifamilienhäuser verkaufte sich mit 89 statt 96 Objekten sogar weniger.

Quelle: Dahler & Company

Foto: Dahler & Company Immobilien

Den größten Sprung der Verkaufszahlen gab es ebenfalls am Rhein, allerdings in Düsseldorf: Waren es 2013 noch 166 verkaufte Objekte, steigt die Zahl 2014 auf 260 an – eine Steigerung von 56,6 Prozent. Insgesamt wurden 304,1 Millionen Euro umgesetzt, vor allem durch Verkäufe von Häusern wie dieser Villa mit Pool. Der Umsatz aus dem Verkauf von Eigentumswohnungen hingegen ging leicht um 1,28 Prozent zurück.

Foto: Dahler & Company Immobilien

Auch am Rhein in Köln freut sich die Immobilienbranche über Objekte wie diese Maisonette-Wohnung – und über nach oben offene Verkaufszahlen: Im Bereich der Luxushäuser ab zwei Millionen Euro zogen die Verkäufe sogar um satte 83,3 Prozent an. Insgesamt überschritt der Umsatz in Köln mit 317,1 Millionen Euro erstmals die 300-Millionen-Marke, während er im Vorjahr noch bei 232,9 Millionen Euro lag – ein Plus von rund 36 Prozent.

Foto: Dahler & Company Immobilien

In Frankfurt wurden im Jahr 2014 insgesamt 253 Immobilien wie dieses Luxus-Apartment verkauft – 2013 waren es nur 182. Mit 286,8 Millionen Euro konnte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 32,9 Prozent gesteigert werden. Insgesamt wurden in der Mainmetropole 63 Premiumhäuser veräußert – das bedeutet eine Umsatzsteigerung von 87,3 Prozent auf 75 Millionen Euro. Im Vorjahr wechselten nur 25 Luxushäuser den Besitzer.

Foto: Dahler & Company Immobilien

Über grüne Aussichten wie diese freut sich in Hamburg vor allem das Premium-Preissegment. Mit 67 verkauften Objekten mit Einzelpreisen von mehr als zwei Millionen Euro wurde hier ein Umsatz von 203,5 Millionen Euro erzielt. Ein Jahr zuvor wurden nur 37 Immobilien für einen ähnlichen Preis verkauft.

Foto: Dahler & Company Immobilien

Fast interessanter sind aber die Zahlen zum Umsatz in der Hansestadt: So stieg der Umsatz im Hamburger Immobilienmarkt für gehobene Immobilien 2014 auf rund 777 Millionen Euro – das sind rund 39 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Damit liegt Hamburg im Vergleich zu den anderen Metropole an zweiter Stelle. Der Umsatz beim Verkauf von Eigentumswohnungen stieg sogar noch stärker – um 50,9 Prozent auf 338,4 Millionen Euro.

Foto: Dahler & Company Immobilien

Offene Küche, Granitfliesen, Balkon mit Blick auf die Außenalster: Hamburg kann sich sehen lassen – und erntet dafür ein sattes Verkaufsplus von 30 Prozent. Nicht nur sind die Verkäufe von Eigentumswohnungen im Premiumsegment um fast 40 Prozent gestiegen, auch die Verkäufe von luxuriösen Ein- und Zweifamilienhäusern zogen um mehr als 22 Prozent an.

Foto: Dahler & Company Immobilien

Bergauf geht’s in der Hauptstadt nur an dieser herrschaftlichen Pforte: Berlin zeigt mit sinkenden Verkaufszahlen für Ein- und Zweifamilienhäuser und einem leichten Plus für Eigentumswohnungen die schwächste Entwicklung im Jahr 2014 im Vergleich zu den anderen Metropolen.

Foto: Dahler & Company Immobilien

Gezählt wurden alle Immobilien, die einen Einzelwert von mehr als 750.000 Euro überschritten haben – auch ohne wertvolle Gemälde an den Wänden. Denn in dieses Preissegment dringen in München auch gut ausgestattete, aber keineswegs ultra-luxuriöse Häuser und Eigentumswohnungen vor. So sind Eigentumswohnungen in München fast ein Drittel teurer als im keineswegs billigen Hamburg. Für Ein- und Zweifamilienhäuser müssen Münchner sogar gut die Hälfte mehr hinlegen als die Hansestädter.

Foto: PR

München stellte in Sachen luxuriöses Wohnen auch 2014 alle anderen Orte in den Schatten – dafür sind nicht nur königliche Bäder wie dieses verantwortlich. Mit 1,2 Milliarden Euro Transaktionsvolumen entfiel fast ein Drittel des Umsatzes für Luxusimmobilien in den sieben Großstädten (Berlin, Düsseldorf, Köln Frankfurt, Hamburg, München und Stuttgart) auf die bayerische Landeshauptstadt, was zugleich ein Plus von 40 Prozent bedeutet.

Foto: PR

„Warum Kleider lagern, die ich nie wieder anziehe? Heute kommt es darauf an, Produkte zur Verfügung zu haben, wenn man sie braucht. Es ist nicht mehr so wichtig, viel zu besitzen“, sagt Gaulke. Was viele abschreckt: Das Inserieren im Netz ist mit einem gewissen Zeitaufwand verbunden. Gaulkes Rezept: Den Verkauf so einfach wie möglich gestalten. Neben dem üblichen Prozess des selbst Inserierens bietet Rebelle den sogenannten Concierge-Service.

Die Verkäuferin meldet sich online an und Rebelle schickt ihr eine Box zu mit einem vorbezahlten und versicherten DHL-Aufkleber. In die Box packt die Verkäuferin die Produkte – egal ob eines oder 20. Rebelle übernimmt von der Warenannahme über die Qualitäts- und Echtheitsprüfung hin zum Fotografieren und Inserieren den gesamten Aufwand. Einmal die Woche erhält die Verkäuferin dann den Erlös – abzüglich zwischen 20 und 30 Prozent Provision.

Was reizt den Käufer?

Es ist nicht der Geiz, der Luxus-Jäger zu Online-Shoppern macht. „Schnäppchen werden auf solchen Luxus-Marktplätzen nicht gesucht, günstigere Angebote ja“, sagt Luxusexpertin Herhoffer. Die Luxusproduzenten hatten anfangs aufgrund des Internethandels befürchtet, dass die Exklusivität ihrer Marken leiden würde – und damit die Preise. „Das hat in der Branche für viel Diskussionsstoff gesorgt.“ Bewahrheitet hat sich due Befürchtung nicht. „Die Preise sind auf einem hohem Niveau geblieben“, sagt Herhoffer.

Rang 10: Luxus-Kreuzfahrten

Die Demografie- und Einkommensentwicklung wirkt sich positiv auf die Luxus-Kreuzfahrt-Industrie aus. Rund 2 Milliarden Euro Umsatz wurden 2015 in diesem Marktsegment erwirtschaftet. Im Vergleich zu 2014 ist der Markt um 4 Prozent (wechselkursbereinigt) gewachsen. Damit sind Kreuzfahrten unter den Reichen nach wie vor sehr gefragt. Insbesondere Fahrten zu ungewöhnlichen Reisezielen waren in diesem Jahr beliebt.

