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TarifeinheitsgesetzDeutsche Bahn macht Gesprächsangebot im Streit zwischen Gewerkschaften

Die Deutsche Bahn schlägt moderierte Gespräche zwischen der GDL und EVG vor. So soll der Streit um die Tarifhoheit zwischen den Gewerkschaften beigelegt werden. 15.07.2021 - 12:00 Uhr

Die Stimmung zwischen beiden Gewerkschaften gilt als schlecht.

Foto: imago images/Jan Huebner

Die Deutsche Bahn hat den beiden konkurrierenden Gewerkschaften im Konzern moderierte Gespräche über eine geordnete Koexistenz vorgeschlagen. „Wir sind bereit, erneut die Hand auszustrecken und gemeinsam eine Regelung zu suchen, die ein geordnetes Nebeneinander der Gewerkschaften bei der Bahn ermöglicht“, teilte Personalvorstand Martin Seiler am Donnerstag mit. „Wir brauchen Tariffrieden und ein Zeichen der Vernunft aller drei Tarifparteien.“ Konkret soll es um eine neue Vereinbarung zum sogenannten Tarifeinheitsgesetz (TEG) gehen. Die Bahn schlägt für die Gespräche den August und den September vor.

Das TEG sieht vor, dass in einem Betrieb mit zwei Gewerkschaften nur der Tarifvertrag der jeweils größeren Arbeitnehmervertretung zur Anwendung kommt. Bei der Bahn ringen die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) sowie die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) um Einfluss. In einem Großteil der rund 300 Bahn-Betriebe stellt die EVG mehr Mitglieder.

Bis Ende vergangenen Jahres gab es jedoch eine Vereinbarung zwischen dem Konzern und der GDL, dass auch deren Tarifverträge angewendet werden. Dieser Vertrag ist inzwischen ausgelaufen, eine Anschlussregelung gibt es nicht. Für eine solche braucht es auch die Zustimmung der EVG.

Doch die Stimmung zwischen beiden Gewerkschaften gilt als schlecht. Die GDL versucht mit Kampagnen Mitglieder der EVG abzuwerben und wirft dieser vor, die Interessen der Arbeitnehmer nicht ausreichend zu vertreten. Die EVG wiederum kritisiert den harschen Ton und berichtet von Anfeindungen gegenüber den eigenen Mitgliedern.

Die GDL befindet sich zudem im Tarifstreit mit der Deutschen Bahn und führt derzeit eine Urabstimmung über Streiks durch. GDL und EVG sollen sich nun bis zum 26. Juli zum Vorschlag der Bahn äußern.

dpa
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