Foto: dpa

Rang 9: Luxus-Jachten

Der Luxus-Jacht-Markt stagniert. 2015 wurden - genauso wie im Vorjahr - weltweit 7 Milliarden Euro in diesem Segment umgesetzt. Das reicht jedoch aus, um einen Platz in der Top 10 der beliebtesten Luxusgüter zu ergattern. Eine positive Tendenz hat sich zudem abgezeichnet: Die Nachfrage nach Halbfertigerzeugnissen in der Industrie aus China und dem Vereinigten Königreich ist zuletzt gestiegen.

Foto: dpa

Rang 8: Luxuriöse Privatjets

Privatjets waren 2015 das achtgrößte Segment auf dem Luxusgütermarkt mit einem Umsatz von 21 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Nachfrage um 14 Prozent gewachsen, wechselkursbereinigt ist das Wachstum jedoch sogar um einen Prozent gesunken. Nordamerika ist hier der stärkste Markt.

Foto: REUTERS

Rang 7: Hochwertige Designerwaren

Das zweite Jahr in Folge ist die Nachfrage auf dem Designmarkt gestiegen - wechselkursbereinigt um 4 Prozent auf 32 Milliarden Euro. Beliebt waren im vergangenen Jahr vor allem hochwertige Wohn- und Schlafzimmermöbel, sowie Designerlampen. Besonders der europäische Markt konnte von den positiven Wechselkursentwicklungen profitieren, insbesondere Italien und Deutschland kam dies zugute. Den größten Verkaufskanal bildet nach wie vor der Großhandel (66 Prozent), der Online-Handel macht in diesem Segment zurzeit noch einen geringen Anteil aus, wächst aber stetig.

Foto: AP

Rang 6: Bildende Künste

Luxusgüter aus der bildenden Kunst machen 70 Prozent des gesamten Kunstmarkts aus. Die sich schnell entwickelnden Online-Kanäle bilden eine vielversprechende Plattform für interessierte Sammler, die noch keine Marktkenner sind. Der größte Markt ist in diesem Segment die USA, der vor allem in New York floriert.

Foto: dpa

Rang 5: Delikatessengeschäft

Ähnliches gilt für das Delikatessengeschäft. In diesem Segment wurden 2015 45 Milliarden Euro umgesetzt, der Markt ist im Vergleich zu 2014 um 4 Prozent gewachsen. Insgesamt wurden in der Sparte mit dem Delikatessengeschäft und Luxus-Spirituosen 108 Milliarden Euro auf der ganzen Welt umgesetzt.

Foto: AP

Rang 4: Luxusweine & Spirituosen

Mit Luxusweinen & Spirituosen wurden 2015 64 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet. Das entspricht einem Wachstum von 3 Prozent (wechselkursbereinigt) im Vergleich zum Vorjahr. Auf der ganzen Welt konnte Luxuswein ein solides, organisches Wachstum verzeichnen. Experten rechnen zukünftig mit einer besonders starken Kaufkraft der Touristen in diesem Marktsegment, da sie den Wertverlust des Euro für Luxus-Shoppingtouren in Europa nutzen.

Foto: REUTERS

Rang 3: Luxushotelübernachtungen

Die Nachfrage nach Übernachtungen in Luxushotels wie dem Bayerischen Hof in München (hier abgebildet) ist im Vergleich zum Vorjahr wechselkursbereinigt weltweit um 7 Prozent gestiegen. Insgesamt 176 Milliarden Euro wurden 2015 in diesem Marktsegment umgesetzt. Neue Marktteilnehmer und -Plattformen haben allerdings in diesem Marktsegment den Druck erhöht. Das hatte einen leichten Abschwung auf diesem Markt zur Folge, insbesondere bei den US-amerikanischen Luxushotelketten.

Foto: dpa

Rang 2: Luxusgüter für den persönlichen Gebrauch

Die Luxusgüter des persönlichen Gebrauchs - Uhren, Schmuck, Mode, Leder und Kosmetik - legen numerisch zwar um 13 Prozent auf 253 Milliarden Euro zu. Tatsächlich aber entwickelt sich dieser Bereich mit weniger als zwei Prozent Wachstum (wechselkursbereinigt) im laufenden Jahr unterdurchschnittlich. Das ist das Ergebnis der Studie "Luxury Goods Worldwide Markets Monitor 2015". Das zweitgrößte Marktsegment war dieses Jahr besonders stark von den heftig schwankenden Wechselkursen betroffen. Der Euro verlor 2015 gegenüber den wichtigsten Weltwährungen fast bis zu einem Fünftel seines Werts.

Überdurchschnittlich gut haben sich in diesem Jahr Juwelen als sicheres Investment (wechselkursbereinigt plus 6 Prozent) und edle Schuhe (plus 4 Prozent) verkauft.

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Rang 1: Luxusautos

Besonders deutlich ist in diesem Jahr die Nachfrage nach luxuriösen Autos (wechselkursbereinigt plus acht Prozent) gestiegen. 2015 wurde in diesem Marktsegment ein Umsatz von 405 Milliarden Euro erwirtschaftet. Alle Segmente profitieren hier von den Aufwärtstrends an den US-Märkten. Zudem hat sich die Angebotserweiterung von Luxusautomobilherstellern mit neuen Einstiegspreismodellen positiv auf den Luxus-Automarkt ausgewirkt.

Quelle: Luxury Goods Worldwide Markets Monitor 2015

Zur Studie:

Seit dem Jahr 2000 untersucht Bain & Company in Zusammenarbeit mit Fondazione Altagamma den Markt und die Ertragslage von 250 weltweit führenden Luxusgüterherstellern und -marken.

Foto: REUTERS

„Es gibt dieses Stigma, dass gebrauchte Luxusuhren von denen gekauft werden, die sich keine neuen leisten können“, sagt Chronext-Mitgründer Man. De facto sei der Preisunterschied zwischen neuen und gebrauchten Modellen aber oft so marginal, dass sich der Kauf lediglich des Preises wegen kaum lohne. „Es gibt viele Kunden, die Uhren wollen, die in der aktuellen Modellreihe nicht mehr verfügbar sind oder die explizit Modelle suchen, die Vintage-Charakter haben.“

Rebelle-Gründerin Cécile Gaulke verweist auf Modelle, deren Auflage so gering ist, dass sie als Neuware im Geschäft ohne längere Wartezeiten kaum zu haben sind – etwa Hermés-Taschen. „Da sorgt der Hersteller durch künstliche Verknappung dafür, dass die Taschen so rar sind, dass die Kundinnen deutlich über Neupreis zahlen, um dafür nicht auf die Tasche warten zu müssen.“

Austern

Die wichtigste Austernart ist die Pazifische Felsenauster, mehr als 90 Prozent der verkauften Austern gehören zu dieser Sorte. In Europa heißt sie "fines de claires" oder "Marennes-Oléron". Die europäischen Austern kommen überwiegend aus Frankreich, weltweit dominiert allerdings China den Markt. Rund 80 Prozent der Edelmuscheln werden dort geerntet, verkauft und zubereitet. Rund zwei Euro kostet eine Pazifische Felsenauster, die Portugiesische oder die Europäische Auster ist wesentlich teurer, da beide Sorten mittlerweile sehr selten geworden sind.

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Hummer

Beliebt - und teuer - sind Hummer und andere Schalentiere wie Langusten. Sowohl der amerikanische als auch der europäische Hummer gelten als Delikatesse. In den meisten Ländern dürfen die Tiere nicht unter einer bestimmten Größe verkauft werden. Geht ein kleiner Hummer in die Falle, muss er wieder zurück ins Meer geworfen werden. Das schränkt das Angebot ein und treibt den Preis. Im Restaurant kosten die Tiere zwischen 50 und 115 Euro pro Kilo, Restaurantbetreiber können das Kilo kanadischen Hummers auch schon für 17 bis 25 Euro über den Großhandel beziehen.

Foto: Fotolia

Kobe-Rindfleisch

Das Kobe-Rindfleisch ist das teuerste Fleisch der Welt. Die Rinder aus der japanischen Region Kobe dürfen dreimal so lange leben wie normale Schlachtrinder, außerdem sind sie leichter und können nur in kleinen Herden gehalten werden, was das Angebot reduziert und den Preis in die Höhe treibt. Die Rinder bekommen keinerlei Wachstumshormone verabreicht und die Züchter betreiben einen besonderen Aufwand, um besonders gutes Fleisch zu erhalten. Von Massagen der Tiere über besonderes Futter ist alles dabei. Ein Kilo Kobe-Fleisch kostet deshalb zwischen 400 und 600 Euro. In die EU darf das Fleisch nicht exportiert werden: Den japanischen Schlachthäusern fehlt die EU-Zulassung.

Foto: Fotolia

Wildlachs

Lachs ist einer der beliebtesten Speisefische. Er kann gekocht, gebraten, gedünstet, geräuchert oder roh verwendet werden, sein Rogen steht als "Lachskaviar" im Regal. Durch Überfischung ist der Wildlachs jedoch seltener - und teurer - geworden. Die qualitativ hochwertigsten Sorten - dazu gehören der Königslachs, der Silberlachs sowie der Rot-, Hund- und Buckellachs - kosten im Einkauf bis zu 35 Euro pro Kilogramm. Gefroren sind sie natürlich günstiger.

Foto: AP

Kaviar

Kaviar - also der Rogen vom Stör - ist deshalb so teuer, weil die weiblichen Störe erst mit drei Jahren geschlechtsreif werden und nur alle zwei bis drei Jahre Eier haben. Zwar gibt es schon lange Kaviarfarmen, die die Suche nach trächtigen Störweibchen überflüssig macht, aber je nach Sorte werden trotzdem bis zu 8000 Euro pro Kilo fällig.

Der bekannteste Kaviar stammt vom Belugastör, die schwarzen Eier kosten in Deutschland bis zu 740 Euro pro Kilo. Für Kaviar vom Sevruga werden schon mehr als 800 Euro pro Kilo fällig, Lachskaviar kostet dagegen nur rund 130 Euro pro Kilogramm. Der teuerste Fischrogen ist der als Zarenkaviar geführte Rogen des Albino-Sterlets. Im Januar dieses Jahres kostete das Kilo davon 17.000 Euro.

Foto: dpa

Stopfleber

Die Stopfleber oder Foie gras ist seit der Antike eine Delikatesse - allerdings auch Tierquälerei. Man gewinnt die fette Leber von Enten und Gänse, die bis zu einem halben Jahr alt sind. In ihrem letzten Lebensmonat werden die Tiere zwangsernährt, indem sie mittels eines Trichters bis zu vier mal am Tag mit einem Brei aus Getreide und Fett "gestopft" werden. Dadurch sind die Lebern rund dreimal so schwer wie bei normal gefütterten Tieren. Das Kilo Stopfleber kostet ab 60 Euro aufwärts.

Foto: dapd

Trüffel

Trüffel sind die teuersten Pilze der Welt. Sie wachsen unterirdisch und müssen von speziell trainierten Hunden oder Schweinen aufgespürt werden. Die meisten Trüffel kommen aus Neuseeland oder Frankreich. Der teuerste Trüffel ist der Weiße: Ein Kilo davon kostet bis zu 9.000 Euro, in Japan zahlen Gourmets bis zu 15.000 Euro für das Kilo.

Der Preis ist abhängig vom Vorkommen und der Nachfrage. War das Wetter nicht trüffelfördernd, fällt die Ernte schlecht aus, der Trüffel wird teurer. Außerdem hängt der Preis auch von der Form des Pilzes ab: Runde Trüffel haben eine geringere Oberfläche als solche, wie der hier abgebildete. Die runden Pilze sind deshalb günstiger. Wer sich im Lokal zwischen 20 und 25 Gramm der günstigeren schwarzen - oder der Sommertrüffel über sein Essen reiben lässt, muss dafür mit bis zu 60 Euro rechnen.

Eine kleine Sensation: im Oktober 2013 sind erstmals in Deutschland Périgord-Trüffeln kultiviert worden. Die Pilze, die sonst in Spanien, Italien oder Frankreich beheimatet sind, gibt es etwa von Dezember bis März. Für ein Kilo gehen durchaus bis zu 1500 Euro über den Tisch.

Foto: dpa

Champagner

Wer es edel mag, ersetzt den gewöhnlichen Sekt durch solchen aus der Champagne. Champagner darf sich nur nennen, wer in der Champagne nach der "Méthode traditionnelle" oder "Méthode champenoise" hergestellt wurde. Dabei gärt der Wein in der Flasche. Der Champagner genießt den Ruf eines sehr feierlichen, noblen Getränks. Deutschland ist weltweit der drittgrößte Exportmarkt für Champagner. Der jährliche Umsatz der Branche beträgt rund 4 Milliarden Euro.

Foto: dpa

Blauflossenthunfisch

Für umgerechnet rund 52.000 Euro (7,36 Millionen Yen) hat eine japanische Sushi-Kette Anfang des Jahres 2015 einen 230 Kilogramm schweren Blauflossen-Thunfisch erstanden. Der Preis, der bei der traditionellen ersten Auktion des Jahres auf dem Tsukiji-Markt in Tokio erzielt wurde, ist gemessen am Vorjahrespreis allerdings ein Schnäppchen. 2014 hatte die gleiche Sushi-Kette für einen 222 Kilogramm schweren Fisch rund eine Million Euro (154,4 Millionen Yen) bezahlt. "Es war ein bisschen teuer", kommentierte damals der Präsident der Sushi-Kette, Kiyoshi Kimura, den Kilogrammpreis von über 6000 Euro.

Gebote weit jenseits der üblichen Marktpreise haben bei der ersten Fischauktion des Jahres Tradition und gelten als feierliche Geste zum Jahresbeginn.

Foto: dpa

Kugelfisch

Bleiben wir bei den Unterwasser-Spezialitäten: Zu den Kugelfischen gehören rund 190 Arten, etwa 20 davon kann man essen. Allerdings ist das Muskelfleisch der Tiere, das in Japan als besondere Delikatesse gilt, so giftig, dass nur speziell ausgebildete Köche den "Fugu" zubereiten dürfen. Wird der Fisch falsch zubereitet, ist ein Kugelfisch-Dinner ein einmaliges Vergnügen. Deshalb und wegen der langjährigen und harten Ausbildung der Fugu-Köche, gilt der Fisch als sehr teurer. Ein Menü im japanischen Restaurant kostet zwischen 60 und 150 Euro. In Europa ist die Einfuhr des Fugu verboten.

Foto: Fotolia

 

„Ein so vielfältiges und großes Angebot, wie Rebelle es macht, kann die Second-Hand-Luxus-Boutique in Citylage nicht bieten“, sagt Luxusexpertin Herhoffer. Das fängt bei der Provision an: In der Design-Boutique um die Ecke werden bis zu 60 Prozent Provision verlangt, Mode-Retailer Rebelle verlangt von Privatkunden die Hälfte, Chronext nimmt im Schnitt 16,5 Prozent.

Das Ranking:

Seit 2012 listet Ernst & Young alljährlich die Top Luxusunternehmen Deutschlands auf. Neben dem Ursprung in Deutschland als Aufnahmekriterium müssen die Produkte das höchste Segment der jeweiligen Branche bedienen, für den Endverbrauch gedacht sein und nicht auf reinen Dienstleistungen beruhen.

Foto: dpa

Die Wertung:

Das Ranking besteht aus einem harten „Facts“- und einem weichen „Emotions“-Score, die beide gleichgewichtet sind. Ersterer setzt sich aus Umsatz, Exklusivität und Qualität zusammen, letzterer aus Aspekten wie Markenbindung und persönlichem Nutzen. Neben einer Jury wurden auch Markenbefragungen zur Bewertung herangezogen.

Foto: dpa

Rang 10: Porsche

Im Vorjahr schaffte es Porsche noch auf Platz acht, in diesem Jahr müssen sich die Stuttgarter mit dem zehnten Platz begnügen mit einem Gesamtergebnis von 71,94 Prozent. Auf der emotionalen Ebene schafft es der Autobauer auf 89,99 Prozent – und ist damit in dieser Kategorie zweiter. Grund dafür ist sowohl die weltweite Präsenz als auch die Symbolkraft für Erfolg und Wohlstand, schreiben die Autoren.

Foto: REUTERS

Rang 9: Walter Knoll

Der Stuttgarter Möbelproduzent muss ebenfalls zwei Ränge einbüßen und landet mit 72,09 Prozent auf Rang 9. In puncto Nachhaltigkeit landet Walter Knoll auf Platz 2. Allerdings beeinflusst Nachhaltigkeit die Kaufentscheidung nicht, wie E&Y-Partner Florian Huber sagt.

Foto: PR

Rang 8: Dedon

Der Produzent von exklusiven Außenmöbeln holt drei Plätze gegenüber dem Vorjahr auf und kommt insgesamt auf 72,19 Prozent. Das erst 1990 vom Ex-Fußballprofi Bobby Dekeyser gegründete Unternehmen hat zahlreiche Designpreise gewonnen. Im „Emotions“-Rating kommt es trotzdem nur auf 70,18 Prozent.

Foto: gms

Rang 7: Bechstein Piano

Die C. Bechstein Pianofortefabrik AG Berlin schafft es durch Steigerungen im Emotions- und Fakten-Rating erstmals unter die Top 10 mit einem Ergebnis von 73,92 Prozent.

Foto: C. Bechstein

Rang 6: BMW i8

Der Hybrid von BMW landet auf Platz 6 mit 74,16 Prozent, nachdem er im Vorjahr noch Platz 9 belegte. Noch vor Porsche führt BMW das „Emotions“-Rating an mit 90,54 Prozent. Auch in puncto Nachhaltigkeit ist der BMW ganz vorne. „Im Automobilbereich liefert BMW mit der Vermarktung des i3 bzw. i8 ein Paradebeispiel für die Bespielung des Neuen Luxus“, schreiben die Autoren von E&Y.

Foto: REUTERS

Rang 5: Bulthaup

Auch in diesem Jahr hat sich auf den vordersten Plätzen kaum etwas getan. Der Küchenmöbelhersteller mit Sitz in Aich ist von Platz 4 auf 5 gefallen mit einem Ergebnis von 75,26 Prozent.

Foto: PR

Rang 4: Glashütte Original

Abgelöst hat Bulthaup das Uhrenwerk Glashütte. Das Unternehmen, das seit 2000 zur Swatch Group gehört, hat einen Platz gut gemacht. Es glänzt vor allem durch die hervorragende Platzierung im „Facts“-Ranking, wo das Unternehmen 90,91 Prozent erhält. Insgesamt kommt es auf 79,74 Prozent

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Rang 3: A. Lange & Söhne

Ebenfalls aus Glashütte kommt die Lange Uhren GmbH, zu der die Marke A. Lange & Söhne gehört. Im vergangenen Jahr kam die Uhrenmanufaktur noch auf den 2. Platz, diesmal reicht es nur für den 3. mit 85,97 Prozent. Wie auch Glashütte Original besticht A. Lange & Söhne im „Facts“-Ranking mit dem herausragenden Wert von 94,45. Auch im „Emotions“-Ranking kommt das Unternehmen unter die Top 5.

Foto: dpa

Rang 2: Leica

Leica kommt insgesamt auf 88,36 Prozent und macht damit im Vergleich zum Vorjahr einen Platz gut. Sowohl im „Facts“- wie im „Emotions“-Rating landet das Unternehmen auf Platz 3.

Foto: dpa

Rang 1: Montblanc

Wie auch schon im Vorjahr belegt der Hamburger Hersteller von Schreibgeräten, Schmuck, Armbanduhren und Lederwaren mit 89,40 Prozent Rang 1. Kein Unternehmen kommt im „Facts“-Rating an der 1906 gegründeten Firma vorbei.

Foto: REUTERS

Auch in puncto Sortimentsbreite können Filialen nicht mithalten. Bei Chronext sind aktuell 15.000 Uhren online – rund die Hälfte davon ist gebraucht. Bei Rebelle sind 65.000 Stücke gelistet – „alle handverlesen und kuratiert“, sagt Gaulke.

Während einzelne Filialen lokal weitgehend auf eine kleine Kundschaft beschränkt sind, sprechen die Online-Anbieter nicht nur den gesamten deutschsprachigen Raum an, sondern auch ein internationales Publikum. Chronext zielt auf Käufer in der ganzen Welt, Rebelle hat sich zuletzt neben dem deutschen Markt auf die Märkte in Großbritannien, den Niederlanden, Frankreich und Italien spezialisiert. So schaffen die Online-Anbieter eine deutlich höhere Nachfrage. „Den Verkäufern bietet das den Vorteil, dass sie ihre Ware schneller verkaufen“, sagt Gaulke. Und die Wahrscheinlichkeit, dass sie einen höheren Preis erzielen, steigt mit jedem potenziellen Käufer.

Nomos Minimatik
Kleine Uhren sind wieder im Kommen - auch bei den Männermodellen. Aber die Minimatik von Nomos Glashütte wendet sich mit einem Durchmesser von 35 Millimeter gewollt an das weibliche Publikum. Enthalten ist das zehnte und neueste Kaliber aus der Manufaktur im alten Bahnhof von Glashütte.
Preis: 2800 Euro

Foto: Presse

Bifora JB-60
Im Jahr 1900 wurde die Firma Bifora in Schwäbisch Gmünd von Josef Bidlingsmaier gegründet und hatte zu seiner Blütezeit rund 1000 Mitarbeiter. Nach 30 Jahren Ruhepause der Marke tritt sie in Basel erneut an. Mit einem Modell, in dem 60 verbliebene Werke aus dem Jahr 1965 verbaut sind.

Foto: Presse

Patek Philippe Calatrava Pilot Travel Time Ref. 5524
Die Genfer Manufaktur zeigt ein für die Marke erstaunlich markantes Modell, das „entschlossen maskulin“ wirken soll. Es enthält ein Automatikwerk. Auf dem Zifferblatt sind mit „Home“ und „Local“ die Hinweise für zwei Zeitzonen zu sehen.
Preis: etwa 40.000 Euro

Foto: Presse

Glashütte Original PanoMaticLunar
Der Betrieb mit dem Ortsnamen in der Marke lässt seine Zifferblätter inzwischen in der eigenen Zifferblattproduktion in Pforzheim herstellen. Das Automatikwerk der PanoMaticLunar hat eine Gangreserve von 42 Stunden. Blickfänger des rotgoldenen Modells ist die Anzeige der Mondphase auf hellem Hintergrund.

Foto: Presse

Breitling Superocean II
Breitling macht das 1957 vorgestellte Modell Superocean schlank. Das kleinere Modell mit 36 Millimetern Gehäusedurchmesser ist bis 200 Meter wasserdicht und damit eine vollwertige Tauchuhr, die Superocean II in 42 Millimetern Größe ist gar bis 500 Meter wasserdicht – und damit zu Tauchtiefen in der Lage, die kein Mensch ohne U-Boot erreicht.

Foto: Presse

TAG Heuer Carrera
Drei Zeiger – drei Farben. Das Modell Calibre 6 von TAG Heuer soll mit Silber, Blau und roten Akzenten an das Original-Design der Uhr aus dem Jahr 1963 erinnern.

Foto: Presse

MB&F HM3 Megawind Final Edition
Wer auffallen will, hat mit Uhren des „Horological Lab“ MB&F leichtes Spiel. Nun auch im Dunkeln, denn das Modell Final Edition verwendet das derzeit hellste Leuchtmittel. Strahlen können aber nur 25 Besitzer – das Modell ist limitiert.

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Bell & Ross BR03-92
Die Uhren der Marke Bell & Ross sind Fliegerinstrumenten nachempfunden und schon von Weitem als solche zu erkennen. Das Modell BR03-92 ist tarngrün und trägt den Beinamen Military Type. Auf dem Zifferblatt erinnern die Buchstaben MT in rot zusätzlich zur Farbe daran.

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Tudor North Flag
Die Marke Tudor, die zu Rolex gehört, zeigt mit den Modellen North Flag erstmals Uhren mit einem eigenen Uhrwerk. Es ist ein Automatikwerk mit einem Rotor, der in beide Richtungen dreht. Besonderheit des Uhrwerks ist eine Unruhspirale aus Silizium, die damit vollständig antimagnetisch ist.

Foto: Presse

Zenith El Primero Sport
Groß, markant, sportlich – in den neuen Chronographen von Zenith steckt ein Uhrwerk, das mit 36.000 Halbschwingungen in der Stunde tickt, statt 28.800 wie das Gros aller mechanischen Uhrwerke. Mit 45 Millimetern Gehäusedurchmesser gehört die Sport zu den voluminöseren Neuvorstellungen.

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Junghans Chronoscope
Tiefblau wie der Himmel in den sehr frühen Morgenstunden soll das Zifferblatt der Junghans Chronoscope wirken. Die Uhr zeigt Datum und Wochentag an und ist als Chronograph auch als Stoppuhr zu nutzen.

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Big Bang Unico Full Magic Gold
Auffällig, auffälliger, Big Bang. Mit sehr gewagten Modellen fällt die Marke Hublot seit vielen Jahren auf. Dieses Modell verwendet ein besonders kratzfestes Gold. Dank der Vermischung mit Keramik kann das Gold laut Hublot nur mit Diamanten zerkratzt werden.

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Mühle Glashütte M29
Warum zwei, wenn es einer tut? Die M29 von Mühle Glashütte nutzt das Konzept der Einzeigeruhr. Es fehlt also keiner. Auf der Uhr im Bild ist es 13:52.

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Mondaine Helvetica
Helvetica ist die serifenlose Schrift, die so erfolgreich in U-Bahnstationen oder Schildern verwendet wird. Der Clou der Mondaine ist aber, dass sie neben dem Uhrwerk die Technik eines Activity-Trackers beinhaltet. Sie zeigt auf dem Zifferblatt diskret die Zeit und kommuniziert die Bewegungsdaten an ein Smartphone.

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Die höhere Nachfrage wiederum bringt weitere Vorteile, die auch aus anderen Bereichen des E-Commerce bekannt sind. Etwa eine deutlich größere Infrastruktur, die bei Luxusprodukten für den Kampf gegen Produktfälschungen genutzt wird.

Das Vertrauen ist die wichtigste Währung

Laut OECD werden jährlich 580 Milliarden Euro mit Produktfälschungen umgesetzt – vor allem online. „Vertrauen ist das wichtigste Kriterium, um im Second-Hand-Luxusmarkt überhaupt ins Geschäft zu kommen und sich langfristig zu etablieren“, sagt Luxusexpertin Herhoffer.

Chronext-Chef Man versucht Sicherheit in den für Fälschungen anfälligen Markt für gebrauchte Luxusuhren zu bringen. Das Konzept: Käufer und Verkäufer kommen nicht direkt miteinander in Kontakt.

Winston Pink Legacy

Neuer Rekord für einen rosafarbenen Diamanten: Am 13. November 2018 ersteigerte der renommierte amerikanische Juwelier Harry Winston den 18,96 Karat schweren Diamanten "Pink Legacy" für mehr als 50 Millionen Dollar, umgerechnet 44 Millionen Euro, inklusive der Gebühren an das Auktionshaus Christie's. Zwar ist der "Pink Star" bereits 2013 für einen deutlich höheren Betrag versteigert worden, aber gemessen am Preis pro Karat schafft der umgehend in "Winston Pink Legacy" umgetaufte Diamant laut Christie's einen neuen Weltrekord für rosafarbene Diamanten: 2,6 Millionen Dollar pro Karat. Der Stein wurde vor mehr als hundert Jahren gefunden und war lange in Besitz der Familie Oppenheimer, die einst den Minen-Konzern De Beers leitete.

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Le Grand Mazarin
Nach dem Rekordjahr 2016 gingen dieses Jahr keine Superdiamanten für illustre Summen über den Auktionshaustisch. Beim "Grand Mazarin" ist eher die Geschichte beeindruckend: Er gehörte vielen Königinnen, Königen und Kaisern, darunter der Sonnenkönig Ludwig XIV. Ein privater Sammler erwarb den 19,07 Karat schweren Stein für 12,3 Millionen Euro. An die Rekordhalter kommt der pinke Diamant damit allerdings nicht heran.

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The Pink Star

Er hatte bereits bei einer Auktion in Genf 2013 den Rekordpreis von rund 76,3 Millionen Schweizer Franken (rund 62 Millionen Euro) erlöst: Der Rekord-Diamant „Pink Star“ hat bei einer Auktion in Hongkong einen neuen Besitzer gefunden. Wie das Auktionshaus Sotheby's mitteilte, ersteigerte die Hongkonger Juwelierkette Chow Tai Fook den rosafarbenen Stein für 71,2 Millionen Dollar (etwa 67 Millionen Euro). Zahlt der Bieter den Betrag, wäre es der höchste Preis, der jemals für einen Diamanten erzielt wurde.

Der „Pink Star“, das Prunkstück der diesjährigen Juwelenauktion von Sotheby's, war bereits vor drei Jahren zu einem noch höheren Preis von 83 Millionen Dollar ersteigert worden. Da der Käufer später jedoch nicht zahlen konnte, nahm das Auktionshaus den Stein zurück. Er gilt als teuerster Diamant aller Zeiten - zumindest was den Gesamtpreis betrifft, denn Experten vergleichen nur den Preis pro Karat. Das 59,60 Karat schwere Juwel wurde als Typ 2a eingestuft, was für ein rosafarbenes Exemplar eine Seltenheit ist. Zwei Jahre brauchte die Firma Steinmetz Diamonds, um ihn aus einem 132,5 Karat schweren Rohdiamanten zu schleifen.

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Lesedi La Rona

Der vermutlich zweitgrößte Rohdiamant der Welt kam am Abend des 29. Juni im Londoner Auktionshaus Sotheby's unter den Hammer - jedenfalls fast. Denn für viele Experten überraschend fand sich kein Käufer. Auf etwa 70 Millionen US-Dollar (etwa 64 Millionen Euro) hatten die Auktionatoren die Verkaufssumme geschätzt. In Botswana im Süden Afrikas wurde das wertvolle Stück im November in einer Mine der kanadischen Firma Lucara Diamond entdeckt. Der Stein heißt „Lesedi La Rona“, was sich mit „Unser Licht“ übersetzen lässt. Laut Sotheby's ist der Rohdiamant der weltweit größte Fund seiner Art seit 1905 und erreicht mit 1109 Karat knapp die Größe eines Tennisballs. Um viele mögliche Interessenten auf das Prachtstück aufmerksam zu machen, wurde der Rohdiamant in den vergangenen Monaten auf Weltreise geschickt und in Städten wie Dubai, Singapur, New York und Hongkong präsentiert - leider bislang vergeblich.

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"The Constellation"

Er hat für 63 Millionen Dollar (55,2 Millionen Euro) den Besitzer gewechselt, noch nie wurde mehr für einen Rohdiamanten bezahlt. Er wurde im November 2015 in der Karowe-Mine in Botswana gefunden.
813 Karat misst der Edelstein und ist damit fast so groß wie ein Tennisball. Den Rekord für den weltgrößten Diamantenfund seit 1905 verpasste er denkbar knapp: Er wurde nur einen Tag nach dem Lesedi La Rona gefunden.

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Oppenheimer Blue

Es ist der teuerste blaue geschliffene Diamant, der jemals versteigert wurde. Ein anonymer Käufer zahlte für den "Oppenheimer Blue" sagenhafte 57,54 Millionen Dollar (50,81 Millionen Euro). Der mit 14,62 Karat weltgrößte klar-blaue Diamant wechselte am 18. Mai 2016 beim Auktionshaus Christie's den Besitzer. Geschätzt wurde der Stein im Vorfeld auf 38 bis 45 Millionen Dollar (etwa 33 bis 40 Millionen Euro).

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Blue Moon of Josephine

Den "Blue Moon of Josephine" hat der chinesische Milliardär Joseph Lau Luen-hung für 48,4 Mio. Dollar (etwa 45 Millionen Euro) für seine Tochter ersteigert. Zuvor hieß der 12,03 Karat schwere Stein nur "Blue Moon". Bis zur Versteigerung des "Oppenheimer Blue" galt er als der teuerste blaue Diamant der Welt.

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Fancy Intense Pink

Farbige Diamanten sind äußerst selten und entsprechend begehrt auf dem internationalen Markt. Dieser 25 Karat schwere pinke Stein wurde im November 2010 für atemberaubende 45,72 Millionen Schweizer Franken (rund 34 Millionen Euro) in Genf versteigert. Da es sehr schwierig ist, die Vielzahl der Diamantentypen zu klassifizieren, arbeiten Auktionshäuser mit international angesehenen Bewertungseinrichtungen zusammen, deren Experten Eigenschaften wie Farbton oder Reinheitsgrad bestimmen. Laut Sotheby's besitzt dieser Stein „die perfekteste pinke Farbe“, die vom Gemmologischen Institut Amerikas (GIA) in die Kategorie „Fancy Intense Pink“ einsortiert wurde.

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De Beers Millennium Jewel 4

Der 10,10 Karat schwere "De Beers Millennium Jewel 4" ist nach Angaben des Auktionshauses Sotheby's der größte je versteigerte ovale Diamant des Prädikats "Fancy Vivid Blue", die wertvollste Farbausprägung bei blauen Diamanten. Er ist im April 2016 in Hongkong für umgerechnet 28 Millionen Euro versteigert worden.

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The Unique Pink

Der größte rosafarbene, birnenförmige geschliffene rosa Diamant hat am 17. Mai 2016 bei einer Auktion von Sotheby's in Genf erstaunliche 30,8 Millionen Franken (27,8 Millionen Euro) erzielt. Sotheby's hatte den seltenen Stein auf 24,6 bis 33,4 Millionen Euro taxiert). Der "Unique Pink" hat ein Gewicht von 15,38 Karat.

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The Orange

Der seltene orangefarbene Diamant mit 14,82 Karat ist in Genf für eine Rekordsumme von 35,5 Millionen Dollar (rund 26,5 Millionen Euro) versteigert worden. Noch nie sei bei einer Auktion eine so hohe Summe pro Karat für ein buntes Juwel auf den Tisch gelegt worden, teilte Christie's mit. Mit seinem Rekordpreis sei er in die Topliga der großen rosafarbenen und blauen Diamanten aufgestiegen, die traditionell die beliebtesten bunten Stücke seien, sagte der Chef der Juwelen-Abteilung von Christie's, François Curiel. Es ist der größte Diamant der Farbklasse "Fancy Vivid Orange" überhaupt.

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Blauer Diamant für 32,6 Millionen Dollar

Er wiegt nicht einmal zwei Gramm und zählt laut Auktionshaus Sotheby's zu den teuersten blauen Diamanten aller Zeiten: In New York ist Ende November 2014 ein Diamant für 32,6 Millionen Dollar (26,3 Millionen Euro) versteigert worden. Der 9,75 Karat (1,95 Gramm) schwere Edelstein gehörte zur Sammlung von Rachel Lambert Mellon, einer im März 2014 verstorbenen US-Kunstsammlerin. Der Wert von 3,35 Millionen Dollar pro Karat war seinerzeit ein neuer Weltrekord für einen Diamanten, hieß es weiter. Den Zuschlag für den tropfenförmigen Fancy Vivid Blue erhielt laut Sotheby's ein privater Sammler aus Hong Kong.

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Walnussgroßer Diamant für 22 Millionen Dollar

Ein kristallklarer 100-karätiger Diamant ist am 21. April 2015 in New York für rund 22 Millionen Dollar (rund 20 Millionen Euro) unter den Hammer gekommen. Es handele sich um den einzigen weißen Edelstein im Smaragdschliff mit solch einer Farbklarheit, teilte das Auktionshaus Sotheby's mit. Der seltene Diamant war den Angaben zufolge im südlichen Afrika in den vergangenen zehn Jahren gewonnen worden und hatte mehr als 200 Karat gewogen, ehe er geschnitten und geschliffen wurde. „Dieser 100,20-Karat-Diamant ist die Definition der Perfektion“, schwärmte der Chef der Juwelenabteilung von Sotheby's, Gary Schuler vor der Versteigerung. „Die Farbe ist weißer als weiß. Er ist frei von jeglichen Unreinheiten.“

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Der Blaue Wittelsbacher

Legendär und rekordverdächtig: 16,4 Millionen Pfund (18,7 Millionen Euro) brachte der „Blaue Wittelsbacher“ im Dezember 2008 ein. Der 35-karätige Stein hatte zu diesem Zeitpunkt seit rund 80 Jahren nicht mehr den Besitzer gewechselt. Nicht nur für Diamantenliebhaber, auch für Historiker ist das Schmuckstück von Bedeutung: Im 17. Jahrhundert schenkte König Philip der Vierte von Spanien den Diamanten seinem Schwiegersohn Leopold dem Ersten von Österreich - als Mitgift für seine Tochter Margarita Teresa, die von 1651 bis 1673 lebte.

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Erzherzog-Joseph-Diamant

Am 13. November 2012 kam einer der wohl berühmtesten Diamanten der Welt in Genf unter den Hammer - und schlug alle bisherigen Preisrekorde. Für knapp 21,5 Millionen Dollar, umgerechnet rund 16,5 Millionen Euro, hat ein anonymer Bieter den 76,02 Karat schweren "Erzherzog-Joseph-Diamanten" ersteigert. Das war der bis dahin höchste Preis, der jemals bei einer Versteigerung für einen farblosen Diamanten pro Karat erzielt wurde. Das Auktionshaus Christie's hatte mit einem Erlös von 15 Millionen Dollar gerechnet.

Der klare, fehlerlose Edelstein stammt aus den antiken Minen Golkonda im Herzen Indiens. Benannt ist er nach dem Erzherzog Joseph August von Österreich. Dieser hatte ihn seinem Sohn Joseph Franz vermacht, der ihn vor dem Zweiten Weltkrieg weiterverkaufte. Zuletzt war der Stein 1993 in Genf von Christie's für 6,5 Millionen Dollar versteigert worden.

Ein Wettbieten zwischen zwei Interessenten hatte den Preis letztlich so hoch getrieben. Der siegreiche Bieter wolle anonym bleiben und werde den Diamanten einem Museum schenken, sagte Alfredo Molina, Vorstand des Juweliers Black, Starr & Frost, nach der Auktion. Molina hatte den Stein zum Verkauf gestellt. "Es ist ein großartiger Preis für einen Stein dieser Qualität", kommentierte er das Rekordergebnis. Der einzigartige Diamant sei mit der "Mona Lisa" vergleichbar.

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Reiner 84-Karäter

Mehr als 18 Millionen Schweizer Franken (rund 14,5 Millionen Euro) gab ein Bieter für diesen besonders reinen Brillanten aus. Wie viele andere große Diamanten wurde der „herausragende und extrem seltene“ Stein im November 2010 auf der Auktionsveranstaltung „Prunkvolle Juwelen“ von Sotheby's versteigert. Er besitzt 84 Karat.

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Blue Belle of Asia

Der legendäre Edelstein "Blue Belle of Asia" ist der teuerste Saphir der Geschichte. Das kostbare Stück aus Sri Lanka wurde in Genf samt dazugehöriger Diamantenkette für die Rekordsumme von 16,9 Millionen Franken (14 Millionen Euro) versteigert, wie das Auktionshaus Christie's am 12. November 2014 mitteilte. Den Zuschlag habe ein privater Sammler erhalten. Der "Blue Belle" war das Prunkstück der Juwelen-Versteigerung von Christie's im Jahr 2014. Er wiegt 392,52 Karat.

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Fancy Deep Blue

Dieser Diamant hält den Rekordpreis pro Karat für naturblaue Diamanten: Der 10,48 Karat schwere Stein der Farbe „Fancy Deep Blue“ erzielte 2012 bei einer Auktion von Sotheby's 10,86 Millionen Dollar, umgerechnet 8,42 Millionen Euro.

Das Auktionshaus erzielte für den tropfenförmig und besonders facettenreich geschliffenen Stein das Dreifache des höchsten Schätzpreises. Ersteigert wurde der Edelstein vom britischen Juwelierhändler Laurence Graff, der 1960 in London das Unternehmen Graff Diamonds gegründet hatte.

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Sun Drop

Stein des Anstoßes: Der "Sun Drop" ist mit 110,03 Karat der größte jemals versteigerte gelbe Diamant. Bei zehn Millionen Schweizer Franken (8,06 Millionen Euro) erhielt ein unbekannter Telefonbieter am 15. November 2011 bei der Versteigerung in Genf den Zuschlag. Gerechnet hatte das Auktionshaus Sotheby's allerdings mit bis zu 14 Millionen Franken. Der Rohdiamant wurde 2010 in Südafrika gefunden und von der New Yorker Diamantenmanufaktur Cora International geschliffen. Anschließend wurde er einige Monate im Londoner Naturkundemuseum und in Hongkong der Öffentlichkeit gezeigt. Juwelenliebhaber aus aller Welt interessierten sich laut Sotheby's für den "jungfräulichen" Stein von der Größe einer überdimensionalen Mandel. "Der Käufer wird die erste Person sein, die ihn trägt", versicherte Auktionator David Bennett vor der Versteigerung.

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4Beau Sancy

Einer der historisch bedeutendsten Edelsteine der Welt - der „Beau Sancy“ aus dem Besitz der Preußenkönige - erzielte im Mai 2012 beim Auktionshaus Sotheby's in Genf umgerechnet knapp 7,5 Millionen Euro. Maria von Medici hatte ihn bei der Krönung von Henry IV im Jahr 1610 in Frankreich als seine Gemahlin getragen. Danach wechselte der 34,98 Karat schwere Stein innerhalb der europäischen Königshäuser mehrfach den Besitzer.

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Hellblaues Juwel

Für 9,3 Millionen Franken (6,1 Millionen Euro) fand dieser hellblauen Diamant im Jahr 2009 ein neuen Besitzer. Der 7,03 Karat schwere Diamant stammt aus der legendären Cullinan-Mine in Südafrika.

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Deepdene

Der größte Diamant in ehemals deutschem Besitz, der 104,25 Karat große „Deepdene“, wurde 1890 in Südafrika gefunden. Er ist fast lupenrein, mit seltener gelber Farbe und antikem Kissenschliff. 1997 wurde er für 715.320 US-Dollar (heute rund 530.000 Euro) in die Schweiz verkauft.

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FILE - In this Nov. 8, 2017 file photo a Christie's employee displays "Le Grand Mazarin," a legendary 19.07-carat pink diamond during a preview at Christie's, in Geneva, Switzerland, Wednesday, Nov, 8, 2017. The 19-carat pink diamond that once belonged to King Louis XIV, Napoleon Bonaparte and other French rulers was auctioned Tuesday, Nov. 14, 2017 in Geneva. (Martial Trezzini/Keystone via AP)

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Jede Uhr, die auf dem Marktplatz verkauft wird, wird vorher zu Chronext geschickt und von auf verschiedenen Marken spezialisierten Uhrenmeistern auf Echtheit und Qualität geprüft. „Bei extrem spezifischen Uhren, etwa Vintage-Stücken aus den Dreißigern, die mehrere Hunderttausend Euro kosten, ziehen wir externe Experten zurate“, sagt Man. „Geht etwas schief, ist es unsere Reputation, die leidet, da der Händler anonym verkauft.“ Den Anteil an Fälschungen, die bei Chronext eingeschickt werden, schätzt er auf unter einen Prozent.

Bei Mode-Artikeln scheint das Problem größer zu sein. Gaulke beziffert den Anteil der Fälschungen, die eingeschickt werden, auf fünf bis acht Prozent. Deswegen beschäftigt auch sie ein ganzes Team, das die Waren auf Echtheit und Qualität überprüft.

Designer-Mode-Retailer wie Vestraire Collective oder Rebelle sprechen vor allem wohlsituierte Frauen an. Das Geschäft von Luxusuhren-Marktplätzen wie Chronext oder Chrono24 richtet sich an den vermögenden Mann. Gemeinsam ist beiden Anbieter-Gruppen, das Risikokapitalgeber aktuell viel Geld in sie investieren.

Seit 2009 wurden weltweit mehr als eine halbe Milliarde Dollar in Luxus-Marktplätze gesteckt. Chronext etwa hat erst Anfang dieser Woche elf Millionen Euro eingesammelt.

„Das Geschäft mit Luxusuhren verspricht sehr hohe Margen“, sagt Chronext-Gründer Man. Gebrauchte Luxusuhren im Wert von zehn Milliarden Euro wechseln jährlich den Besitzer. Digitalisiert worden sei der Markt bis dato aber kaum. „Bis jetzt findet nur ein oder zwei Prozent der Umsätze mit Luxusuhren online statt“, schätzt Man. Das Gros davon laufe nach wie vor über Ebay. „Da ist viel Potential, um ein Unternehmen aufzubauen, das mehrere Milliarden Euro wert sein kann.“

Zumal luxuriöse Uhren – unabhängig von der Konjunktur – sehr wertstabil sind. Gerade in Zeiten des Niedrigzinses, wo die Anleger nach alternativen Geldanlagen suchen, steigt die Nachfrage. „Eine gebrauchte Uhr hat schon einen gewissen Preisverfall hinter sich oder steigt sogar noch im Wert“, sagt Man. „Letztlich müssen wir der EZB danken.“ Die sorgt mit ihren Niedrigzinsen dafür, dass viele Anleger alternative Geldanlagen suchen – wie Luxusuhren.

Allein im vergangenen Jahr sind die Schweizer nach Angaben von Man um knapp 400 Prozent gewachsen, für das nächste Jahr peilt der Jung-Unternehmer 600 Prozent an. Dann soll der Umsatz erstmals die 100-Millionen-Euro-Marke überschreiten.

Auch wenn Man keine Angaben zum Gewinn machen möchte, versichert er: „Wir arbeiten operativ profitabel. An jeder Uhr, die wir verkaufen, verdienen wir Geld.“ In Anbetracht des Kaufpreises von mehreren tausend Euro pro Uhr, kann er nicht damit rechnen, dass Kunden mehrfach einkaufen und – wie etwa Zalando – erst beim dritten Einkauf seinen Schnitt machen.

Auch Rebelle ist auf Wachstumskurs. „Von 2014 auf 2015 sind wir um 150 Prozent gewachsen, ähnlich hohe Ziele haben wir für das kommende Jahr“, sagt Gaulke. Zum Umsatz und Gewinn will sie keine Angaben machen.

Ob die riesigen Wachstumsraten anhalten? Branchenkennerin Herhoffer ist sich da nicht sicher. Zwar glaubt sie an das Potenzial der Online-Marktplätze, verweist aber auf einen weiteren Tend: „Die Entwicklung von Sharing-Angeboten im Luxusbereich könnte noch interessant werden“, sagt sie. Anbieter wie Dresscoded etwa verleihen Designerkleider und Accessoires. „Warum soll ich ein Kleid, das ich womöglich nur einmal tragen werde, kaufen?“

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